Neu im Kino: „Mutiny“
: Prügelknabe auf Weltklasseniveau

Der Brite Jason Statham hat sich als Action-Held einen Namen gemacht. Mit Faust und Zornesfalte im Gesicht adelt er nun Jean-François Richets Reißer „Mutiny“.
Von
Kathrin Horster
Los Angeles
Kinostart - „Mutiny“

„Mutiny“ mit Jason Stathom

dpa/Lionsgate/Dan Smith
  • Actionfilm „Mutiny“ mit Jason Statham: Ex-Polizist Cole Reed gerät in eine Verschwörung.
  • Nach dem Mord an seinem Chef in Bangkok flieht Reed auf ein Containerschiff.
  • Dort entdeckt er Menschenschmuggel und verbündet sich mit Offizierin Angie Ellis – gegen Kapitän Madsen.
  • Die Story bleibt schlicht, doch die Inszenierung setzt auf harte, handwerklich präzise Action.
  • Statham prägt den Film mit Stunts und kompromissloser Brutalität, Romantik bleibt außen vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Mutiny“ bedeutet übersetzt „Meuterei“, so der Titel des neuesten Actionreißers, in dem sich der Brite Jason Statham durch eine höhere zweistellige Anzahl von Gegnern prügelt. Wer das für eine Kleinigkeit hält, weil die körperlich fordernde Arbeit am Set ohnehin von Stuntmen oder vielleicht schon bald von KI-Phantomen erledigt wird, irrt im Fall von Statham gewaltig. Im ersten Teil der „Expendables“-Reihe mit knallhart aufgepumpten Kollegen wie Sylvester Stallone, Dolph Lundgren oder Arnold Schwarzenegger an seiner Seite lehnte sich Jason Statham 2010 höchstpersönlich während eines Sturzfluges aus der Luke eines Flugzeugs.

Ganz so rasant sind die Stunts in Stathams aktuellem Abenteuer von Regisseur Jean-François Richet vielleicht nicht mehr, man staunt dennoch, wie gelenkig der 59-Jährige Hindernisse überspringt, sich allein mit der Kraft seiner Fingerkuppen im Inneren eines Rohrs an den Wänden festklemmt oder seine Faust auf die Schädel und Jochbeine seiner Gegner einhämmern lässt, als spiele er eine Etüde von Bach.

Erfolgreichster britischer Darsteller, noch vor Daniel Craig

Stathams kompakte Physis hat ihm Weltruhm eingebracht, der Kinobranche spülte er seit dem Jahr 2000 mehr als sechs Milliarden US-Dollar in die Kassen, wodurch er sich an die Spitze der erfolgreichsten britischen Darsteller setzte; noch vor seinem Kollegen Daniel Craig, der mit seiner bodenständigen Bond-Interpretation die Massen zog.

Man muss all das ins Feld führen, wenn man über „Mutiny“ reden will, weil Jean-François Richet ohne Stathams Nimbus als Action-Kante aufgeschmissen, sein Film nicht der Rede wert wäre.

Der handelt vom britischen Ex-Polizisten Cole Reed (Statham), der nach dem Tod seines Vaters und Problemen in seiner Behörde als Personenschützer nach Bangkok flüchtet, wo er Tibu Campallo (Ramon Tikaram), den CEO eines Frachtunternehmens, und dessen Familie betreut. Als Campallo nach einer Firmenparty in Reeds Auto von Polizisten erschossen wird, hängen ihm die Behörden den Mord an. Um die Hintergründe des Attentats aufzuklären, schmuggelt sich Reed auf ein Containerschiff seines ermordeten Bosses, wo er nicht nur auf geschmuggelte Menschen, sondern auch auf die Schiffsoffizierin Angie Ellis (Annabelle Wallis) trifft, die wie Reed einer Intrige des Kapitäns Marko Madsen (Roland Møller) auf die Schliche gekommen ist. Bald wird klar, dass auch Campallos Sohn Kameron (Chaneil Kumar) in die Affäre verwickelt ist.

Handwerk auf hohem Niveau

Viel mehr Plot muten die Autoren Lindsey Michel und J.P. Davis dem Publikum nicht zu, scheitern aber schon an der Hürde, dieses Wenige plausibel auszuformulieren. Die Logiklöcher und papierdünne Figurenpsychologie füllt Statham mit einer fest getackerten Zornes- und Sorgenfalte auf seiner Stirn.

Und mit fast demütiger Freundlichkeit, die im krassen Gegensatz steht zur kompromisslosen Brutalität seiner Figur, die mit Messern, Haken, Harpunen, diversen Handfeuerwaffen und einer Axt Gesichter und Körper ihrer Gegner zerschlitzt, durchbohrt, zerballert und zertrümmert, als zermatsche sie bloß zum Spaß überreife Wassermelonen. Richet gönnt seinem Helden nicht einmal den Anflug romantischer Gefühle; die attraktive Offizierin Angie Ellis ist mit dem Kopf nur bei der von ihr entfremdeten Tochter und hat nach der Erfahrung einer hässlichen Scheidung offenbar die Nase voll von Männern. Das Duo vereint sich zweckgebunden im Überlebenskampf und geht unbeeindruckt voneinander wieder getrennte Wege. Hau drauf, sonst tut’s ein anderer!, lautet die Pointe des Films. Dass Statham dieses Handwerk auf hohem Niveau beherrscht, lässt sich nicht leugnen.

Neu im Kino

„Mutiny“: USA 2026. Regie: Jean-François Richet. Mit Jason Statham, Annabelle Wallis. 94 Minuten. Ab 18 Jahren.