Auf gut Schwäbisch
: A arg rengs Butzele

Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte
Von
Jan Sellner
Stuttgart
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Illustration - Geburten: ARCHIV - 21.08.2016, Sachsen, Dresden: Ein Säugling liegt in einem Bett auf der Wochenstation. (zu dpa: «Tod eines Babys - Urteil im Prozess gegen Hebamme erwartet») Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie Schwaben Babys beschreiben.

Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
  • Dialektwort „reng“: bedeutet im Schwäbischen „leicht“, „gering“ oder „mühelos“.
  • Beispiel aus Oberhaugstett: „arg rengs Butzele“ für ein sehr zartes Baby.
  • Weitere Bedeutungen: „geistig unbedeutend“ oder „moralisch niedrig“ – „Du bisch mr z’reng!“
  • Komparativ „renger“ drückt Präferenz aus – etwa fürs Fahren statt Laufen.
  • Nutzung auch als „flink, flott“: „Es geht ihm reng von der Hand.“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Zuschriften erreichen uns aus dem neu hinzugekommenen Verbreitungsgebiet der Südwest Presse. Herzlichen Dank dafür! Darunter sind auch etliche Beiträge zum Ausdruck „reng“. Albrecht Hartmann aus Schwäbisch Gmünd-Straßdorf greift den Begriff auf: „Sabine Weiß erinnert an die urschwäbischen Ausdrücke ‚reng‘ und ‚renger‘. Sie fragt, wer diesen Ausdruck kennt. Mundartsprecher denken unwillkürlich an einen Ring oder an mehrere Ringe. Wir Schwaben – und auch die Schweizer – kennen aber auch noch ein anderes ‚reng‘, nämlich das umgangssprachliche Adjektiv ‚ring‘ (Aussprache: ,reng') in der Bedeutung von ‚leicht, gering‘ oder ‚mühelos‘. Wenn man also jemanden ganz erleichtert sagen hört: ‚Jetz isch mrs wieder reng!‘, dann ist es ihm leicht ums Herz geworden. Kam bei uns in Oberhaugstett früher a zarts Biable uff d'Welt, dann hieß es im Dorf gelegentlich: ‚Ojemine, deane ihr Biable isch aber no ganz schee schmächtig – des isch no a arg rengs Butzele!‘

„Mit dir streit i doch net – du bisch mr z’reng!“

In der ‚Etymologie des Schwäbischen‘ von Hermann Wax ist zu lesen, dass ein ‚renger‘ Teig dann entsteht, wenn zu viel Wasser an den Teig gerät. ‚Reng‘ kann aber auch die Bedeutung von ‚geistig unbedeutend‘ oder ‚moralisch niedrig‘ einnehmen. Kein Wunder also, wenn man, zumindest früher, immer mal wieder hören konnte: ‚Mit dir streit i doch net – du bisch mr z’reng!‘

Und wenn man ‚reng‘ in den Komparativ umformt, also zu ‚renger‘, dann drücken Schwabe damit aus, dass sie eine Sache besser oder eher oder lieber gemacht hätten. Dann kommen Ratschläge wie: ‚So weit wär i doch net gloffa, do wär i renger mit em Audo oder mit em Rädle nâgfahra!‘ Oder auch: ‚Dei Haus hättsch renger weiß oder au geal (= gelb) âstreicha lau – on net mit deam bleede maugelesbraun!‘ Dieser teils heute noch gebräuchliche Farbton ist in manchen Regionen auch als ‚monkelesbraun‘ bekannt. Und wenn ich es richtig weiß, dann beschreibt man im badisch-alemannischen Sprachraum diesen trüben Braunton mit ‚mukelbru’.“

Eva-Irene Krämer fügt noch diese Bedeutung hinzu: „In meiner Kindheit wurde der Begriff im Sinne von flink, flott gebraucht. Also ,der geht es flott/reng von der Hand'.“

Der schwäbische Spruch des Tages kommt wiederum von Albrecht Hartmann: „Dia Leit, wo jomered, dene ka mr helfa. Mender isch, wenn se nemme jomered.“

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