Kino: „Das Ende der Sterne“
: So ist der neue Film von Ridley Scott

Der britische Regisseur, bekannt für bombastische Filme, bringt das Endzeitdrama „Das Ende der Sterne“ ins Kino. Es kommt überraschend sanftmütig daher, mit wenig Action, fantastischen Landschaftspanoramen und einer zarten Liebesgeschichte.
Von
Martin Schwickert
Los Angeles
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Kinostart - „Das Ende der Sterne“: HANDOUT - 21.05.2025, ---: Jacob Elordi (l) als Hig und Margaret Qualley als Cima in einer Szene aus dem Film «Das Ende der Sterne» (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 27.08.2026 in die deutschen Kinos. (zu dpa-Kinostarts) Foto: Fabio Lovino/20th Century Studios/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Jacob Elordi (li.) als Hig und Margaret Qualley als Cima in „Das Ende der Sterne“

Fabio Lovino/20th Century Studios/dpa
  • Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“ zeigt ein sanftes Endzeitdrama mit Naturpanoramen.
  • Hig und Bangley überleben 2035 auf einem Flugplatz, Denver liefert Vorräte und Treibstoff.
  • Ein Funkspruch führt Hig zu Pops und Cima – eine vorsichtige Liebesgeschichte beginnt.
  • Der Film setzt auf wenige Action-Szenen und fokussiert innere Konflikte der Figuren.
  • Mit Jacob Elordi, Margaret Qualley und Josh Brolin, Laufzeit 118 Minuten, ab 16 Jahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

So idyllisch wie zu Beginn von Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“ hat die postapokalyptische Welt im Kino noch nie ausgesehen. Raubvögel kreisen am Himmel. Die Kamera fliegt mit ihnen über die wildschöne Berglandschaft Colorados, die sich zu einem grünen Tal hin öffnet. Am Rande der Wiese stehen verrostete Sportflugzeuge, die von einer vergangenen, menschlichen Zivilisation zeugen.

Man schreibt das Jahr 2035. Der größte Teil der Menschheit wurde vor zehn Jahren von einem tödlichen Virus dahingerafft. Der Flugzeugmechaniker Hig (Jacob Elordi) gehört zu den wenigen Überlebenden der Pandemie. Zusammen mit dem früheren US-Soldaten Bangley (Josh Brolin) lebt er auf einem kleinen Privatflugplatz irgendwo im Nirgendwo, wo sie über Wasser, Strom und ein beträchtliches Waffenarsenal verfügen. Mit seiner alten Cessna fliegt Hig alle paar Wochen hinüber nach Denver. In der menschenleeren Stadt, in der das tödliche Chaos der Pandemie noch deutlich sichtbar sind, sammelt er Lebensmittel, Medikamente und Sprit aus den Ruinen.

In dem Haus, das er einst bewohnte, leben nur noch die Erinnerung an das glückliche Leben mit seiner Ehefrau, die hochschwanger dem Virus zum Opfer fiel. In die Trauer mischt sich die Sehnsucht auf ein Leben jenseits der postapokalyptischen Isolation. Bangley hingegen scheint sich in dieser Situation bestens eingerichtet zu haben. Mit militärischem Pragmatismus und pessimistischen Menschenbild hat er den Überlebenskampf zur täglichen Routine gemacht.

Kinostart - „Das Ende der Sterne“: HANDOUT - 30.04.2025, ---: Jacob Elordi als Hig und Jasper in einer Szene aus dem Film «Das Ende der Sterne» (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 27.08.2026 in die deutschen Kinos. (zu dpa-Kinostarts) Foto: Fabio Lovino/20th Century Studios/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Immer auf der Hut: Jacob Elordi als Hig und Jasper

Fabio Lovino/20th Century Studios/dpa

Als Hig bei einem Flug einen verrauschten Funkspruch auffängt, beschließt er dem Ruf zu folgen und ins Ungewisse zu fliegen. Nach einer Bruchlandung findet er sich auf dem abgelegenen Hof von Pops (Guy Pearce) wieder, der dem Fremden mit höchstem Misstrauen begegnet, während seine Tochter Cima (Margaret Qualley) den Besucher als Abwechslung zur familiären Zweisamkeit interessiert begrüßt.

