Radverkehr in Stuttgart Neuer Radweg Richtung Fernsehturm, weniger Spuren für Autos

Radfahrer an der Pischekstraße bekommen bald einen eigenen Weg, dafür fällt eine Fahrspur der Autos weg. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Zwischen Gänsheide und Ruhbank soll in Stuttgart ein 2,5 Kilometer langer Radweg entstehen. Dafür fällt eine Fahrspur für Autos weg. Die Arbeiten beginnen in den Pfingstferien.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Im Stuttgarter Straßennetz zeichnen sich größere Veränderungen zugunsten des Radverkehrs ab. In den kommenden Jahren soll zwischen der Gänsheide und der Ruhbank ein rund 2,5 Kilometer langer Radweg entstehen. Der Autoverkehr muss dafür Flächen abgeben. Das Projekt ist aufwendig und zieht sich in die Länge. Der erste Abschnitt soll aber bereits in den Pfingstferien entstehen.

 

Ausbau der Hauptradroute 41 bis ins Jahr 2028 geplant

Der Ausbau der Hauptradroute 41 zwischen dem Stuttgarter Osten und der Filder-hochfläche rückt im Bereich der Pischekstraße, Jahnstraße und Mittleren Filderstraße in den Fokus. Weil es ein umfangreiches Vorhaben sei und Fragen der Verkehrsführung während der Bauzeit wie auch die Baustellenlogistik anspruchsvoll seien, erwartet die Stadtverwaltung den Abschluss der Arbeiten erst für Herbst 2028.

Erste Verbesserung für den Fahrradverkehr sollen sich aber deutlich früher einstellen. Während der Pfingstferien vom 7. bis 22. Juni arbeitet die Stadt an der Fahrbahn auf Höhe der Stadtbahnhaltestelle Payerstraße und nimmt das zum Anlass, einen ersten Abschnitt des neuen drei Meter breiten Radwegs einzurichten. Der führt von der großen Kreuzung Pischek-/Payer-/ Planck- und Gänsheidestraße – der sogenannten Spinne – bis zur Einmündung der Gänsheidestraße in die Pischekstraße kurz vor der Geroksruhe. Dazu ist künftig eine Spur stadtauswärts dem Radverkehr vorbehalten.

Sicherheit für Radler durch Barrieren

Der nächste Abschnitt umfasst die verhältnismäßig kurze Strecke zwischen dem vorübergehenden Ende des neuen Radwegs und der Geroksruhe. Auch dort entfällt die rechte Fahrspur. Der drei Meter breite Radweg soll nur von Radfahrern bergwärts genutzt werden. Damit sich Radler und Autofahrer nicht ins Gehege kommen, entsteht eine Barriere. Dieser sogenannte Sicherheitstrennstreifen ist 75 Zentimeter breit.

Für Radfahrer soll sich die Situation im Bereich der Pischekstraße verbessern. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Im weiteren Verlauf sollen sich Fußgänger und Radfahrer einen neuen vier bis fünf Meter breiten Weg teilen. Die städtischen Verkehrsplaner weisen darauf hin, dass es dort keinen „nennenswerten Fußverkehrsanteil“ gebe. Sprich: Die Radler bleiben unter sich und sollen sich dort den Weg in beide Fahrtrichtungen teilen. Auch hier fällt eine Spur für die Autos weg. Der Mittelstreifen, der heute stadtein- und stadtauswärtigen Autoverkehr trennt, wird abgebaut. Auf Höhe der Stelle bleibt es bei einer Geradeaus- und einer Abbiegespur in Richtung Frauenkopf.

Nachhaltiger Radweg in Stuttgart: Bäume und neuer Belag geplant

Der zwischen vier und fünf Meter breite Weg wird im weiteren Verlauf bis zur Verzweigung Jahnstraße/Mittlere Filderstraße durch einen 1,75 Meter breiten Grünstreifen vom Autoverkehr getrennt, der auch dort eine Fahrspur einbüßt. Auf dem Grünstreifen sollen 64 Bäume gepflanzt werden. Der Belag des neuen Weges ab der Geroksruhe soll aus nachhaltigem Asphalt auf Cashew-Basis bestehen.

Gemeinderat nimmt ohne Diskussion Kenntnis

Zusammen mit der Fahrbahnsanierung kalkulierte die Stadt mit Kosten von rund neun Millionen Euro. Trotz dieses Betrages und den erwartbaren Einschränkungen war das dem Grunde nach bereits 2022 beschlossene Vorhaben den Stadträten im gemeinderätlichen Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am Dienstag keine Debatte mehr wert. Ohne Wortmeldungen nahmen sie den aktuellen Stand der Planungen „zustimmend zur Kenntnis“.

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