Ob Iron Maiden, Bohnenviertelfest oder CSD – in Stuttgart wird es am Wochenende laut und lebendig. Doch wie wird das Wetter? Ein Meteorologe erklärt, was auf uns zukommen kann.

Iron Maiden auf der Bühne, bunte Paraden beim CSD und eine lauschige Stimmung im Bohnenviertel: In Stuttgart ist am Samstag wieder für jeden Geschmack etwas geboten – nur das Wetter bleibt unentschlossen. Wer draußen feiern möchte, sollte sich auf Überraschungen gefasst machen. Denn wie Marco Puckert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagt, ist die Wetterlage über dem Südwesten Deutschlands derzeit „kompliziert“. Die aktuelle Wetterlage stelle die Meteorologen vor eine Herausforderung, da die Modellprognosen hinsichtlich der Regenmengen und deren Ort kein einheitliches Bild abgeben.

 

„Wir haben ein sehr ausgeprägtes Höhentief über Ostfrankreich, das langsam Richtung Norditalien zieht und somit auch das Wetter in Baden-Württemberg beeinflusst“, erklärt der Meteorologe. Die Folge sind wechselhafte Bedingungen mit möglichem Regen, aber auch trockenen Phasen. Die Prognosemodelle liefern kein einheitliches Bild, vor allem, was die Regenmengen und die genaue Lage der Schauer betrifft.

Lokale Gewitter in Stuttgart schwer vorherzusagen

Bereits am Donnerstag habe sich gezeigt, wie lokal begrenzt solche Schauer sein können: „Bei und in Schnarrenberg hat es beispielsweise am Donnerstag innerhalb von 15 Minuten 17 bis 18 Liter geregnet“, berichtet der Experte. Das Gewitter hätte dabei nur ein Ausmaß von etwa zwei Kilometern gehabt. Wer sich außerhalb dieses engen Streifens befand, bekam gar nichts davon mit. „Und genau das zeigt, wie extrem die Unterschiede auf engstem Raum sein können“, so der Meteorologe. Das sei auch die Problematik für die kommenden beiden Tage.

Ob Iron Maiden oder CSD - in Stuttgart wird am Samstag wieder laut gefeiert (Archivfoto). Foto: IMAGO/Europa Press

„Es kann in Stuttgart Schauer und Gewitter geben, muss aber nicht“, sagt Puckert und fügt hinzu: „Wer Glück hat, bleibt trocken.“ Wenn ein Gewitter genau über Stuttgart zieht, sind Regenmengen zwischen zehn und zwanzig Litern pro Stunde wahrscheinlich. In Einzelfällen – wenn es besonders heftig kommt – können lokal auch 30 oder sogar bis zu 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde oder wenigen Stunden fallen. „Aber das ist sehr kleinräumig und trifft längst nicht jeden“, betont der Experte. Das gelte grundsätzlich für alle drei Tage – Freitag, Samstag und Sonntag.

Wetter am Samstag in Stuttgart: Gewitter nicht ausgeschlossen

Vor allem der Samstagnachmittag könnte turbulent werden. Modellprognosen deuteten darauf hin, dass sich bereits vormittags von Süden her neue Schauer und Gewitter bilden, die sich bis in den Nachmittag hinein ausweiten. Ob Stuttgart dabei im Zentrum oder am Rand liegt, ist offen.

Am Abend und in der Nacht auf Sonntag beruhigt sich die Lage etwas. Zwar bleibt es wechselhaft mit schauerartigem Regen, aber die Gewitter werden voraussichtlich weniger.

Auch am Sonntag bleibt das Tief wetterbestimmend – erneut mit schauerartigem Regen, punktuell auch mit Gewittern. Das grundsätzliche Problem bleibt bestehen: „Ob und wie stark Stuttgart betroffen ist, lässt sich nicht sicher vorhersagen“, so Puckert. Möglich ist alles – vom harmlosen Landregen bis hin zu kräftigem Platzregen.

Regenvorhersage fürs Wochenende: Was sollte man einpacken?

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vorsorglich einen Schirm oder ein Regencape einpacken – und regelmäßig den Wetterradar checken. Denn kurzfristige Entwicklungen sind laut DWD durchaus möglich.

Die gute Nachricht: Trotz möglicher Regengüsse wird es nicht kalt. Die Temperaturen liegen am Samstag bei angenehmen 23 Grad und am Sonntag bei 22 Grad – es sei denn, ein kräftiger Schauer drückt das Thermometer kurzfristig unter 20 Grad.

„Keine Wetterhysterie bitte“, sagt Marco Puckert. Es sei wichtig, realistisch zu bleiben: Es kann gewittern, muss aber nicht. „Stuttgart kann glimpflich davonkommen – oder eben auch nicht.“