Ex-Ministerpräsident im „Spiegel“
: Kretschmann: „Meine Sommer sind gezählt, ich muss mich auf den Tod vorbereiten“

Der Ex-Landesvater spricht in einem Interview über sein Verhältnis zum Tod. Er hat einen Wunsch – und sagt auch, warum er in der Beerdigungskultur eine dramatische Wendung erkennt.
Von
Rouven Spindler
Stuttgart
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Winfried Kretschmann: Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, nimmt an einem Gespräch mit der Deutschen-Presse Agentur (dpa) auf dem Gelände der Universität Hohenheim teil. (zu dpa: «Kretschmann hat im Ruhestand mehr als fünf Kilo abgenommen»)

Winfried Kretschmann: 15 Jahre lang war der Grüne Ministerpräsident.

Marijan Murat/dpa
  • Winfried Kretschmann spricht im „Spiegel“ offen über sein Verhältnis zum Tod.
  • Er sagt: „Meine Sommer sind gezählt“, und will sich ohne Hadern und Schmerzen verabschieden.
  • Eine Patientenverfügung plant er, der Ort seines Grabes steht für ihn noch nicht fest.
  • Er will eine Ganzkörperbestattung – Beerdigungen seien vor allem für die Nachwelt.
  • Er kritisiert die „dramatische Wendung“: Urnen im Wohnzimmer, Gartenbestattungen, Weltraumkapseln.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich in einem Interview mit dem „Spiegel“ offen zum Thema Tod geäußert. Auf die Frage, wie sich sein Verhältnis dazu verändert habe, antwortete der 78-Jährige: „Na ja, meine Sommer sind gezählt, und ich muss mich auf den Tod vorbereiten.“

Kennen würde er „weder den Tag noch die Stunde, wie es in der Schrift richtig heißt. Aber mit dem Alter rückt er einfach näher. Das Leben verwandelt sich mehr und mehr in Erinnerung, in Rückblick“, so Kretschmann, der nach 15 Jahren als Ministerpräsident – also nach drei Amtszeiten – seit Mitte Mai im Ruhestand ist. Cem Özdemir (Grüne) folgte auf Kretschmann.

Özdemir wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg: 13.05.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen,r), scheidender Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), designierter Ministerpräsident von Baden-Württemberg, reichen sich vor dem Haus des Landtags die Hände. Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) soll im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt werden. - recrop Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Winfried Kretschmanns Nachfolger: Cem Özdemir (li.) übernahm das Amt des Ministerpräsidenten.

Marijan Murat/dpa

Dessen Wunsch sei es, so aus dem Leben zu scheiden, wie er aus dem Amt geschieden sei. Heißt: „ohne Hadern und Schmerzen“. In der Hand habe man das aber natürlich nicht.

Wo sein Grab sein wird, wisse er bislang nicht. „Aber wir haben letztens besprochen, dass wir endlich eine Patientenverfügung machen. Das sind ja sehr praktische Dinge“, so Kretschmann gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Mit einer solchen Verfügung kann man festlegen, wie man behandelt werden möchte, sollte man darüber – etwa krankheitsbedingt oder wegen eines Unfalls – irgendwann selbst nicht mehr entscheiden können.

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Kretschmann äußerte sich auch zur Bestattungskultur. „Was ich weiß, ist, dass ich ganzkörperhaft begraben werden will“, so der Ex-Ladesvater. Er wolle also „richtig beerdigt werden. Das ist erst mal mein einziges wirkliches Anliegen. Aber im Kern ist so eine Beerdigung etwas für die Nachwelt und nicht für einen selbst.“

Winfried Kretschmann befremdet Wendung in Beerdigungskultur

Befremden würde ihn „die ganze dramatische Wendung in der Beerdigungskultur“. Was er damit meint? „Fast niemand mehr lässt sich ganz normal bestatten mit einem Sarg in einem Grab und dann Erde drauf“, meinte Kretschmann.

Er griff in dem Interview auch auf, dass er das Bestattungsgesetz mal novelliert habe. „Da kamen solche Ansinnen, die Leute wollen im Garten begraben werden, die Urne soll in einer Nische im Wohnzimmer stehen, die Asche wird zum Diamanten verdichtet oder sie soll in einer Kapsel im Weltall herumfliegen, was sich ohnehin nur Reiche leisten können. All solche Dinge“, erinnerte er sich. Klar wird: Für ihn kommt das nicht infrage.