Württembergischer Kunstverein Stuttgart
: „Three Doors“: Finale für „Ausstellung des Jahres“

Lange Schatten der Morde von Hanau 2020: Im Württembergischen Kunstverein endet das Ausstellungsprojekt „Three Doors“, das Theaterhaus spielt „ And now Hanau“ weiter.
Von
Nikolai B. Forstbauer
Stuttgart
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Zentrales Thema von „Three Doors“: Aufklärung zu den Morden am 19. Februar 2020 in Hanau

Initiative 19. Februar/Initiative 19. Februar

An diesem Sonntag endet im Württembergischen Kunstverein Stuttgart (Kunstgebäude am Schlossplatz, Eingang Stauffenbergstraße) die von der Stadt Stuttgart unterstützte Ausstellung „Three Doors“ zu den rassistisch motivierten Morden 2020 in Hanau. Die Kunstvereinsverantwortlichen Iris Dressler und Hans D. Christ sprechen vor dem Finale von einer „ungeheuer intensiven Erfahrung“.

Lenken den Württembergischen Kunstverein: Iris Dressler und Hans D. Christ

Foto: wkv/wkv

Von unserer Zeitung als „Ausstellung des Jahres“ skizziert, summiert „Three Doors“ die Ergebnisse künstlerischer Forschung der Gruppen Forensic Architecture (London) und Forensis (Berlin) zu den Ereignissen am 19. Februar 2020 in Hanau, als zehn Menschen, darunter die Mutter des Attentäters, von einem Rechtsextremisten getötet wurden, sowie zu den Geschehnissen um den Tod von Oury Jalloh am 7. Januar 2005 in einer Arrestzelle in Dessau. Immer wieder waren seit der Eröffnung von „Three Doors“ (mit ermöglicht durch die Initiative 19. Februar Hanau und die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh) am 18. Februar auch Angehörige der Ermordeten von Hanau zu Gesprächen in Stuttgart. Und Hans D. Christ spürte in den Veranstaltungen wie auch in den Ausstellungsräumen „immer beides: gesellschaftlichen Bedarf an diesem Thema und dieser Art der Aufarbeitung wie auch das gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein“.

Gedenken an die Opfer des Attentats in Hanau 2020

Foto: wkv/Initiative 19. Februar

Ein „besonderes Lob“ der Kunstvereinslenker geht an die Schulen. „Die Schülerinnen und Schüler kamen immer bestens vorbereitet in die Ausstellung“, sagt Hans D. Christ – und „besonders toll war dann, dass überraschend viele Schülerinnen und Schüler noch einmal eigenständig gekommen sind.“ An diesem Freitag, 30. August, gibt es um 15 Uhr noch einmal eine Führung mit Iris Dressler. Und auch an diesem Sonntag um 15 Uhr gibt es vertiefende Einblicke – um 14 Uhr in englischer Sprache. Das Thema Hanau wirkt in Stuttgart weiter – im Theaterhaus ist der Abend „And now Hanau – Dokumentartheater“ noch einmal am 28. und 29. September sowie am 2. Oktober zu sehen.