STZ+STZ+Stuttgarter Balletttänzerin Daiana Ruiz
: Drei Paar Spitzenschuhe verschleißt sie pro Woche

Was macht der Hammer in der Tasche der Tänzerin? Vor der Premiere des neuen Ballettabends „Shades of Blue and White“ des Stuttgarter Balletts gibt die Solistin Daiana Ruiz überraschende Einblicke in den Umgang mit ihrem wichtigstem Arbeitsmittel – dem Spitzenschuh.
Von
Andrea Kachelrieß
Stuttgart
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  • Nähen, hämmern, kleben: Knapp eine Stunde Handarbeit braucht die Ballerina Daiana Ruiz, bis ihre Füße und ein neues Paar Spitzenschuhe zusammenpassen.

    Lichtgut/Zophia Ewska
  • Daiana Ruiz öffnet für uns ihre Ballerinentasche.

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  • Bevor ein neues Paar Spitzenschuhe zum Einsatz kommt, braucht es viel Handarbeit. Zuerst löst Daiana Ruiz die eingeklebte Sohle.

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  • Die hinter Hälfte schneidet die Solistin beherzt ab, so sitzt der Schuh für sie besser.

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  • Anschließend hämmert Daiana Ruiz die aus Gips geformte Spitze des Schuhs so in Form, dass sie gut zur Anatomie ihres Fußes passt.

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  • Nach dem Hämmern wird der Schuh weich getreten.

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  • Die Kappe eines Schuhs näht die argentinische Solistin mit Knopflochstichen ab.

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  • So entsteht eine Fläche, die mehr Halt bietet.

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  • Kurzer Test zur Demonstration: Die Naht sitzt. Auch alle Bänder muss Daiana Ruiz selbst annähen, damit der Schuh wirklich eng am Fuß hält.

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  • Bevor die Füße in die Schuhe gehen, schützt Daiana Ruiz wunde Stellen mit Pflastern. Blasen, offene Stellen und abgestorbene Nägel gilt es zu verhindern.

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  • Die Kappe des Schuhs hat die argentinische Solistin zuvor mit einem Stück Mull gepolstert.

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  • Sieht gut aus, aber vor allem nach der Sommerpause und langen klassischen Vorstellungen weiß die Ballerina: Ohne Schmerzen geht es nicht.

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  • Bis ein neues Paar Schuhe einsatzbereit ist, braucht Daiana Ruiz 45 Minuten Handarbeit.

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  • Ist die Ledersohle schmutzig, säubert sie die Solistin mit einer Drahtbürste.

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  • Jeder Schuh, den das Theater für sein Ensemble ordert, ist individuell angefertigt und trägt den Namen der Tänzerin auf der Sohle.

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  • Vor dem Einsatz im Ballettsaal werden die Schuhe nochmals weichgeknetet.

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  • Spitzenschuhe wurden im 18. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Als erste Tänzerin auf Spitze gilt die Französin Genevieve Gosselin, die 1813 in entsprechenden Schuhen tanzte. Die berühmte Ballerina Marie Taglioni benutzte sie 1832 in „La Sylphide“.

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  • Scheinbar schwebend tanzen: Spitzenschuhe machen es möglich – belasten aber den Fuß extrem. Schlecht passende oder abgenutzte Schuhe erhöhen das Risiko für Verletzungen und Deformationen des Skeletts.

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  • Die ehemalige Tänzerin Magdalene Dziegielewska kümmert sich darum, dass der Nachschub an Spitzenschuhen nie abreißt. Für jede Tänzerin hält sie einen entsprechenden Vorrat vor.

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  • Daiana Ruiz mit Spitzenschuh auf der Bühne – als Kaiserin Sissi in „Mayerling“

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