Lauren Bacall ist tot
: Die Frau, die Bogart zähmte

Sie war der Inbegriff der Hollywood-Diva der 1940er Jahre: Lauren Bacall. Die Schauspielerin und der viele Jahre ältere Humphrey Bogart waren bis zu seinem Tod ein Paar. Jetzt starb Bacall im Alter von 89 Jahren an einem Schlaganfall.
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the/dpa
Stuttgart
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  • Eine filmreife Geschichte: 1944 entdeckt der Hollywood-Regisseur Howard Hawks auf dem Titel einer Zeitschrift die 19-jährige Betty Joan Perske, ändert ihren Namen in Lauren Bacall und engagiert sie im Hauruckverfahren für die weibliche Hauptrolle der Hemingway-Verfilmung "To Have and Have Not". Ihr männlicher Gegenpart: der berühmte Humphrey Bogart.

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  • Nicht erst seit dem Film "Casablanca", der ihm eine Oscarnominierung einbringt, ist Bogart ein Star. Der Schauspieler hat eine bewegte Vergangenheit: bereits drei Ehen hat Bogart hinter sich, als er Bacall trifft.

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  • Bacall und Bogart sind sofort voneinander angezogen: Genauso wie das Publikum ist "Bogie", der übrigens 25 Jahre älter ist, fasziniert von "The Look", wie die schöne Bacall wegen ihres ausdrucksstarken Blicks von den Medien genannt wird.

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  • Kaum ein Jahr später heiraten die beiden. Für drei weitere Filme stehen "Bogie" und "Baby", wie Humphrey Lauren liebevoll nennt, vor der Kamera.

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  • Zwei Kinder bekommt das Paar: Stephen (Bild) wird 1949 geboren, seine Schwester Leslie kommt 1952 zur Welt.

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  • Als Bogart 1957 an Kehlkopfkrebs stirbt, ist Lauren Bacall mit gerade einmal 33 Jahren Witwe. Die Ehe dauerte nur elf Jahre. Auf die Frage, ob sie einsam sei, antwortet sie viel später: "Ich war elf Jahre glücklich. Das reicht für ein ganzes Leben." Nach Bogarts Tod lebt Lauren Bacall zunächst sehr zurückgezogen, bis sie Mitte der 1960er ein Comeback am Broadway feiern kann.

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  • Lauren Bacalls (links, mit Frank Sinatra und Kim Novak) zweite Ehe mit dem Schauspieler Jason Robards, den sie 1961 heiratete, geht nach acht Jahren in die Brüche.

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  • Im reiferen Alter findet Lauren Bacall ihren Weg zurück auf die Kinoleinwände. 1974 ist sie in dem Agatha-Christie-Klassiker "Mord im Orient-Express" zu sehen. Bewundernswert fit spielt Bacall 2003 in Lars von Triers "Dogville" an der Seite von Nicole Kidman.

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  • Zunehmend engagiert sie sich vor allem in kleineren, avantgardistischen Produktionen, denen aber ein Millionenpublikum, das sie von ihren früheren Filmen gewohnt ist, versagt bleibt. Schrecken kann das die erfahrene Bacall nicht.

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  • Noch 2007 ist die Amerikanerin auf der Berlinale zu Gast und schäkert mit tiefer Stimme und ihrem kühl-zurückhaltenden Lächeln mit Journalisten und Fotografen. 2009 bekommt sie einen Ehrenoscar für ihr Lebenswerk.

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Sie war der Inbegriff der Hollywood-Diva der 1940er Jahre: Lauren Bacall. Die Schauspielerin und der viele Jahre ältere Humphrey Bogart waren bis zu seinem Tod ein Paar. Jetzt starb Bacall im Alter von 89 Jahren an einem Schlaganfall.

Stuttgart - Lauren Bacall war gerade 19, als sie dem damals 44-jährigen Humphrey Bogart auf dem Set ihres ersten Spielfilms begegnete. „Haben Sie mal Feuer?“, war der berühmte Satz in der Anfangsszene von „Haben und Nichthaben“ (1944), mit dem sie ihre Filmkarriere begann und das Herz des „Casablanca“-Stars entflammte. Jung, verführerisch, mit grünen Augen und Whiskey-Stimme wurde sie seine letzte große Liebe. Der Ehe von „Bogie und Baby“ waren nur elf Jahre beschieden. Bogart starb im Januar 1957 an Kehlkopfkrebs. Jetzt ist Bacall gestorben, 57 Jahre später.

