Nachdem heute in mehreren Städten in Deutschland der ÖPNV bestreikt wird, stellt sich die Frage: Wo finden die nächsten Streiks statt?
Die aktuelle Streikwelle im öffentlichen Nahverkehr hält Deutschland in Atem. Während Millionen Pendler in Bayern und Hamburg am heutigen Mittwoch vor verschlossenen U-Bahnhöfen standen, blicken Fahrgäste bereits mit Sorge auf die kommenden Tage. Die gute Nachricht: Ab Donnerstagmorgen (12. Februar) rollen Busse und Bahnen zunächst wieder nach Plan. Doch die Atempause könnte von kurzer Dauer sein.
Hessen: Warnstreiks noch in dieser Woche
In Hessen müssen sich Fahrgäste auf ungemütliche Tage einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat bereits angekündigt, den ÖPNV noch in der laufenden Woche (bis zum 15. Februar) durch Warnstreiks zum Stillstand zu bringen. Bisher hält die Gewerkschaft die genauen Städte und Zeitpunkte unter Verschluss – eine Taktik, die den Druck auf die Arbeitgeber vor den nächsten Verhandlungsrunden maximieren soll. Pendler in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel sollten kurzfristige Ankündigungen genau verfolgen.
Lesen Sie auch: Streikt Eurowings am Donnerstag?
Droht am Montag der nächste Stillstand?
Ob es ab dem 16. Februar zu einer neuen, bundesweiten Streikwelle kommt, entscheidet sich an zwei zentralen Verhandlungstischen:
- Potsdam (11. & 12. Februar): Hier wird über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder verhandelt. Scheitern diese Gespräche morgen, droht ver.di mit einer massiven Ausweitung der Streiks, die auch kommunale Verkehrsbetriebe treffen könnte.
- Bayern (13. Februar): In München kommen die Tarifparteien am Freitag erneut zusammen. Nach dem ganztägigen Stillstand in München, Nürnberg und Passau am heutigen Mittwoch ist die Erwartungshaltung groß. Sollte kein „absperrfähiges“ Angebot auf dem Tisch liegen, könnten bereits für Montag neue Streikaufrufe für den Freistaat folgen.
Hier gibt es vorerst keine Streiks
Trotz der aufgeheizten Stimmung gibt es Regionen und Sektoren, in denen Fahrgäste aufatmen können:
- Deutsche Bahn (S-Bahn & Regionalzüge): Wer auf die S-Bahn oder Regionalzüge der DB ausweichen kann, ist auf der sicheren Seite. Hier gilt eine strikte Friedenspflicht bis zum 28. Februar 2026. Streiks bei der Bahn sind im laufenden Monat ausgeschlossen.
- Niedersachsen: Auch im niedersächsischen Nahverkehr greift aktuell eine Friedenspflicht. Hier sind Warnstreiks zum jetzigen Zeitpunkt rechtlich nicht zulässig.
Kurze Vorwarnzeiten belasten Pendler
Die Strategie der Gewerkschaften, Warnstreiks oft erst 24 bis 48 Stunden vor Beginn bekannt zu geben, macht die Planung für Pendler zur Herausforderung. Es ist daher ratsam, insbesondere am kommenden Freitagabend und Sonntag die lokalen Nachrichten und Apps der Verkehrsverbünde zu prüfen.