Baden-Württemberg: Wie wird das Wetter im September?

Wie wird der September in Baden-Württemberg?
Julian Stratenschulte/dpaDie längerfristigen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) liefern derzeit ein differenziertes Bild. Zum Monatsanfang spricht einiges für eher verhaltene Temperaturen und vergleichsweise wechselhaftes Wetter. Im weiteren Verlauf des Septembers nimmt dagegen die Wahrscheinlichkeit für durchschnittliche bis etwas wärmere Verhältnisse zu. Allerdings steigt mit jedem weiteren Prognosezeitraum auch die Unsicherheit deutlich.
DWD: September startet eher kühl
Schon die letzte Augustwoche gibt nach der Klimavorhersage des DWD einen Vorgeschmack auf einen eher gedämpften Monatswechsel. Für die Region „Deutschland Süd“, zu der Baden-Württemberg gehört, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine im Vergleich zu den Jahren 2006 bis 2025 kühlere Woche vom 24. bis 30. August bei 56 Prozent. Für normale Temperaturen werden 39 Prozent angegeben, für eine wärmere Woche lediglich fünf Prozent.
In der Woche vom 31. August bis 6. September bleibt die kühlere Variante beim DWD mit rund 43 Prozent die wahrscheinlichste. Rund 37 Prozent entfallen auf normale und etwa 20 Prozent auf überdurchschnittliche Temperaturen. Allerdings weist die Darstellung des DWD für diesen Zeitraum bereits eine geringe Vorhersagegüte aus. Die Zahlen sind deshalb eher als Tendenz und nicht als klassische Wetterprognose zu verstehen.
In der zweiten Septemberwoche verschiebt sich das Bild. Vom 7. bis 13. September liegt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen laut DWD bei rund 41 Prozent, während etwa 36 Prozent auf normale und 23 Prozent auf kühlere Verhältnisse entfallen. Vom 14. bis 20. September wird die Kategorie „normal“ mit rund 45 Prozent am wahrscheinlichsten, gefolgt von „wärmer“ mit etwa 37 Prozent.
Die DWD-Klimavorhersage deutet damit auf einen eher kühlen Start in den September hin, anschließend könnte es in Baden-Württemberg wieder normal temperiert oder zeitweise wärmer werden. Wegen der geringen Prognosegüte der späteren Wochen ist dieser Trend allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Grundlage ist die interaktive Klimavorhersage des Deutschen Wetterdienstes für die Region Deutschland Süd.
Beim Regen zunächst eher wechselhaft
Auch beim Niederschlag liefert der DWD zunächst ein deutliches Signal. Für die Woche vom 24. bis 30. August beträgt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich viel Niederschlag in Süddeutschland 84 Prozent. Eine normale Niederschlagsmenge wird mit 15 Prozent, eine trockene Woche nur mit einem Prozent angegeben.
Zum Septemberbeginn wird die Verteilung ausgeglichener. Für die Woche vom 31. August bis 6. September liegen die Wahrscheinlichkeiten ungefähr bei 25 Prozent für trockeneres, 41 Prozent für normales und 34 Prozent für feuchteres Wetter. In den beiden folgenden Wochen liegen die drei Kategorien noch enger beieinander. Ein klarer Trend zu einem besonders trockenen oder besonders nassen September lässt sich aus der DWD-Prognose deshalb nicht ableiten.
ECMWF sieht im September zunehmend mildere Signale
Auch die aktuellen Berechnungen des ECMWF sprechen zunächst nicht für einen markanten Wärmeeinbruch. In der Prognose für die Woche vom 31. August bis 7. September liegen die Temperaturabweichungen über Südwestdeutschland überwiegend nahe am langjährigen Modellmittel. Auch vom 7. bis 14. September ist über Baden-Württemberg kein ausgeprägtes Temperatursignal zu erkennen.
In der zweiten Monatshälfte verändert sich das Bild etwas. Die ECMWF-Karten für den Zeitraum vom 14. bis 21. September sowie vom 21. bis 28. September zeigen über Süddeutschland überwiegend leicht positive Temperaturabweichungen. Damit würde auch das europäische Vorhersagemodell die Tendenz des DWD stützen, dass nach einem eher kühlen Start im Laufe des Septembers mildere beziehungsweise leicht überdurchschnittliche Temperaturen wahrscheinlicher werden.
Die ECMWF-Karten zeigen dabei keine konkreten Tageshöchstwerte, sondern Abweichungen des Sieben-Tage-Mittels gegenüber dem Modellklima. Die Berechnung basiert auf einem Ensemble mit 101 Mitgliedern. Weiße Flächen auf den Karten bedeuten, dass sich dort kein statistisch ausreichend deutliches Temperatur-Signal gegenüber der Modellklimatologie ergibt.
ECMWF: Anfang September tendenziell mehr Regen
Bei den Niederschlägen zeichnet das ECMWF für den Beginn des Septembers ebenfalls ein eher feuchtes Bild. Auf den Karten für die Woche vom 31. August bis 7. September sowie teilweise noch vom 7. bis 14. September sind über Deutschland positive Niederschlagsabweichungen zu erkennen. Für Baden-Württemberg spricht das eher für eine wechselhafte erste Monatshälfte als für eine länger anhaltende trockene Phase.
Ab Mitte September verliert sich dieses Signal. In den Prognosen für die Wochen vom 14. bis 21. und vom 21. bis 28. September dominieren über Südwestdeutschland neutrale beziehungsweise nur schwach ausgeprägte Abweichungen. Ein belastbarer Hinweis auf einen besonders nassen oder trockenen zweiten Monatsteil ergibt sich daraus nicht.
Auch bei diesen Karten gilt: Das ECMWF stellt Wochenabweichungen der Niederschlagssumme dar, keine Vorhersage einzelner Regentage. Die Werte stammen ebenfalls aus dem Subseasonal-Ensemble und werden mit der jeweiligen Modellklimatologie verglichen.
Wie wird der September in Baden-Württemberg also?
Nach dem derzeitigen Stand könnte der September in Baden-Württemberg eher kühl und wechselhaft beginnen. Vor allem rund um den Monatswechsel und in der ersten Septemberwoche gibt es Hinweise auf unterdurchschnittliche Temperaturen und zeitweise erhöhte Niederschlagsneigung.
Danach spricht mehr für eine Normalisierung. Ab der zweiten Septemberwoche steigt in den DWD-Berechnungen die Wahrscheinlichkeit für durchschnittliche oder überdurchschnittliche Temperaturen. Auch das ECMWF zeigt für die zweite Monatshälfte tendenziell positive Temperaturabweichungen. Beim Niederschlag ist dagegen spätestens ab Mitte September kein klarer Trend mehr vorhanden.
Ein durchgehend spätsommerlich warmer September lässt sich aus den aktuellen Daten somit ebenso wenig ableiten wie ein früher dauerhafter Herbsteinbruch. Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit ein wechselhafter Übergang: zunächst eher kühl und feucht, später tendenziell milder – bei zunehmender Unsicherheit der Prognosen.
Quellen: Klimavorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Region Deutschland Süd; ECMWF Sub-seasonal Forecast, Wochenanomalien von Temperatur und Niederschlag, Basislauf vom 23. August 2026.