Sie sei am Dienstag „friedlich“ in ihrem Appartement in New York gestorben, teilte die Organisation „Bogart Nachlass“ unter Berufung auf die Familie der Schauspielerin mit. Mit „tiefer Trauer, aber auch großer Dankbarkeit für ihr erstaunliches Leben“ werde ihr Tod bekanntgegeben. Bacall wurde 89 Jahre alt. „Jetzt haben wir die großartige Lauren Bacall verloren“, schrieb Schauspielerin Mia Farrow (69) am Dienstag in einem Tweet. „Ruhe in Frieden liebe Betty“.

Als Betty Joan Perske war die Tochter eines Verkäufers und einer Sekretärin jüdischer Abstammung 1924 in New York auf die Welt gekommen. Dort studierte sie auch Schauspiel, bis Hollywood - und Bogart - die herbe Schönheit für sich entdeckte.

Nach der Hemingway-Verfilmung „Haben und Nichthaben“ („To Have and Have Not“) drehte sie mit Bogart noch weitere drei Filme, die Krimis „Tote schlafen fest“ (1946) ebenfalls unter Hawks Regie, „Das unbekannte Gesicht“ im Jahr darauf und den John-Huston-Klassiker „Gangster in Key Largo“ (1948).

Vielseitig und mit komischem Talent

Anfangs versuchten Produzenten noch, Bacall den Stempel des coolen Sex-Symbols aufzudrücken. Mit dem Comedy-Kassenschlager „Wie angelt man sich einen Millionär“ (1953) mit Marilyn Monroe, in „Harper“ (1966) neben Paul Newman und in „Mord im Orient Express“ (1974) überzeugte sie auch die letzten Zweifler von ihrer Vielseitigkeit.

John Wayne bekam sie für seinen letzten Film „The Shootist“ (1976), und Peter Ustinov gewann sie für „Rendezvous mit einer Leiche“ (1987). Fernsehzuschauer sahen Bacall neben Gregory Peck in „The Portrait“ (1992) und mit Alec Guinness in dem TV-Film „Auf fremdem Felde“.

Eine weitere Charakterrolle besetzte sie in der Liebeskomödie „Liebe hat zwei Gesichter“ (1996) neben Barbra Streisand. Dafür gewann sie ihre einzige Oscar-Nominierung. Doch der Nebenrollen-Oscar ging an Juliette Binoche für „Der englische Patient“ Nach Bogarts frühem Tod war Bacall nach New York zurückgegangen. Dort wurde sie häufig auf dem Broadway gefeiert. Für ihre Darstellung in „Applause“, der Bühnenversion eines Betty-Davis-Films, und der Komödie „Woman of the Year“ wurde sie 1970 und 1981 mit je einem Tony-Preis belohnt.

Bacall zog drei Kinder groß. Mit Bogart hatte sie einen Sohn und eine Tochter, aus ihrer kurzen Ehe mit dem Schauspieler Jason Robards stammt ein Sohn.

Auch mit ergrauten Haaren trat die Schauspieler in den letzten Jahren noch vor die Kamera. Mit Nicole Kidman war sie 2003 in dem Thriller „Dogville“ zu sehen, in Paul Schraders „The Walker“ (2007) spielte sie eine ältere Dame, die die Begleitung eines homosexuellen Gigolos schätzt.

Als Bacall mit 85 Jahren einen Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk in Empfang nahm, stemmte sie die glänzende Trophäe mit einem lautstarken „Ja“ in die Luft. Dann dankte sie Regisseur Howard Hawks, dass er sie als blutjunge Schauspielerin mit Bogart zusammenbrachte. „Das war mein großes Glück, denn er (Bogart) war nicht nur ein wunderbarer Schauspieler, sondern auch ein außergewöhnlicher Mann, der mein Leben veränderte“. Mit ihrem frech-charmanten Witz endete Bacall ihre Rede, dass sie froh sei, überhaupt noch zu leben. „Das hat einige von euch sicher überrascht“, frotzelte der Star vor versammelter Oscar-Prominenz. Sie denke noch lange nicht daran zu gehen.