Wohngebiet in Gerlingen Siedlungshäuser müssen Neubauten weichen

, aktualisiert am 23.04.2025 - 17:18 Uhr
An der Ecke Hofwiesen-/Schillerstraße soll ein sechsgeschossiger Bau architektonische Akzente setzen. Foto: Simon Granville

123 neue Wohnungen sollen in Gerlingen zwischen Kupfer- und Hofwiesenstraße entstehen. Dafür müssen drei Siedlungshäuser aus den 1970er Jahren weichen.

Zwischen Kupfer- und Hofwiesenstraße will der Stuttgarter Bau- und Wohnungsverein (BWV) acht neue Wohngebäude mit insgesamt 123 Wohneinheiten errichten. Um die Nachverdichtung realisieren zu können, ändert die Stadt Gerlingen aktuell den Bebauungsplan für das betreffende Gebiet.

 

Auf dem Planfeld, das rund 1,5 Hektar umfasst, stehen derzeit in vier Baureihen Wohnhäuser in Siedlungsbauweise. Drei davon sind im Besitz der BWV, eine Baureihe gehört der Landesbaugenossenschaft der Finanzbeamten. Das Gebiet im Gerlinger Norden ist östlich und westlich abgegrenzt von der Kupfer- und Hofwiesenstraße sowie im Norden und Süden von der Schillerstraße und der Straße Wettegraben.


Acht statt drei Gebäude

Die BWV plant, ihre drei bestehenden Baureihen mit aktuell insgesamt 88 Wohneinheiten nach und nach abzureißen, und sie durch acht neue Baukörper mit 123 Wohnungen zu ersetzen. Während die bestehenden Häuser maximal fünfgeschossig sind, soll hier künftig zwischen drei und sechs Geschosse hoch gebaut werden können. Entsprechend muss der Bebauungsplan aus den 1970er Jahren angepasst werden.

„Das Punkthaus Ecke Hofwiesen-/Schillerstraße bildet mit seinen sechs Geschossen plus Dach den städtebaulichen Akzent, wohingegen die Gebäude entlang der Schillerstraße mit vier Etagen plus Dach vorgesehen sind“, heißt es dazu im städtebaulichen Entwurf. Entlang dem Wettegraben würden sich die dreigeschossigen Gebäude plus Dachgeschoss der dortigen niedrigeren Bebauung anpassen. Wie auch bisher schon sollen die Gebäude allesamt in Flachdachbauweise errichtet werden.

Um mehr Freiflächen im Baugebiet zu gewinnen, sollen parkende Autos künftig größtenteils in Tiefgaragen verschwinden. Die Flachdächer sollen begrünt und teilweise als gemeinschaftliche Gärten genutzt werden können. Bei den geplanten Wohnungen handele es sich um Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Balkonen oder Terrassen, die mit Aufzügen erreichbar sind.

30 Prozent Sozialwohnungen

Anlässlich des Aufstellungs- und Auslegungsbeschlusses für den künftigen Bebauungsplan „Kupferwiesen II“ betont Bürgermeister Dirk Oestringer (parteilos) im Gemeinderat, dass der Sozialbauanteil an den geplanten Wohneinheiten bei rund 30 Prozent liege und damit zehn Prozent höher als es die Sozialbauverpflichtung der Stadt vorschreibe. „Wir schaffen damit nicht nur mehr Wohnraum, sondern auch mehr bezahlbaren Wohnraum“, so Oestringer

Wie es im städtebaulichen Entwurf weiter heißt, sei es auf Grundlage von Bestandsanalysen nicht sinnvoll, die Wohnhäuser aus den 1960er Jahren zu sanieren. Nach Auskunft der Stadtverwaltung erfolgen nun Abriss und Neubau in drei Bauabschnitten. „Dies ermöglicht eine höhere Flexibilität bei der Umquartierung der Bestandsmieter“, betont die Stadt. Insgesamt orientiere sich der zeitliche Ablauf „an der Ent- und Vermietungssituation der Bestandsgebäude“.

In einem ersten Bauabschnitt werden demnach die Wohnhäuser Schillerstraße 44, 46, 48 abgerissen. Es folgen die Hofwiesenstraße 4, 6 und 8. Der dritte Bauabschnitt betrifft die Wohngebäude in der Schillerstraße 50, 52 und 54.

Sollte es keine Einsprüche gegen den neuen Bebauungsplan geben, könnte er, nach Aussage der Stadtverwaltung, bereits in diesem Jahr rechtskräftig werden.

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