Bürgerentscheid zu Windpark: Windräder in Nachbarschaft zum Schloss: Heidelberg sagt Ja

Die Stadt Heidelberg hat den Blick von der Alten Brücke zu den Windrädern auf dem Lammerskopf visualisiert.
Stadt Heidelberg- Heidelbergs Bürger votieren mit 66,7 Prozent für weitere Planung eines Windparks am Lammerskopf.
- Geplant sind bis zu acht Anlagen, jede soll rund 5000 Haushalte versorgen.
- Beteiligung lag bei 40,1 Prozent – das Quorum von rund 21.000 Stimmen wurde klar überschritten.
- Ziegelhausen und Schlierbach stimmten mehrheitlich dagegen, sie liegen nahe am Lammerskopf.
- OB Würzner sieht ein Signal, doch Genehmigungsverfahren entscheidet über Anzahl und Bau.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Werden sich bald in Sichtweite vom Heidelberger Schloss riesige Windräder drehen? Zumindest kann der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) seine Pläne für einen Bürgerwindpark auf dem Lammerskopf weiter vorantreiben. Das ist das Ergebnis eines Bürgerentscheids, bei dem am Sonntag eine klare Mehrheit dem Projekt ihren Segen gegeben hat. Geplant sind bis zu acht Windkraftanlagen. Jede einzelne soll 5000 Haushalte versorgen.
Laut dem von der Stadt am Sonntagabend verkündeten Endergebnis sprachen sich 66,7 Prozent der Heidelberger für die weitere Planung aus. Bei einer Beteiligung von 40,1 Prozent wurde auch das Quorum klar übertroffen. Es hatte bei rund 21.000 Stimmen gelegen. Am Ende zählten die Befürworter rund 28.000. Lediglich in Ziegelhausen und Schlierbach blieb das Projekt ohne Mehrheit. Die beiden Neckarstadtteile liegen in unmittelbarer Nähe zum Lammerskopf.
Umweltverbände kritisieren Gutachten
Würzner sprach in einer ersten Reaktion von einem „starken Signal für eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung in unserer Stadt“. Ob und wie viele Anlagen gebaut würden, hänge jetzt von der weiteren Planung und vom Verlauf des Genehmigungsverfahrens ab. Umweltverbände wie BUND und Nabu halten das Gelände für den „denkbar schlechtesten Ort“. Das vorgelegte Gutachten zur Umweltverträglichkeit sei fehlerhaft, nicht rechtssicher und berücksichtige die Auswirkungen auf Arten und Lebensräume nicht ausreichend.
Auch im Gemeinderat hatte Uneinigkeit geherrscht. Dort war das Projekt vor allem von CDU, AfD, Bunte Linke und kleineren Listen kritisiert worden. So wurde mit dem Landschaftsbild argumentiert. Der Windpark auf dem bewaldeten Höhenzug am Rande des Odenwalds liege „in greifbarer Nähe“ zum Heidelberger Schloss, hieß es. Von dort und vor allem vom höher gelegenen Königstuhl dürften die Windräder gut zu sehen sein. Der Gemeinderat entschied sich deshalb dafür, die Bürger zu befragen. Deren Votum liegt jetzt vor.

