Popevent auf dem Hockenheimring
: Warum wurden Alphaville beim Glücksgefühle-Festival ausgeladen?

Die Band Alphaville sollte beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring neben David Guetta, Ayliva und SDP auftreten. Doch der Veranstalter hat den Auftritt der „Forever Young“-Band abgesagt. Was sagt die Band? Was sagt der Veranstalter?
Von
Gunther Reinhardt
Hockenheim
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14.04.2025, Stuttgart: Alphaville gibt in der Liederhalle in Konzert. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Marian Gold bei einem Auftritt seiner Band Alphaville im Februar 2025 in Stuttgart

Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Veranstalter sagte den Auftritt von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring ab.
  • Begründung laut Band: Auf der Bühne seien „keine politischen Themen oder Äußerungen“ erlaubt.
  • Sänger Marian Gold kritisierte dies als „Maulkorberlass“ und sprach von Einschränkung der Freiheit.
  • Alphaville betonen Einsatz für Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie – Stellungnahme angefragt.
  • Das Festival findet seit 2023 auf dem Hockenheimring statt, Organisatoren sind Markus Krampe und Lukas Podolski.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Band Alphaville ist weniger für politische Statements als für Hits wie „Big in Japan“ und „Forever Young“ bekannt. Diese stammen zwar aus den 1980er Jahren, sind aber immer noch ständig im Radio zu hören. Deshalb sollte die Band auch beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring neben Acts wie David Guetta, Zartmann, Ayliva oder SDP auftreten. Sollte. Denn der Auftritt wurde abgesagt. Nicht von der Band, sondern vom Veranstalter. Das haben Alphaville über ihren Instagram-Account bekanntgegeben.

Alphaville: Maulkorberlass wie in Diktaturen

Bandgründer Marian Gold ist wütend und spricht dort von einem „Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen“. Der Veranstalter habe den am Freitag geplanten Auftritt von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival mit einer Begründung abgesagt, „die uns einigermaßen fassungslos macht“, schreibt Gold auf Instagram und zitiert den Veranstalter, der der Band mitgeteilt haben soll, dass er „keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art“ auf der Bühne dulde: „Aus diesem Grund möchten wir von einem Auftritt von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival Abstand nehmen“, so laut Gold die Veranstalter-Begründung. Organisatoren des Festivals, das seit 2023 auf dem Hockenheimring stattfindet, sind der Musikmanager Markus Krampe und der ehemalige Fußballspieler Lukas Podolski.

Alphaville-Sänger Marian Gold schreibt weiter: „Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschland angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd.“ Alphaville, so Gold, würden sich für Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie einsetzen. „Dieser feindselige und vollkommen unnötige Akt lässt tief blicken, was das Demokratie- und Weltverständnis der Verantwortlichen des Glücksgefühle-Festivals betrifft.“

Alphaville haben sind in der Vergangenheit immer wieder für die Diversität, Toleranz und die Rechte der LGTBQ-Community eingesetzt. Die Band distanziert sich von rechtsextremen und rechtspopulistischen Positionen, untersagte zum Beispiel der AfD die Nutzung ihrer Musik. Gold zeigte sich auch entsetzt, als Donald Trump den Alphaville-Hit „Forever Young“ in einem KI-Video verwendete.

Veranstalter: Verhalten von Alphaville ist inakzeptabel

Die Veranstalter kontern in einer Stellungnahme: „Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel.“ Sie betonen: „Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.“ In der Erklärung heißt es: „Das Glücksgefühle-Festival ist komplett unpolitisch – und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung.“

Zum Hintergrund der aktuellen Auftrittsabsage erklären die Veranstalter: „Wir hatten Alphaville in diesem Jahr bereits bei zwei anderen Veranstaltungen zu Gast. Bei der ersten Veranstaltung kam es vonseiten der Band zu zahlreichen politischen Äußerungen von der Bühne. Deshalb haben wir im Vorfeld des zweiten Auftritts sehr deutlich kommuniziert, dass wir dies bei unseren Veranstaltungen nicht möchten.“ Bei diesem zweiten Auftritt sei diese Vorgabe dann auch eingehalten worden.

Festival versteht sich als unpolitisch

„Uns geht es dabei ausdrücklich nicht um die politische Haltung von Marian Gold oder Alphaville und auch nicht darum, jemandem seine persönliche Meinung abzusprechen“, schreiben die Veranstalter: „Es geht ausschließlich darum, welchen Rahmen wir als Veranstalter für unsere Veranstaltungen und unsere Bühnen setzen.“ Weiter heißt es in dem Statement: „Wir möchten den Menschen ein Wochenende ermöglichen, an dem sie den Alltag hinter sich lassen, abschalten und einfach eine gute Zeit haben können.“ Deshalb habe man darum gebeten, politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen. „Darauf konnten wir uns mit Alphaville letztlich nicht einigen, weshalb es nicht zu einem Auftritt gekommen ist“, erklärt die Veranstalter.