Landespreis für Kunst: Ulla von Brandenburg möchte „die Macht möglichst weit reduzieren“

Ulla von Brandenburg erhält den Landespreis für Bildende Kunst (Baden-Württemberg) 2027.
Helge Mundt Hamburg- Ulla von Brandenburg erhält den Landespreis für Bildende Kunst 2027 in Baden-Württemberg.
- Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert – Verleihung am 18. Juli 2027 in Bernau.
- Sie verbindet in ihren Installationen Impulse aus Museum, Theater, Folklore und Performance.
- „Man braucht keine Kunst für immer“, sagt sie; Macht wolle sie in der Lehre reduzieren.
- Zur Preisverleihung entsteht im Hans-Thoma-Kunstmuseum eine Ausstellung mit Publikation.
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Die Entscheidung darf aufgrund einer zeitlichen Nähe überraschen. Die an der Kunstakademie Karlsruhe lehrende Installationskünstlerin Ulla von Brandenburg, 2022 mit dem mit 20.000 Euro dotierten und mit einer ortsbezogenen Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart verbundenen Sparda-Kunstpreis Kubus geehrt, erhält den Landespreis für Bildende Kunst 2027 des Landes Baden-Württemberg.
„Man braucht keine Kunst für immer“, sagt Ulla von Brandenburg. 1974 in Karlsruhe geboren, wird sie seit Jahren für ihre sinnlichen Erlebnisräume international gefeiert. Dabei agiert sie in Museen wie in Theatern. Impulse aus der Kunst- und Bühnenkunstgeschichte, aus Folklore, Gesang, Theater und Zirkus, Tanz und Architektur, Film, Performance und Literatur verbinden sich zu eigenen temporären Bezugswelten. In Stuttgart hatte hatte Ulla von Brandenburg schon vor dem Sparda Kunstpreis Kubus herausragende Auftritte – sie glänzte mit ihrem Beitrag zur Ausstellung „Moved by Schlemmer“ in der Staatsgalerie Stuttgart und mit dem von ihr gestalteten 3. Aufzug in der Neuproduktion von Richard Wagners „Walküre“ für die Staatsoper Stuttgart.
Neşe Erikli (Grüne), neue Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sagte denn auch über Ulla von Brandenburg: „Ihre Werke laden nicht nur zum Staunen ein, sondern auch zum Nachdenken. Sie hinterfragt Gewohntes und eröffnet neue Perspektiven auf unser Zusammenleben.“ Und Erikli betonte: „Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen steht, brauchen wir Kunst, die Menschen bewegt, Debatten anstößt und den Dialog stärkt. Baden-Württemberg steht für diese Freiheit der Kunst und fördert sie mit Überzeugung.“
Verleihung am 18. Juli 2027 in Bernau
Und wie sieht Ulla von Brandenburg selbst ihre Kunst? „Nichts ist fix, als Idee, sondern es beantwortet Fragen“, sagte sie 2022 als Gast der Dialogreihe „Über Kunst“ unserer Zeitung in der Staatsgalerie Stuttgart. Und bezogen auf ihr Verständnis ihrer Professorinnen-Rolle an der Karlsruher Akademie: „Ich möchte die Macht möglichst weit herunterreduzieren.“
Kein Landespreis ohne feierliche Preisverleihung - diese findet am 18. Juli 2027 in Bernau im Schwarzwald statt. Das Badische Landesmuseum und die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden organisieren und betreuen aus Anlass der Verleihung im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin im Hans-Thoma-Kunstmuseum. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.