Fernsehserie „Heiter bis tödlich – Alles Klara“: Der Verträumte und die Schlagfertige

Jetzt läuft die zweite Staffel der Vorabendserie „Heiter bis tödlich – Alles Klara“ mit Wolke Hegenbarth und Felix Eitner
ARD-ProgrammdirektionFrau Hegenbarth, Sie kommen aus Meerbusch am Rhein und Sie, Herr Eigner, aus Freiburg im Breisgau. War der Harz Neuland für Sie?
Wolke Hegenbarth Jein. Meine Großeltern haben zwanzig Jahre in Bad Harzburg gewohnt, deshalb bin ich dort als Kind viel gewandert. Die sachsen-anhaltinische Seite war mir als Westkind natürlich komplett unbekannt.
Felix Eitner Mir war die Gegend von vorne bis hinten unbekannt. Zwar kommt meine halbe Verwandtschaft aus der DDR, aber aus Gotha und Dessau. Mir gefällt die Landschaft sehr gut, doch der Drehplan lässt uns kaum Zeit. Immerhin war ich mal auf dem Hexenstieg. Und ich finde Quedlinburg sehr schön.
Dort drehen Sie hauptsächlich?
Hegenbarth Nein, wir spielen in Quedlinburg, drehen aber in Blankenburg weil es diese Größe des Reviers dort nicht gab.
Warum darf nur Jörg Gudzuhn als Gerichtsmediziner Dr. Münster anhaltinisch klingen?
Hegenbarth Meine erste Frage war die nach dem Dialekt. Da hieß es, es soll zwar regional, aber mundartlich neutral sein. Gäste haben gerne mal einen Einschlag, wir haben auch viele ostdeutsche Schauspieler in der Besetzung, um das Lokalkolorit zu erhöhen. Aber es soll gefühlt gesamtdeutsch bleiben.
Felix Eitner, Sie haben von 2006 bis 2009 einen Schweriner „Polizeiruf 110“-Ermittler gespielt, an der Seite von Uwe Steimle. Ihr jetziger Hauptkommissar Paul Kleinert ist aber ein ganz anderer Typus?
Eitner Total. Es sind verschiedene Formate. Die zentrale Frage bei allen Figuren, die ich spiele, ist für mich, wie der Mensch ist und warum er diesen Beruf gewählt hat.
Ihr Schweriner Kommissar Tellheim hatte etwas Melancholisches.
Eitner Ja, und er war eher ein Eigenbrötler. Dabei war er sehr straight und konnte autark leben, ohne viel Anerkennung zu benötigen. Aber die Vorgaben waren eben ganz andere: doppelt so viel Zeit für die Geschichten, und es konnte auch Blut fließen. In „Alles Klara“ geht es darum, wie eine kleine Kriminalgeschichte erzählt wird, wie die Figuren miteinander umgehen und ob man auch mal lachen kann. Es gibt viel mehr Zuspitzungen, weniger Realismus als im „Tatort“ oder „Polizeiruf“.
Vielleicht gibt es ja die Parallele, dass Sie in Schwerin ihren Kollegen zur Ordnung rufen mussten und in „Alles Klara“ ihre übereifrige Sekretärin?
Eitner Die waren beide blond.
Hegenbarth Wir tragen auch beide den gleichen Scheitel, glaube ich. (lachen)
Ist „Alles Klara“ die erste Krimierfahrung für Sie, Frau Hegenbarth?
Hegenbarth Zumindest ist es mein erstes „Crime & Smile“-Format, wie es so schön heißt.
Sie führen wunderbare Wortgefechte. Haben Sie Einfluss auf die Drehbücher?
Hegenbarth Wir haben von Anfang an versucht, eine Beziehung aufzubauen. Es ist ja nicht einfach, so ein neues Produkt aus der Taufe zu heben. Wie soll es sein, wie sollen die Figuren aussehen? Und durch die gemeinsame Arbeit sind wir zu diesem Tonfall gekommen oder zu dieser Temperatur, die das Format jetzt hat.
Eitner Die Bücher der ersten Staffel von Jürgen Werner und Michael Baier haben schon klar eine Richtung vorgegeben, mit tollen Dialogen. Aber im Ablauf der Geschichten gibt es manchmal Stellen, bei denen als Lösung ein Hase aus dem Hut gezaubert wird. Das haben wir benannt und versucht, anders zu gestalten. Bei der Dialoganpassung geht es darum, dass die Sache eine Direktheit und Einfachheit kriegt und damit Witz.
Wie gehen Sie mit dem festgelegten Aufbau der Vorabendserie um?
Hegenbarth Das hat das Serielle eben an sich. Man muss zusehen, dass man sich selbst und den Kollegen nicht auf den Wecker geht und trotzdem das Konzept anerkennt.
Es ist immer wieder schön, wie die schlagfertige Klara auf ihren verträumten, Vieles sublimierenden Chef trifft.
Eitner Verträumt? Das ist ja eine ganz neue Farbe.
Hegenbarth Doch, man holt dich manchmal von irgendwo her.
Eitner Er neigt zum Philosophischen, das stimmt.