: Die 7 ulkigsten Figuren der Augsburger Puppenkiste
Die Augsburger Puppenkiste steckt in Schwierigkeiten. Die Zukunft ist ungewiss. Wie schlimm es wäre, wenn es die Traditionsbühne nicht mehr gäbe, zeigt ein Blick zurück auf die interessantesten Figuren, die von Augsburg aus die Herzen kleiner und großer Kinder erobert haben.
Augsburger Weltstars am Faden: einige der Helden aus den Geschichten der Puppenkiste. Unsere Lieblingsfiguren stellen wir in der Bildergalerie vor.
Augsburger Puppenkiste
1. Das Urmel: Es ist das letzte seiner Art, schlüpft erstmals in Max Kruses Kinderbuch „Urmel aus dem Eis“ aus seinem Ei und wird im Jahr 1969 zum ersten großen TV-Star der Augsburger Puppenkiste. Professor Habakuk Tibatong, der auf der Insel Titiwu Tieren das Sprechen beibringt, hält das Urmel für ein Bindeglied zwischen Dinosauriern und Säugetieren.
dpa/Stefan Puchner
2. Jim Knopf: Auf der Insel Lummerland kommt eines Tages ein Paket an, in dem ein kleiner Junge liegt. Das Findelkind wird von Frau Waas aufgezogen. Später erlebt er zusammen mit dem Lokomotivführer Lukas und dessen Dampflok Emma einige tolle Abenteuer. Bevor Jim Knopf eine Marionette der Augsburger Puppenkiste wurde, war er der Held eines Kinderbuchs von Michael Ende („Momo“, „Die unendliche Geschichte“).
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3. Kater Mikesch: Der Schuster Pepik freundet sich mit Kater Mikesch an und bringt ihm das Sprechen bei. Und mit den Stiefeln, die ihm Pepik geschenkt hat, bereitst Mikesch die große, weite Welt. 1964 wurde die Geschichte von der Augsburger Puppenkiste in Schwarzweiß und 1985 in Farbe verfilmt. Die Vorlage ist ein tschechisches Kinderbuch aus den 1930er Jahren.
dpa/Stefan Puchner
4. Bill Bo: In den Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs zieht der Räuberhauptmann mit seinem Kumpanen durchs Land. Bill Bo ist ein aufbrausender, grimmiger Kerl, der wunderbar fluchen kann: „Bomben-Granaten-Element-Blitz-Plotz-Donnerwetter-Sakrament noch mal“, lautet einer seiner Lieblingsflüche. Josef Göhlens Buch „Bill Bo und seine sechs Kumpane“ wurde 1968 erstmals von der Augsburger Puppenkiste verfilmt.
Augsburger Puppenkiste
5. Kalle Wirsch: Die Augsburger Puppenkiste kann auch Fantasy. Tief im Inneren der Erde ist Kalle Wirsch der Herrscher der Erdmännchen. Schon 1000 Jahre dauert seine Regentschaft. Doch dann wird er plötzlich vom bösen Trump (!) Zoppo zu einem Duell herausgefordert. Ein Drache und eine Fledermaus, die mit einem Schweizer Akzent spricht, kommen auch vor in dem Marionettenspiel, das im Jahr 1970 von der Augsburger Puppenkiste inszeniert wird.
Augsburger Puppenkiste
6. Lokomotivführer Lukas: Ohne ihn (und seine Lokomotive Emma) käme Jim Knopf nirgendwo hin. Lukas ist ein unerschrockener, herzensguter Pfeiferaucher, und ohne seine Brummelstimme und seinem ungewöhnlichen Tanzstil wäre der Song „Eine Insel mit zwei Bergen“ nicht zu dem Klassiker geworden, der er ist.
dpa/Dirk Herrmann
7. Der See-Elefant: Unter den vielen großartigen Nebenfiguren, die es im kunterbunten Kosmos der Augsburger Puppenkiste ist der See-Elefant, der tagein, tagaus auf seinem Felsen am Meer liegt und traurige Lieder singt wie „Ich weiß nicht, was soll das bedeuten, dass ich so traurig bin“.
Augsburger Puppenkiste
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Eine Institution, die Generationen von Kindern geprägt hat, steckt in der Krise. „Ich kann heute noch nicht sagen, in welcher Form die Puppenkiste weiter existieren wird und kann“, hat Klaus Marschall, der Leiter der Bühne, der „Augsburger Allgemeinen“ gesagt. Vor allem wegen der Corona-Pandemie sei die finanzielle Lage angespannt.
Nachdem dadurch der Eindruck entstand, die Augsburger Puppenkiste könnte vor dem Aus stehen, hat die Bühne inzwischen allerdings Entwarnung gegeben: „Hallo! Wir leben noch!“, stellt das Theater klar. In einer Erklärung auf Facebook heißt es:
„In der Puppenkiste hat niemand behauptet, dass wir kurz vor dem ‚Aus‘ stehen! Wir können nur im Moment die Zukunft nicht so rosarot malen, wie es die Medien gerne hätten. Natürlich wissen wir heute nicht, ob wir möglicherweise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, aber dass schon wieder getitelt wird: ‚Puppenkiste vor dem Aus?’ finden wir reichlich übertrieben. Uns erreichen in diesen Stunden viele Hilfsangebote, die wir jedoch im Moment noch gar nicht benötigen, oder gar in Anspruch nehmen möchten. Wir werden zunächst intensive Gespräche mit unseren bisherigen Förderern, der Stadt Augsburg und dem Freistaat Bayern führen, denen unsere Förderanträge erst seit kurzem vorliegen.“
Mit „Der gestiefelte Kater“ ging es los
Im Jubiläumsjahr ist die Puppenkiste jedenfalls nicht wirklich in Feierlaune. Vor 75 Jahren, am 26. Februar 1948, hatten die Puppen der Marionettenbühne ihren allerersten Auftritt. Damals stand „Der gestiefelte Kater“ auf dem Programm. Später prägten Figuren wir das Urmel, Bill Bo oder Kalle Wirsch unzählige Kindheitserinnerungen. Vor allem die Produktion „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ steht für die Erfolgsgeschichte der Bühne. Michael Endes Buch wurde erstmals in den 1960er Jahren für die Bühne adaptiert. Im Jahr 1976 entstand die berühmte Neuverfilmung in Farbe, die seither nicht mehr aus den ARD-Kinderpogrammen wegzudenken ist.
Von Kalle Wirsch bis zum See-Elefanten
Wir erinnern in unserer Bildergalerie an die sieben interessantesten Figuren, die die Augsburger Puppenkiste erschaffen hat.