Wieder Fischsterben im Probstsee Mit Pumpen und Lüftern für mehr Sauerstoff im Wasser
Im Probstsee in Stuttgart-Möhringen hat es erneut ein Fischsterben gegeben. Das THW war im Einsatz. Nun will man das Gewässer grundsätzlich verbessern.
Im Probstsee in Stuttgart-Möhringen hat es erneut ein Fischsterben gegeben. Das THW war im Einsatz. Nun will man das Gewässer grundsätzlich verbessern.
Vergangene Woche muss es im Möhringer Probstsee ganz schnell gegangen sein: „Nach wochenlanger Blaualgen-Gefahr ist das einst halbwegs saubere Gewässer, Heimat zahlreicher Gänse, Enten, Fische und unter Naturschutz stehender Vogelarten, innerhalb von nur drei Tagen vollständig gekippt“, schrieb uns ein Leser. Zu Fotos von toten Fischen führte er weiter aus: „Das Wasser hat sich von Grün-Blau in eine stinkende, braune Brühe verändert, an deren Oberfläche massenweise Tierkadaver treiben.“
„Der Probstsee leidet unter Hitzestress“, bestätigt die Pressestelle der Stadt Stuttgart auf Anfrage unserer Zeitung. „Es handelt sich dabei um ein Naturdenkmal ohne natürliche Zuflüsse. Daher setzen ihm anhaltend hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge besonders zu.“ Akut habe das plötzliche Absterben einer Blaualgenpopulation zu Sauerstoffmangel geführt. Nachdem die Sauerstoffwerte Mitte vergangener Woche unter den für Fische kritischen Wert gesunken seien, habe der Möhringer Anglerverein als Pächter zusätzliche Lüfter zu den bereits vorhandenen eingesetzt, um den See zu stabilisieren.
„Dennoch ist es zu einem Fischsterben gekommen“, teilt die Stadt mit. Seit vergangenen Donnerstag unterstützen nach Angaben der Pressestelle zunächst die Feuerwehr und dann das Technisches Hilfswerk (THW) durch den Einsatz von vier Großpumpen, die rund um die Uhr jeweils 1500 Liter pro Minute aus dem See pumpen und wieder hineinspritzen, um die Sauerstoffzufuhr zu erhöhen. Außerdem habe das THW bis Freitagabend Frischwasser in den See gepumpt.
„Der See hat sich durch die Frischwasserzugabe glücklicherweise am Freitag stabilisiert. Das gilt aktuell noch“, teilte die Stadt am Montag mit. Das städtische Tiefbauamt überwache die Wasserwerte fortlaufend. Der Anglerverein Möhringen habe weiterhin Belüfter rund um die Uhr in Betrieb, um zusätzlich Sauerstoff in das Wasser einzutragen.
Die Probleme des Gewässers sind nicht neu: Im Sommer 2023 kam es im Probstsee zu einem großen Fischsterben: „Es war wirklich traurig. Wir mussten etwa 500 Kilogramm tote Fische aus dem Wasser holen“, sagte Franco Agostini, der Vorsitzende des Anglervereins Möhringen, damals unserer Zeitung. Im Sommer 2024 hingegen war der Gewässerzustand des Probstsees vergleichsweise gut.
Vergangene Woche schwammen aber wieder tote Fische an der Wasseroberfläche, die der Möhringer Anglerverein nun abfische und mit Unterstützung der Stadt entsorge. „Für eine längerfristige Verbesserung ist für den Herbst eine Teilentschlammung des Probstsees vorgesehen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Diese vertiefe den See und senke den Nährstoffgehalt. Beides trage dazu bei, das ökologische Gleichgewicht des Sees zu verbessern. „Aus Gründen des Arten- und Naturschutzes darf diese Maßnahme erst im Herbst umgesetzt werden.“