ARD-Zweiteiler „Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau“
: Es geht um mehr als Kleidung

Was wollten deutsche Frauen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg? Schöne Kleider zum Selbernähen, war sich die Frau des Verlegers Franz Burda ganz sicher. Der ARD-Zweiteiler „Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau“ erzählt von ihrem Kampf um eine Zeitschrift und um Gleichberechtigung.
Von
Thomas Klingenmaier
Stuttgart
  • Aenne Burda (Katharina Wackernagel, re.) lässt Frauen jeden Alters vermessen, um deutsche Kleidergrößen neu zu definieren.

    SWR
  • Franz Burda (Fritz Karl) ist Unternehmer, Lebemann und Familienvater.

    Foto: SWR/Hardy Brackmann
  • Seine Frau Anna (Katharina Wackernagel), die sich bald Aenne nennen wird, ist mit ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter aber nicht mehr zufrieden.

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  • Aenne Burda (Katharina Wackernagel) hat sehr eigene Pläne.

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  • Aenne Burda ( Katharina Wackernagel) ist überzeugt, dass deutsche Frauen auch im Jahr 1949 bereits schicke Mode möchten.

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  • Entschlossen und unbeirrt wirft Aenne (Katharina Wackernagel) ihre Konkurrentin persönlich aus dem Modeverlag.

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  • Aenne Burda (Kataharina Wackernagel) schwört ihr Team auf ihre Vision ein.

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  • Die Mode die ins Heft kommt, muss für jede Frau schneiderbar bleiben: Kompliziertes muss einfacher werden.

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  • Der Künstler Hans Kuhn (Hansa Czypionka) ist ein guter Freund Aennes (Katharina Wackernagel) und ihres Mannes.

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  • Beim Notar (Robert Schupp) unterschreibt Aenne (Katharina Wackernagel) den Vertrag, mit dem ihr Unternehmen und das ihres Mannes voneinander getrennt werden.

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  • Aenne Burda (Katharina Wackernagel) ist jetzt wirklich ihre eigene Chefin.

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  • Ihr Freund André Lambert (Jean-Yves Berteloot) bereitet Aenne (Katharina Wackernagel) große Freude, als er sie zu Pariser Modeschauen mitnimmt.

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  • Franz Burda (Fritz Karl) hat an der Selbstständigkeit seiner Frau zu schlucken.

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Stuttgart - Nichts gegen die Freude, das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg überlebt zu haben. Aber bei der Verlegergattin Anna Burda ist die Zufriedenheit mit dem noch kargen Nachkriegsleben schneller verflogen als bei anderen. Schon 1949 setzt sie ihrem Gatten zu, es müsse eine neue Zeitschrift her, die Frauen Schönes biete. Einem einflussreichen Freund in Frankreich erklärt sie im Zweiteiler „Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau“ ihr Leiden an Deutschland: „Mir fehlen die schönen Dinge des Lebens. Die eleganten Boulevards, neue Kleider, schicke Hüte.“

Wehren gegen die Männerwelt

Aber Aenne Burda wehrt sich, geht Risiken ein und ändert mit ihrer Idee, feine Mode mittels Schnittmusterbögen auch für Frauen mit wenig Geld erschwinglich zu machen, ein wenig das Gesicht der Republik. Es kann einer Demokratie nicht schaden, wenn die Bürger nicht gleich am Schnitt der Kleidung sortierbar sind.

Selbstständigkeit und Rache

Trotz dieser schönen Themen hat der auf einem Drehbuch von Regine Bielefeldt basierende Zweiteiler Probleme. Aenne Burda kann sich gegen ihren Mann Franz (Fritz Karl) hier durchsetzen, weil der sie seit Jahren betrügt. Sie vermag ihm mehr Selbstständigkeit abzutrotzen, weil die Alternative die Scheidung wäre. Die Zeitschrift, die sie übernehmen darf, hat Franz Burda zuvor heimlich von seiner Geliebten führen lassen.

Das erzählt „Aenne Burda“ so ungeschickt, dass die Emanzipation vor allem Racheakt einer Gekränkten zu sein scheint. Zu willig übernehmen Kamera und Drehbuch den Blick der wütenden Burda auf die Nebenbuhlerin Evelyn Holler (Cornelia Gröschel), die als übergriffige, anmaßende Hochstaplerin erscheint und schadenfroh entmachtet wird. Dass auch hier eine Frau gleich mehrfach über die ihr zugewiesene Rolle hinauswachsen wollte, wird leider nie deutlich.