Weltweihnachtscircus Stuttgart Wie es den ukrainischen Artisten nach ihrem Unfall geht

Eine Szene aus „Flight of Passion“, bei der am Montag die zwei Artisten im Weltweihnachtscircus abgestürzt sind. Foto: LICHTGUT

Als das Duo „Flight of Passion“ aus fünf Metern Höhe in die Manege stürzte, hielt der Weltweihnachtscircus den Atem an. Der Zirkuschef berichtet, wie es den Artisten geht.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Es war ein Schreckensmoment für alle Beteiligten. In der Nachmittagsvorstellung des Weltweihnachtscircus Stuttgart mussten am Montag etwa 2400 Menschen miterleben, wie das ukrainische Artistenduo von „Flight of Passion“ aus etwa fünf Metern Höhe auf den Boden stürzte. Der Unfall geschah am Tag vor dem Saisonfinale.

 

Folgen des Absturzes im Weltweihnachtscircus weniger schwerwiegend als befürchtet

Zirkuschef Dalien Cohen steht in engem Kontakt mit den beiden, die seit 4. Dezember auf dem Cannstatter Wasen an Bändern voller Poesie tanzten. Am Dienstag berichtete er, wie es den beiden geht. Auf den ersten Blick sah es dramatisch aus. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Folgen weniger schwerwiegend seien, als zunächst befürchtet. Die 19-jährige Daria habe nach medizinischen Untersuchungen offenbar keine ernsthaften Verletzungen davongetragen, so Cohen. „Sie darf das Krankenhaus bald wieder verlassen“, so der Zirkuschef.

Ihr 49-jähriger Kollege Dmitriy Grygorov, genannt Dimy, hingegen muss länger in ärztlicher Behandlung bleiben. Er habe sich Brüche an den Fußknochen zugezogen, berichtet Cohen. Dimy wurde noch am Montagabend operiert, eine zweite Operation steht laut dem Zirkuschef noch bevor. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut“, sagt Cohen.

Der Artist Dmitriy Grygorov erhielt vor sechs Jahren aus der Hand von Prinzessin Stephanie von Monaco den Goldenen Clown in Monte Carlo. Rechts seine Ehefrau, die den Remote-Part bei der Show übernimmt (Steuerung der Winde) Foto: Zirkusfestival von Monte Carlo

Absturz im Weltweihnachtscircus nur ein Tag vor Saisonschluss

Privat sind die beiden Verunglückten kein Paar. Zu der Nummer gehört auch Dimys Ehefrau, die während der Show den sogenannten Remote-Part übernimmt. Sie ist für die Steuerung etwa der Winde am Boden zuständig und wird vom Publikum nicht wahrgenommen. „Flight of Passion“ gilt als eine der herausragenden Darbietungen des Weltweihnachtscircus. Für ihre Nummer, den „Flug der Leidenschaft“, wurden die Ukrainer beim renommierten Zirkusfestival in Monte Carlo mit dem Goldenen Clown ausgezeichnet – der höchsten Ehrung der Branche, überreicht von Prinzessin Stéphanie von Monaco.

Als Ursache für den Unfall gilt laut Dalien Cohen ein technischer Defekt. Die Polizei ermittelt, was genau war. Besonders bitter: Der Unfall ereignete sich nur einen Tag vor dem Saisonschluss des Weltweihnachtscircus. Die letzte Vorstellung findet an diesem Dienstag um 17 Uhr statt. Nach dem Schreck überwiegt bei den Verantwortlichen nun die Erleichterung, dass der Absturz nicht noch schwerwiegendere Folgen hatte.

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