Zoo in Stuttgart Fast 1000 Euro im Monat für Podcast – was sich die Wilhelma davon erhofft

Die Gastgeber des Wilhelma-Podcasts: Thomas Kölpin und Laura Cloppenburg. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Die Wilhelma startete kürzlich einen eigenen Podcast. Der Stuttgarter Zoo lässt sich das 900 Euro im Monat kosten, wie das Finanzministerium mitteilt. Wie wird das Format genutzt?

Lokales: Iris Frey (if)

Die Wilhelma geht seit Dezember vergangenen Jahres neue mediale Wege. Sie produziert monatlich einen Podcast. Dafür gibt der Stuttgarter Zoo monatlich 900 Euro aus. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Friedrich Haag hervor. „Das jährliche Gesamtbudget für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Wilhelma beträgt 312.000 Euro“, so Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne).

 

Völlig unklar ist bislang, wie oft der Podcast genutzt wird. Entsprechende Zahlen der Abrufe konnten nicht genannt werden. Zum Hintergrund: Auch mehrere Ministerien der scheidenden grün-schwarzen Landesregierung hatten sich mit Podcasts versucht. Es wurden damit nicht allzu viele Nutzer erreicht.

Haag hofft auf mehr öffentliche Wahrnehmung des Zoos

Haag hofft, wie er sagt, dass der Stuttgarter Zoo von dem Podcast profitieren möge. Er erklärt: „Die Wilhelma ist ein wichtiger Tourismusmagnet für Stuttgart und ganz Baden-Württemberg. Wenn sich die eingesetzten Mittel tatsächlich dann in steigenden Besucherzahlen oder einer stärkeren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit niederschlagen würden, wäre das wünschenswert.“

Podcast-Format auch für schwierige Themen

Zoo-Chef Thomas Kölpin zeigt sich inzwischen zufrieden über den Start des Podcasts. Er habe bislang positive Rückmeldungen bekommen. Warum der Wilhelma-Chef dieses Medium zusammen mit der Gastgeberin, der freien Journalistin Laura Cloppenburg, nutzt, erklärt er so: „Der Podcast bietet uns ein Format, in dem wir detailliert und intensiv über Themen reden können, die uns hier in der Wilhelma bewegen.

In erster Linie geht es um Tiere, Pflanzen, Forschung und Artenschutz. In diesem Zusammenhang können wir aber auch mal schwierigere und sogar kontroverse Themen angehen.“

Thema Artenschutz, Tiertötung und Verfütterung

Während es im ersten Podcast „Bilby, Bromelien und Biodiversität“ in den 45 Minuten noch viel um Wilhelma-Geschichte, Wandel und Reservepopulationen ging, durften die Hörer in der zweiten Folge im Januar sich mit dem Thema Artenschutz, Tiertötung und Verfütterung auseinandersetzen.

Guinea-Paviane im Nürnberger Zoo. Foto: dpa

Hintergrund war die Verfütterung von zwölf gesunden Guinea-Pavianen im Nürnberger Zoo im vergangenen Jahr aus Platzmangel.

Noch vor dem Spatenstich zum Bau der Elefantenanlage erfuhren die Hörer beim ersten Podcast, wie die Zuchtkoordination über den europäischen Verband EAZA funktioniert, etwa auch für die Elefanten. Kölpin gab einen Ausblick, wie über den Verband die genetische Vielfalt gesteuert werde, damit auch eine Auswilderung möglich wird.

Es dürften keine Tiere überrepräsentiert sein, so Kölpin. Da gebe es „hochkomplexe Populationsprogramme“, die das berechneten. Er betonte auch, wie wichtig bei den Elefanten die Sozialstruktur sei, so dass eine sogenannte Matri-Linie, eine mütterliche Linie, zusammengelassen werde. Podcasts haben übrigens auch andere Zoos wie etwa der Alpenzoo Innsbruck und der Tierpark Hellabrunn in München.

Weitere Themen