Wohnquartier Q5 im Neckarpark Stuttgart bekommt für 33 Millionen Euro 103 Wohnungen im Neckarpark

So soll das neue Wohnquartier auf dem Baufeld Q5 im Neckarpark im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt aussehen. Foto: SWSG

Im April sollen die Bauarbeiten für das Wohnquartier der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) in Bad Cannstatt beginnen. Die Architektenbüros? Keine Unbekannten.

Bauen/Wohnen: Tomo Pavlovic (pav)

Die Bebauung des rund 25 Hektar großen ehemaligen Bad Cannstatter Güterbahnhof-Geländes zwischen der Daimlerstraße, dem Wasen und dem Bahndamm schreitet voran. Es sind 29 Einzelquartiere (Q) ausgewiesen, von denen zwar längst nicht alle bebaut oder verplant sind. Doch nun vermeldet die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) ein neues Vorhaben auf dem Areal.

 

Gemeinsam mit der Firma Rommel habe man einen Generalübernehmervertrag unterzeichnet, hieß es von Seiten der SWSG. Ein neues Quartier mit 103 öffentlich geförderten Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten soll entstehen.

Drei Baugenossenschaften sind in Stuttgart zuvor abgesprungen

Die Anzahl der Wohnungen entspricht ungefähr jener, die bereits auf der Agenda dreier Baugenossenschaften stand. Denn auf der Fläche Q5 gegenüber dem Volksbankgebäude wollten ja bereits die Baugenossenschaften Bad Cannstatt, Münster und Luginsland rund 100 Wohneinheiten realisieren. Angesichts fehlender Wirtschaftlichkeit hatten sich die drei Akteure allerdings gegen das Projekt entschlossen.

Nun also geht die SWSG in die Vollen. Zur Minimierung der Risiken hat man sich augenscheinlich entschlossen, einen Generalübernehmervertrag mit der Firma Rommel abzuschließen. Der besitzt für die Bauherrschaft den großen Vorteil, dass das beauftragte Übernehmen die komplette Organisation aller Leistungen verantwortet.

Der Baubeginn ist für April dieses Jahres angesetzt, für den Sommer 2028 peilt man die Fertigstellung an. Nach den Worten von Saskia Stachelski, der Sprecherin der SWSG, zeichnen für die Entwürfe des Q5 die bekannten Architekturbüros ARP und EMT Architektenpartnerschaft verantwortlich.

Zwei Stuttgarter Architekturbüros

Blick aus einer Wohnung des ehemaligen Bettenhauses auf die Stadt,die SWSG hat ARP Architekten für den Umbau gewonnen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Stuttgarter Büro ARP hat bereits für die SWSG das ehemalige Bettenhaus des Bürgerhospitals umgebaut. 2024 wurden 136 neue Wohneinheiten fertiggestellt – samt Kita, Familienzentrum und Bürgergarten. Für diese aufwändige Sanierung gab es beim Deutschen Städtebaupreis 2025 die Belobigung in der Kategorie „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“.

Auch die ebenfalls in Stuttgart beheimatete EMT Architektenpartnerschaft besitzt große Erfahrung im ambitionierten Wohnungsbau: Basierend auf dem Masterplan des Berliner Architektur- und Stadtplanungsbüros ISSS entsteht zurzeit in Stuttgart-Rot auf einem zwei Hektar großen Areal ein Quartier mit zehn mehrgeschossigen Gebäuden in Holz-Hybridbauweise. EMT realisiert davon drei der zehn Häuser. Das Quartiersprojekt für genossenschaftliches Wohnen in Stuttgart-Rot ist Teil der IBA`27.

Laut SWSG sollen die Gesamtbaukosten inklusive der Nebenkosten für das Bauvorhaben auf dem Baufeld Q5 im Neckarpark voraussichtlich rund 33 Millionen Euro betragen.

Neckarpark

Stadtentwicklung
Die Umwidmung des ehemaligen Güterbahnhofsareals im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt gehört zu den wichtigen Stadtentwicklungsprojekten in Stuttgart. Dort entsteht ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Gewerbe, Bildungszentrum, einem bereits bestehenden Sportbad und Freiflächen. Fürs Quartier „wird ein zukunftsorientiertes Energiekonzept entwickelt, das eine möglichst umfangreiche Versorgung mit lokal vorhandenen regenerativen Energieträgern wie Solarenergie, Erdwärme oder Abwasserwärme gewährleistet. Dadurch soll der Energieverbrauch umfassend reduziert und der lokale Ausstoß von Schadstoffen vermieden werden“, so beschreibt die Stadt ihr Vorhaben.

Wohnen
Auf rund 25 Hektar entsteht ein Quartier für rund 2000 Menschen, geplant sind etwa 850 Wohneinheiten, große Bereiche des Quartiers werden den Fußgängern und Radfahrern vorgehalten sein.

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