„Tatort"-Kritik „Murot und das 1000-jährige Reich“
: Alt-Nazi mit Schnappatmung

Wir haben gesehen: „Murot und das 1000-jährige Reich“ mit dem großartigen Ulrich Tukur in einer Doppelrolle.
Von
Tom Hörner
Stuttgart
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  • Der Wind hat sich gedreht: von Strelow (Ludwig Simon, li.) nimmt Sonderermittler Rother (Ulrich Tukur) in die Zange.

    HR/Bettina Mueller
  • Soldat Rudi (Florian Appelius) zuckt zusammen. Der Daimler streikt und dieses britische Kampfflugzeug macht es auch nicht mehr lange.

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  • Kommissar Rother (Ulrich Tukur) bleibt nichts anderes übrig, als den gestrandeten Wagen von Schmied Lobus (André Meyer) ins nahe Dorf schleppen zu lassen.

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  • Rother (Ulrich Tukur, li.) und Hagen von Strelow (Ludwig Simon) müssen ein paar Tage in dem Dorf bleiben – bis der Schmied den Wagen wieder flott gemacht hat.

    HR/Bettina Mueller
  • Wirtin Clara Breuninger (Imogen Kogge, Mitte) und ihre Küchenhelferin Else Weiß (Barbara Philipp) sind nicht die einzigen, die mit dem Vollblut-Nazi Hagen von Strelow (Ludwig Simon) ein Problem haben.

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  • Waltraud Lobus (Viola Hinz), die Tochter des Schmieds, hat den toten britischen Piloten (Kevin Silvergieter) entdeckt.

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  • Schmied Lobus (André Meyer, sitzend) weiß wohl mehr, als er Rother (Ulrich Tukur) zu sagen bereit ist.

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  • Der geschasste Akademiker Bernhard Tabler (Cornelius Obonya) und Gerda Lobus (Melanie Straub), die Gattin des Schmieds, haben ein inniges Verhältnis.

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  • Dorfbewohnerin Else Weiß (Barbara Philipp) muss dem Polizisten Rother bei der Obduktion des britischen Piloten (Kevin Silvergieter) zur Hand gehen.

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  • Noch gibt Rother (Ulrich Tukur), assistiert von Dorfbewohnerin Else Weiß (Barbara Philipp), Hagen von Strelow (Ludwig Simon) die Anweisungen.

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  • Der einzige Überlebende eines Gefangenenkonvois ist der Gefangene selbst: der Polizist Rother (Ulrich Tukur, li.) will von Balthasar Herold (Marius Ahrendt) wissen, was es mit diesem Stück Papier auf sich hat.

    HR/Bettina Müller
  • Ermittlungen auf eigene Faust: Hagen von Strelow (Ludwig Simon) fragt Balthasar Herold (Marius Ahrendt, li.), wie diese Waffe in dessen Zimmer kam.

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  • Auch dem Postbeamten Karl (Gerd Lohmeyer, re.) setzt der Parade-Nazi von Strelow (Ludwig Simon) zu.

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  • Und ist dabei nicht gerade zimperlich.

    HR/Bettina Mueller
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Was taugt „Murot und das 1000-jährige Reich“. Der neue „Tatort“ aus „Wiesbaden“ im Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Murot (Ulrich Tukur) und seine Assistentin Wächter (Barbara Philipp) warten am Frankfurter Flughafen auf die Auslieferung des Alt-Nazis Hagen von Strelow, der dem LKA-Fahnder vor 20 Jahren durch die Lappen ging. Doch der eigentliche Film spielt in den letzten Kriegstagen auf einem Dorf und erzählt davon, wie von Strelow zum Verbrecher wurde.

Zahl der Leichen elf, wenn man einen vom Parade-Nazi Hagen von Strelow (Ludwig Simon) erschossenen Dorfhund mitzählt.

Der doppelte Tukur Natürlich spielt Ulrich Tukur den Sonderermittler Rother genau so glaubhaft wie seinen angestammten Murot – wobei sich beide Figuren gar nicht so unähnlich sind. Ganz großes Kino: Der vor der versammelten Dorfgesellschaft musizierende Rother, der erst des „Führers“ Lieblingslied anstimmt, um dann unvermittelt in den britischen Schmähsong „Hitler Has Only Got One Ball“ zu verfallen.

Zwischentöne Aber natürlich kriegt auch Rother sein Fett weg – etwa wenn Barbara Philipp, die eine untergetauchte Jüdin spielt, über den sich ums Trinkgeld drückenden Polizisten lästert: „Nazi – und dann auch noch geizig!“ Denn eines ist klar: Zum Widerstandskämpfer wird der hoch dekorierte Polizist erst, als er alles daran setzt, dass ein verlorener Krieg nicht noch mehr in die Länge gezogen wird und noch mehr Opfer kostet.

Unser Fazit Dichter Plot mit famosem Schluss und einem in Schnappatmung verfallenden Alt-Nazi im Flieger.

Spannung Note 2; Logik Note 2