Wohnen in Stuttgart Asemwald-Bewohner zahlen jetzt „spürbar weniger“ Hausgeld

, aktualisiert am 23.01.2026 - 10:11 Uhr
Im Asemwald in Stuttgart zu wohnen, ist seit dem 1. Januar 2026 wieder etwas günstiger. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

2024 ist das Hausgeld für eine 80-Quadratmeter-Wohnung in Stuttgart-Asemwald um etwa 2000 Euro im Jahr gestiegen. Warum dies nötig war und nun teilweise wieder geändert wurde.

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Im Asemwald greifen die üblichen Hochhaus-Klischees nicht. Die Wohnstadt mit den drei Riesengebäuden gilt in Stuttgart nicht als Ghetto, sondern als beliebte Wohnlage. Wer während der vergangenen zwei Jahre dort aber nach einer Eigentumswohnung Ausschau gehalten hat, erschrak unter Umständen über das happige Hausgeld.

 

Dabei handelt es sich um die Vorschusszahlungen der Eigentümer – für laufende Verbrauchskosten sowie für Rücklagen. Für eine klassische 80-Quadratmeter-Wohnung, die mehr als die Hälfte aller Wohnungstypen im Asemwald ausmacht, liegen diese aktuell bei 600 bis 700 Euro im Monat, wie Stephan Schreiner sagt. Er ist der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats, ein Gremium aus Asemwald-Eigentümern.

Tiefgaragen in Stuttgart-Asemwald saniert

Die Vorgeschichte: zum 1. Januar 2024 war das Hausgeld nach einem Beschluss in der Eigentümerversammlung sprunghaft angestiegen, nämlich um 25 Prozent. Bei der genannten 80-Quadratmeter-Wohnung sind das Mehrkosten von rund 2000 Euro im Jahr. „Das ist nicht unerheblich“, sagt Schreiner. Anders sei es aber nicht gegangen. „Es war damals eine Abwägungsfrage.“

Im Asemwald in Stuttgart befinden sich 1137 Wohnungen. Mehr als die Hälfte haben 80 Quadratmeter. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Asemwald ist über 50 Jahre alt. Die Tiefgarage wurde beispielsweise saniert; und aktuell sind die 36 Aufzüge an der Reihe. Da die Erneuerung der Lifte aber Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein soll, eröffne sich wieder mehr Spielraum. „Wir haben dann um einiges weniger Ausgaben“, sagt Schreiner. „Zudem haben wir uns jetzt ein gewisses Polster aufgebaut.“ Er meint die Rücklagen der Asemwald-Eigentümer.

Eigentümer im Asemwald haben entschieden

Bei der Eigentümerversammlung im November 2025 hatten der Verwaltungsbeirat und die Hausverwaltung daher vorschlagen, das Hausgeld ab Januar 2026 wieder zu senken. Eine breite Mehrheit habe eine moderate Senkung befürwortet, so dass die Rücklagen weiterhin gut bedient würden, und die Veränderungen gleichzeitig „spürbar“ seien, so Schreiner. Er spricht von 60, 70 Euro im Monat, die nun im Durchschnitt weniger anfallen. Diskussionen habe keine gegeben, „der Asemwald war sich im Wesentlichen einig“.

Eine weitere Möglichkeit, um an der Kostenschraube zu drehen, ist laut Verwaltungsbeirat eine Fenstersanierung. Ende September hatten die Eigentümer-Vertreter zu einer Fenstermesse in den Asemwald geladen. Von bis zu 70 Prozent Energieeinsparung war da die Rede. Ziel sei es, dass möglichst viele Wohnungsbesitzer ihre Fenster tauschen lassen. Es winkt ein Rabatt, wenn sich viele Haushalte zusammentun.

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