Filmfestival in Ludwigshafen: Festival des deutschen Films kürt „Rose“ zum besten Film

Das Festival des deutschen Films gilt als besucherstärkstes deutsches Filmfestival nach der Berlinale. (Archivbild)
Joachim Ackermann/dpa- Festival des deutschen Films in Ludwigshafen kürt „Rose“ von Markus Schleinzer zum besten Film.
- Sandra Hüller spielt eine Frau im Dreißigjährigen Krieg, die sich als Soldat ausgibt.
- Begründung der Jury: formal durchkomponiert und stark gespielt, fern tagesaktueller Fragen.
- Beste Regie: Ildikó Enyedi für „Silent Friend“ – ein Film um einen Ginkgo-Baum über fast ein Jahrhundert.
- Bestes Drehbuch: Moritz Netenjakob und Dietmar Jacobs für „Extrawurst“ mit scharfzüngigen Dialogen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Historiendrama „Rose“ von Markus Schleinzer ist beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen zum besten Film gekürt worden. In dem Schwarz-Weiß-Film spielt Sandra Hüller die Hauptfigur: eine Frau, die sich im Dreißigjährigen Krieg als Soldat ausgibt. Dafür bekam sie bei der Berlinale im Februar den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung.
Die Fachjury in Ludwigshafen begründete ihre Wahl so: Formal perfekt durchkomponiert, getragen von einer fantastischen schauspielerischen Leistung und jenseits vordergründiger, tagesaktueller Fragen erzähle der Film eindrücklich vom Kampf einer Frau mit gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen.
Weitere Preise: „Silent Friend“ und „Extrawurst»
Der Preis für die beste Regie ging an Ildikó Enyedi für „Silent Friend“. Enyedi inszeniere weniger eine Geschichte als einen Zustand der Wahrnehmung. Im Mittelpunkt des Films steht ein majestätischer Ginkgo-Baum, um den herum sie nahezu ein Jahrhundert erzählt. Mit seiner Bildsprache entführe der Film leise, sensibel und zart in eine entschleunigte, verzauberte, magische Welt.

Im Film „Rose“ von Markus Schleinzer geht es um eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt, um zu überleben. (Archivbild)
Christoph Soeder/dpaFür das beste Drehbuch wurden Moritz Netenjakob und Dietmar Jacobs für „Extrawurst“ ausgezeichnet. Das Drehbuch beinhalte scharfzüngige Dialoge, bissige Pointen und die aktuelle Streitkultur. Der Jury sei es ein Bedürfnis gewesen, damit ausdrücklich auch das oft unterschätze Genre Komödie zu würdigen.
In dem Film „Extrawurst“ berät ein Tennisverein über die Neuanschaffung eines Grills - dies gerät zu einer Diskussion etwa über Integration und toxische Männlichkeit. Zu den Darstellern zählen Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst und Milan Peschel.
Ideenbörse und Branchentreff
Das Festival gilt als Ideenbörse und wichtiger Branchentreff - und als besucherstärkstes deutsches Filmfestival nach der Berlinale. Die Filmschau auf einer Insel im Rhein an der Grenze zu Baden-Württemberg endet am Sonntag. Insgesamt präsentierten sich 74 Produktionen inklusive Kinderfilmen.

Für die Hauptrolle in "Rose" bekam Sandra Hüller den Silbernen Bären der Berlinale.
Christoph Soeder/dpaIn diesem Jahr erhielten Annette Frier, Christian Berkel und Christian Redl bereits Einzelpreise für Schauspielkunst. Regisseur Volker Schlöndorff («Die Blechtrommel») wurde mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.