Drei Action-Sequenzen müssen dieses Mal reichen

Von „Mad Max“ über „Die Tribute von Panem“ bis zu „28 Days Later“ und „A Quiet Place“ – die Filmgeschichte ist voll von postapokalyptischen Dystopien. Wie sieht die Welt nach ihrem Untergang aus und wie verhalten sich die Menschen nach dem Ende der Zivilisation? Diese Fragen wurden im Kino oft in Form von pessimistischen Sittengemälden und actiongeladenen Survival-Szenarien beantwortet. Altmeister Ridley Scott und sein Drehbuchautor Mark L. Smith („The Revenant”), die hier den Roman von Peter Heller auf die Leinwand bringen, gehen mit „Das Ende der Sterne“ einen anderen Weg. Souverän wirft der Film den Genre-Ballast ab und kümmert sich allein um seine eigene Geschichte.

Überraschend sanftmütig kommt diese postapokalyptische Story daher, die sich auf die inneren Konflikte der Figuren konzentriert. Drei pointierte Action-Sequenzen reichen aus, um dem Etikett des Survival-Thrillers gerecht zu werden. Zwei Besuche im verwüsteten Denver machen kurz und prägnant das Ausmaß der endzeitlichen Zerstörung sichtbar. Der Großteil der Handlung ist in der intakten Natur angesiedelt, deren überzeitliche Faszination in fantastischen Landschaftspanoramen eingefangen wird. Deren Weite steht im wirkungsvollen Kontrast zu der intimen Perspektive, aus der heraus „Das Ende der Sterne“ sein postapokalyptisches Sujet beleuchtet und Fragen aufwirft, welche in diesem Genre selten gestellt werden. Nach den Trauer-, Verlust- und Schuldgefühlen der Überlebenden, den Folgen von Isolation, der Verrohung im Überlebenskampf, der scheinbaren Unmöglichkeit von Hoffnung und Vertrauen auf einen Neuanfang. Ohne ins Lebensphilosophische zu verfallen, verhandelt Scott diese Fragen innerhalb des Beziehungsgeflechtes seiner Figuren und einer vorsichtig, aufkeimenden Liebesgeschichte.

Schauspiel-Stars Jacob Elordi und Margaret Qualley

Mit Jacob Elordi und Margaret Qualley hat er hierfür zwei der interessantesten Stars ihrer Generation unter Vertrag genommen. Der australische Schauspieler Elordi hat sich über die höchst erfolgreiche TV-Serie „Euphoria“ den Weg ins Kino gebahnt. In „Priscilla“ (2023) spielte er mit beträchtlichem Charisma Elvis Presley, in Guillermo del Toros „Frankenstein“ (2025) stieg er als gepeinigte Kreatur in die Schuhe von Boris Karloff und in der Neuverfilmung von „Wuthering Heights“ tauchte er als Heathcliff in die Tiefen toxischer Männlichkeit. In „Das Ende der Sterne“ lässt er nun alle schauspielerischen Extreme hinter sich und arbeitet die sanften Seiten seiner Figur heraus, die sich allmählich aus ihrer äußeren und inneren Isolation befreit.

Und auch Qualley, die sich während der letzten Jahre in exzentrischen Rollen in „The Substance“ (2024) oder Ethan Coens queerem Roadmovie „Drive-Away Dolls“ (2024) ausleben konnte, zeigt im Rahmen dieser wohltemperierten Lovestory andere Seiten. Für die Exzentrik hingegen ist die fabelhafte „West Wing“-Veteranin Allison Janney zuständig, die mit einem Kurzauftritt als diktatorische Stewardess eben mal die Abgründe der Menschheit im postapokalyptischen Zeitalter aufreißt.

Neu im Kino

„Das Ende der Sterne“: USA, Großbritannien 2026. Regie: Ridley Scott. Mit Jacob Elordi, Margaret Qualley, Josh Brolin. 118 Minuten, ab 16 Jahren.