TV-Auftragsproduktionen
: SWR will sparen und gibt Schwarzwald-„Tatort“ und „Tigerenten Club“ ab

Der SWR lagert Produktionen aus: Neben dem Schwarzwald-„Tatort“ und dem „Tigerenten Club“ sind die Erfolgsformate „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ und „Sag die Wahrheit“ betroffen. Und was wird aus dem Stuttgart-„Tatort“?
Von
Gunther Reinhardt
Stuttgart/Baden-Baden
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Drehstart für den „Tatort – Freund und Feind“ (AT): Kameramann Nico Schrenk, Regisseur und Koautor Simon Schneckenburger, Eva Löbau, Hans-Jochen Wagner, SWR Redakteurin Franziska Specht sowie Produzent Gerrit Klein und Producer Philipp Reuter von der Giganten Film

Drehstart für den „Tatort – Freund und Feind“ (AT): Kameramann Nico Schrenk, Regisseur und Koautor Simon Schneckenburger, Eva Löbau, Hans-Jochen Wagner, SWR Redakteurin Franziska Specht sowie Produzent Gerrit Klein und Producer Philipp Reuter von der Giganten Film

SWR/Giganten Film/Benoît Linder
  • SWR lagert Produktionen aus, um flexibler und wirtschaftlicher zu arbeiten.
  • Der Schwarzwald-„Tatort“ entsteht erstmals extern – Produzent ist Giganten Film.
  • „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ zieht ab 2027 zu Kimmig Entertainment in den Europa-Park.
  • „Sag die Wahrheit“ wechselt ins MCA-Studiogelände in Leipzig, gemeinsam mit dem MDR genutzt.
  • „Tigerenten Club“ wandert ab 2027 zu Riverside Entertainment in die Bavaria Studios Köln.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Künftig ist nicht mehr überall, wo SWR draufsteht, auch SWR drin. Der Südwestrundfunk baut seine Produktionsstrukturen um und lagert erstmals einen „Tatort“ sowie die etablierten Unterhaltungsformate „Tigerenten Club“, „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ und „Sag die Wahrheit“ an externe Produktionsfirmen aus. Ziel ist es nach Angaben des SWR, Ressourcen flexibler einzusetzen, Studioflächen zu reduzieren und wirtschaftlicher zu arbeiten.

Giganten-Film aus Ludwigsburg übernimmt „Tatort“

Ein erster sichtbarer Schritt ist der neue Schwarzwald-„Tatort“. Seit dem 14. Juli laufen die Dreharbeiten zu „Tatort – Freund und Feind“ (Arbeitstitel), der erstmals von der Ludwigsburger Produktionsfirma Giganten Film im Auftrag des SWR produziert wird (wir berichteten). Das Drehbuch stammt von Nils-Morten Osburg, Regie führt Simon Schneckenburger. Gedreht wird im Schwarzwald und in der Region Baden-Baden.

Auch für mehrere Unterhaltungsformate stehen die künftigen Produktionspartner fest. „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ entsteht ab 2027 gemeinsam mit Kimmig Entertainment in einer Halle des Europa-Parks in Mahlberg und wird nicht mehr im SWR-Funkhaus in Baden-Baden aufgezeichnet.

„Tigerenten Club“ zieht nach Köln um

Die Ratesendung „Sag die Wahrheit“ wurde bisher in Kooperation mit der Produktionsfirma UFA Show & Factual überwiegend in den SWR-Studios in Baden-Baden aufgezeichnet. Neuer Produktionsort ist das MCA-Studiogelände in Leipzig, das SWR und MDR gemeinsam nutzen wollen.

Und auch der „Tigerenten Club“ muss wieder umzuziehen. Bis 2019 wurde die Show im Stauferpark in Göppingen aufgezeichnet, danach wurde im SWR-Studio in Baden-Baden produziert. Die Kinder-Unterhaltungsshow wird ab 2027 von Riverside Entertainment in den Bavaria Studios in Köln-Bocklemünd übernommen. Redaktionelle Bestandteile wie Live- und Quizsegmente sowie Kinderreportagen bleiben dagegen in Stuttgart in Eigenproduktion.

Gniffke: „Wirtschaftlich sinnvollste Lösungen“

SWR-Intendant Kai Gniffke bezeichnete die Entscheidungen als „die wirtschaftlichsten und sinnvollsten Lösungen“ und betonte, dass die Qualität der Programme durch die neuen Produktionsstandorte nicht beeinträchtigt werde.

Programmdirektor Clemens Bratzler räumte zugleich ein, dass der Abschied von eigenen Produktions-Teams für viele Mitarbeitende schmerzhaft sei. Angesichts finanzieller Unsicherheiten und des strukturellen Wandels sei eine flexiblere Aufstellung jedoch notwendig.

Stuttgart-„Tatort“ bis Ende 2028 in Eigenproduktion

Die drei Unterhaltungsformate werden noch bis Ende 2026 in den SWR-Studios in Baden-Baden produziert. Die Reihen „Tatort Stuttgart“, „Tatort Ludwigshafen“ sowie die SWR-Serie „Die Fallers“ verbleiben zunächst bis Ende 2028 in Eigenproduktion.