Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten: Unterirdisches Labyrinth: Tipps für Höhlengänger

Die Bergwacht ist an einem Rettungseinsatz in der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb beteiligt. Ein Wanderer ist in der Höhle auf der Schwäbischen Alb an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, befand sich der Mann mit einer Gruppe in der schwer zugänglichen Höhle.
Marius Bulling/dpaIn der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb ist ein Wanderer an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Wie der Bürgermeister der Stadt Grabenstetten mitteilte, war der 61-Jährige mit einer Gruppe bereits rund 1300 Meter tief in die Höhle im Kreis Reutlingen geklettert, als es passierte. „Hinweise auf Fremdverschulden oder ein vorwerfbares Verhalten Dritter ergaben sich nicht“, teilte die Polizei mit.
Die Begleiter des Mannes und die Tour-Guides konnten die Höhle nach einem aufwendigen Rettungseinsatz selbst und unverletzt verlassen. Die Bergung der Leiche werde noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen, sagte Bürgermeister Patrick Docimo.
Gefangen in der Falkensteiner Höhle
In der Falkensteiner Höhle hat es immer wieder Rettungsaktionen von eingeschlossenen Höhlengängern gegeben. Die grandiose Höhle zwischen Grabenstetten und Bad Urach ist ein Publikumsmagnet. An manchen Tagen marschieren ein halbes Dutzend Gruppen hinein.
Die rund 150 Höhlenretter in Baden-Württemberg rücken aus, wenn sich jemand verletzt oder in einer Höhle vom Regen überrascht wird und festsitzt. Wie 1964, als vier Studenten 66 Stunden in der Falkensteiner Höhle ausharren mussten, bis Rettung nahte. 1985 wurde die Höhlenrettung Baden-Württemberg aufgrund solcher Höhlenunfälle gegründet.
Nie ohne die richtige Ausrüstung
„Wenn man in eine Höhle geht, müssen auf jeden Fall ein Höhlenkenner und die richtige Ausrüstung immer mit dabei sein“, mahnt der Tübinger Höhlenforscher und Diplom-Geograf Matthias Leyk. „Festes Schuhwerk oder Gummistiefel, Kälteschutz, Helm, Neopren-Socken und -Anzug, der vor Unterkühlung schützt.“
Außerdem dürfe man niemals vergessen: Wenn man sich bewegt, würde es einem warm werden. Aber wenn man nur zehn Minuten sitzt, würde man schnell auskühlen. Leyk, der auch Zweiter Vorsitzender der Höhlenrettung Baden-Württemberg ist, sagt: „Wer wegen einer Verletzung stundenlang ausharren muss, für den ist vor allem die Unterkühlung eine ganz große Gefahr.“

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Stuttgarter ZeitungWichtige Fragen vor Höhlen-Touren
Wer eine Höhle besichtigen will – bei der es sich nicht um eine der 14 Schauhöhle im Südwesten handelt –, sollte dies jemandem mitteilen, der notfalls Polizei oder Höhlenrettung verständigen kann.
Bei Notfällen immer sofort die DRK Rettungsstelle in Esslingen anrufen: Telefon 07153 – 19222.
Wie ist das Wetter? Ist mit plötzlichen Regenfällen zu rechnen? Wasserführende Höhlen wie die Falkensteiner Höhle können bei Starkregen zur Todesfalle werden.
Wie groß ist die Gruppe? Wie alt und fit sind die Höhlengänger?
Wie sind sie ausgerüstet (Taschenlampe, Batterien, Helm, rutschfeste Schuhe oder Gummistiefel, Proviant und Trinkwasser; Verbandszeug und Schmerzmittel haben auch im kleinsten Rucksack Platz)?
Wann sind sie losgegangen? Wie lange soll die Höhlenbegehung dauern?
Es kann immer etwas passieren
„Bei einer Höhlen-Tour muss man immer damit rechnen, dass etwas passieren kann“, sagt Matthias Leyk. „Und wenn es nur ein Hochwasser-Einschluss ist, man sich verläuft oder einen Schwächeanfall hat.
Deshalb: Unbedingt Kälteschutz, Rettungsdecken und Batterien mitnehmen. Die Beleuchtungsdauer der Lampen muss ein Vielfaches der geplanten Dauer der Höhlentour umfassen. Pro Tour-Mitglied müssen mehrere Lampen vorhanden sein.“
