Weil die Mietpreise im Kreis Ludwigsburg weiter steigen, sind immer mehr Menschen bereit, Immobilien zu kaufen. Doch die Hürden sind hoch und Unsicherheiten bleiben.

Ludwigsburg: Maximilian Kroh (kro)

Die Lage ist nicht neu, die Rechnung dahinter einfach. im Kreis Ludwigsburg werden weiter viel zu wenige Wohnungen gebaut. Weit mehr als 2000 müssten es laut Prognosen bis 2030 jährlich sein – in der Stadt Ludwigsburg etwa wurden im vergangenen Jahr allerdings nur 123 Wohnungen fertiggestellt. Das hat Folgen für den Wohnungsmarkt.

 

Eine unmittelbare Konsequenz: Die Mietpreise steigen weiter. Für eine Altbauwohnung hat man im Frühjahr in Ludwigsburg durchschnittlich 13,80 Euro pro Quadratmeter – im Herbst 2024 waren es noch 13 Euro. Bei Neubauwohnungen stiegen die Preise von 16,40 Euro auf 16,80 Euro pro Quadratmeter. „In der Spitze ist allerdings auch ein Quadratmeterpreis von 18 bis 20 Euro möglich“, sagt Christopher Gentzke, Abteilungsdirektor fürs Immobiliengeschäft bei der Kreissparkasse.

Gebrauchte Immobilien besonders gefragt

Die KSK beobachtet deshalb auf dem Immobilienmarkt derzeit, dass die Entwicklung eher in Richtung kaufen geht. Besonders die Nachfrage nach gebrauchten Immobilien sei gestiegen. Im Neubausegment dagegen gingen Angebot und Nachfrage sogar zurück – es mangelt an Bauflächen. Allerdings: Wer sich eine Immobilie kaufen will, muss sie sich auch leisten können. Und hier werden die Hürden höher.

Zwei Drittel der Käufer bei der Kreissparkasse bringen laut Gentzke mittlerweile ein Haushaltseinkommen von mehr als 6000 Euro netto und 100.000 Euro Eigenkapital mit. Weil die Bauzinsen derzeit bei rund vier Prozent verharren, würden aber immer mehr Menschen auf Baufinanzierungen zurückgreifen. Bis Ende September wurden bei der Kreissparkasse Finanzierung in Höhe von 290 Millionen Euro abgeschlossen, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Die Bereitschaft zum Kaufen ist bei unseren Kunden auf jeden Fall da“, sagt Gentzke. „Viele Menschen sehen das Eigenheim auch als Teil der Altersvorsorge.“

Eine langfristige Prognose für den Wohnungsmarkt im Kreis abzugeben, sei momentan schwierig. „Die Trendwende hin zum Kaufen deutet sich an, ist aber mit Unsicherheiten verbunden“, sagt Gentzke. Das liegt aus Sicht der Kreissparkasse vor allem an zwei Faktoren: Zum einen am Wirtschaftswachstum. Zwar soll die Wirtschaft 2026 wieder wachsen, „das wurde in der Vergangenheit aber auch schon prognostiziert und ist dann nicht eingetreten“, warnt KSK-Vorstand Thomas Raab.

Zum anderen sind die jüngsten Arbeitsplatzstreichungen noch nicht im Markt angekommen – das könne sich auf die zuletzt gestiegene Kaufkraft im Kreis auswirken. „Da ist aber noch nicht abzusehen, ob die Betroffenen in Rente, andere Branchen oder in Arbeitslosigkeit gehen“, sagt Raab. „Da heißt es jetzt erst mal: abwarten.“