Schöner Brauch im Advent Julenisse und Wichteltür ziehen ein

Was hat es mit den niedlichen Wichteltüren auf sich? Foto: SamPaigeAnderson/Shutterstock
Was hat es mit den niedlichen Wichteltüren auf sich? Foto: SamPaigeAnderson/Shutterstock

In immer mehr Kinderzimmer finden sich im Advent Wichteltüren. Wir erklären, was es damit auch sich hat und geben Ideen für Ihre eigene „Nissedør“.

Digital Unit : Katrin Klingschat (kkl)
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Das Interesse an dieser süßen Weihnachtstradition wächst in Deutschland seit Jahren – 2020 erreichte es seinen bisherigen Höhepunkt, was sicher auch, wie so oft, mit Bildern und Videos auf Social Media zusammenhängt. Die Rede ist von Weihnachtswichteln und Wichteltüren, die im Advent im Kinderzimmer oder anderswo im Haus einziehen. Was hat es damit auf sich?

Die Geschichte rund um Wichtel und Nisse

Kobolde spielen in der Mythologie und in den Traditionen der skandinavischen Länder eine wichtige Rolle. Insbesondere in Dänemark, Norwegen und auf den Färöer Inseln ist der „Nisse“ bekannt. Sein Name leitet sich ab von Niels, dem dänischen Wort für Nikolaus. In Schweden und Finnland sind die die Hauskobolde als Tomte oder Tonttu bekannt. Dabei gibt es viele verschiedene Kobolde, die unterschiedliche Aufgaben haben oder Streiche spielen. Der Sætternisse (Setznisse) etwa schmuggelt Druckfehler in Bücher und Zeitungen, während der Kirkenisse (Kirchennisse) dafür sorgt, dass Kirchen und Pfarrhäuser sauber und ordentlich bleiben. Kobolde auf Schiffen sind in Deutschland als Klabautermänner bekannt, und generell kennt man die kleinen Märchenwesen beispielsweise aus Erzählungen von Hans Christian Andersen, Astrid Lindgren oder Selma Lagerlöf.

Besonders populär ist der Julenisse – der Weihnachtswichtel. Er ist heute fester Teil der dänischen Weihnachtstradition und wird auch in Deutschland immer beliebter. Er wird beschrieben als älterer Mann mit weißem Bart und brauner oder roter Mütze. Seine Größe schwankt je nach Erzählung zwischen ein paar Zentimetern und halb so groß wie ein erwachsener Mann. Der Weihnachtswichtel hilft dem Weihnachtsmann beim Vorbereiten und Verteilen der Geschenke und möchte im Gegenzug mit Milchreis oder Porridge versorgt werden.

Im Laufe der Zeit hat ihn der Kommerz mehr und mehr dem amerikanischen Weihnachtsmann ähneln lassen, aber Nisse und Tomte haben immer noch Merkmale und Traditionen, die in der lokalen Kultur verwurzelt sind. Er wohnt nicht am Nordpol, sondern vielleicht in einem Wald in der Nähe, in Grönland oder Lappland; er kommt nachts nicht durch den Schornstein, sondern durch die Haustür; und auch wenn er heute manchmal in einem von Rentieren gezogenen Schlitten fährt, fliegen seine Rentiere nicht.

Der Brauch der Wichteltür

Aus dem Glauben an den Weihnachtswichtel (Julenisse) hat sich der Brauch der Wichteltür ergeben. Jedes Jahr zur Adventszeit zieht der Wichtel im Haus ein. Er wohnt hinter seiner eigenen, kleinen Tür – der Wichteltür.

Den Wichtel selbst bekommt man nie zu Gesicht, denn er kommt immer nur nachts heraus, wenn alle schlafen. Dann hilft er bei den Weihnachtsvorbereitungen und bringt Glück ins Haus. Zum Dank stellt man ihm kleine Teller mit Milchreis, Haferbrei (oder anderen Leckereien) vor die Tür.

Wichteltüren bringen zauberhafte Weihnachtsstimmung in die eigenen vier Wände – nicht nur für Kinder. Sie können eine liebevolle Ergänzung oder Alternative zum Adventskalender sein, denn rund um die Wichteltür gibt es zahlreiche Ideen, wie man die Adventszeit mit dem Nisse schön gestalten kann.

Ideen & Geschichten für Ihren Julenisse

Traditionell zieht der Julenisse zum 1. Advent oder zum 1. Dezember in die Häuser ein. Das heißt, Sie sollten am Vorabend oder früh morgens, unbemerkt von Ihren Kindern (oder wen auch immer Sie damit überraschen möchten), die Wichteltür und alle Accessoires aufbauen.

Die Wichteltür kann in der Regel einfach mit doppelseitigem Klebeband oder Klebestrips an einer Wand befestigt werden. Bei hohen Fußleisten bietet es sich an, eine kleine Leiter für die Wichteltür zu basteln oder zu kaufen, damit der Wichtel auch rein und raus gehen kann.

Der Einzug des Wichtels wird gerne begleitet von einem Brief, den der Wichtel an die Kinder oder alle Bewohner des Hauses geschrieben hat. Auch im Laufe der Weihnachtszeit können immer wieder neue Briefe vom Wichtel kommen, beispielsweise mit weihnachtlichen Ideen für die Kinder (z. B. Plätzchen backen, Baum schmücken). In seinen Briefen erklärt der Wichtel auch, wie sehr er Milchreis, Haferbrei oder Kekse mag und sich freut, wenn die Kinder ihm davon etwas vor die Tür stellen.

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Mit diesen Ideen können Sie die Weihnachtszeit mit der Weihnachtstür zu einem ganz besonderen Erlebnis machen:

  • Eine Baustelle einrichten: Sperren Sie bereits ein paar Tage vor dem Einzug des Wichtels den Bereich für die Wichteltür ab, legen Sie beispielsweise Hölzer oder Steine hin. So können Ihre Kinder rätseln, was hier wohl passieren wird.
  • Der Einzug des Weihnachtswichtels: Die Wichteltür ist da, ebenso wie ein Briefkasten und ggf. eine Leiter. Im Briefkasten kann ein kleiner Brief für die Kinder stecken, in dem der Julenisse erklärt, wer er ist und was er tut.
  • Das „Wichtelhaus“ einrichten: Was hinter der Tür passiert, sieht natürlich niemand. Doch vielleicht schreibt der Wichtel in seinem Brief, dass er Materialien aus der Natur braucht, um sich ein paar Möbel zu bauen? Eine schöne Gelegenheit, um mit Ihren Kinder rauszugehen und Hölzer, Steine, Kastanien & Co zu sammeln. Überlegen Sie sich vorher schon, welche Möbel oder Dekorationen am nächsten Tag vor der Wichteltür stehen könnten, schließlich sollen die Kinder auch ein Ergebnis der Sammelaktion sehen.
  • Der Wichtel bringt den Adventskalender: Anstatt einen Adventskalender mit 24 Türchen aufzustellen, kann auch jeden Tag neben der Wichteltür ein kleines Geschenk mit der passenden Nummer platziert werden. Das verhindert auch, dass neugierige Kinder vorschnell zu viele oder die falschen Päckchen öffnen.
  • Der Wichtel spielt Streiche: Wichtel helfen zwar im Haus, sie sind aber auch frech und richten manchmal Unfug an. Überlegen Sie sich Streiche, die der Wichtel über Nacht spielen könnte. Beispielsweise könnte er dem Obst in der Küche lustige Gesichter und Wackelaugen verpassen, die Milch (mit Lebensmittelfarbe) bunt färben oder alle Plätzchen aufessen. Dabei hinterlässt er natürlich Spuren wie Krümel oder weiße Fußabdrücke vor seiner Tür, die Sie mit Mehl oder Puderzucker machen können.
  • Der erste Schnee: Wenn es zum ersten Mahl schneit, lassen Sie auch vor der Wichteltür etwas Schnee rieseln. Den Effekt erzielen Sie mit gesiebtem Mehl oder Puderzucker. Vergessen Sie nicht die Fußabdrücke im Schnee!

Auf vielen Familienblogs finden sich zahlreiche schöne Ideen, was der Weihnachtswichtel noch alles anstellen oder wie er die Weihnachtszeit verschönern kann. Inspiration finden Sie beispielsweise hier:

Wichteltüren können die Adventszeit wirklich verschönern und vor allem können Sie individuell auf Ihr Kind und Ihre Familie zugeschnitten werden – sowohl vom Design der Tür, als auch von den Aktionen, die Sie sich für den Wichtel und Ihre Kinder überlegen.

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