Finanzen in Baden-Württemberg
: Bayaz zur Steuerschätzung – „Unterm Strich bleibt nichts übrig“

336 Millionen Euro mehr Steuern als erwartet – und trotzdem fehlt Baden-Württemberg Geld im Haushalt 2027. Finanzminister Danyal Bayaz erklärt das paradoxe Haushalts-Ergebnis.
Von
dpa
Stuttgart
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ARCHIV - 20.07.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart: Danyal Bayaz (Bündnis 90/Die Grünen), Finanzminister von Baden-Württemberg, aufgenommen in seinem Büro bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. (zu dpa: ««Werden sparen müssen»: Bayaz sieht wenig Spielräume im neuen Haushalt») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die neue Steuerschätzung verspricht Baden-Württemberg ein Plus von 336 Millionen Euro. Dennoch bleibt eine Deckungslücke im Haushalt. (Archivbild)

Bernd Weißbrod/dpa
  • Baden-Württemberg erwartet laut Oktober-Schätzung 336 Millionen Euro mehr Steuern.
  • Dennoch bleibt im Haushaltsentwurf für 2027 eine Deckungslücke bestehen.
  • Grund: bessere Konjunktur – weniger erlaubte Kredite, 219 Millionen Euro weniger Spielraum.
  • Finanzminister Bayaz: Mehr Steuern, aber unterm Strich kein zusätzliches Geld für 2027.
  • Kommunen profitieren: insgesamt 493 Millionen Euro mehr durch Steuern und Finanzausgleich.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Baden-Württemberg kann im kommenden Jahr mit höheren Steuereinnahmen rechnen – zusätzliches Geld zum Ausgeben hat die Landesregierung deshalb aber nicht. Trotz erwarteter Mehreinnahmen von 336 Millionen Euro bleibt nach Angaben des Finanzministeriums eine Deckungslücke im Haushaltsentwurf für 2027.

Die Oktober-Steuerschätzung sagt dem Land für das kommende Jahr Steuereinnahmen von rund 41,3 Milliarden Euro voraus – 336 Millionen Euro mehr als bisher im Entwurf für den Landeshaushalt eingeplant. Das Geld könne aber nicht zusätzlich für den Haushalt 2027 verwendet werden, so das Finanzministerium – denn Teile der Mehreinnahmen seien bereits im Haushaltsentwurf eingeplant.

Gute Konjunktur erlaubt weniger Kredite

Vor allem aber darf das Land aufgrund der verbesserten Wirtschaftsaussichten nun 219 Millionen Euro weniger Konjunkturkredite aufnehmen als im Haushaltsentwurf geplant. Die Schuldenbremse erlaubt in wirtschaftlich schwachen Zeiten zusätzliche Kredite. Bessern sich die Aussichten, schrumpft dieser Spielraum.

„Der zarte wirtschaftliche Aufschwung bringt uns zwar mehr Steuereinnahmen, aber gleichzeitig auch sinkende Verschuldungsmöglichkeiten“, sagte Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne). „Unterm Strich bleibt deshalb nichts übrig von den Steuermehreinnahmen. Insofern haben wir kein zusätzliches Geld für den Haushalt im nächsten Jahr.“ Für das laufende Jahr erwarten die Steuerschätzer Steuereinnahmen von 39,8 Milliarden Euro.

Kommunen können 2027 mit mehr Geld rechnen

Für Städte und Gemeinden fällt die Bilanz unterschiedlich aus: Zwar würden für die Kommunen im kommenden Jahr rund 30 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen vorhergesagt, so das Finanzministerium. Allerdings erhielten die Kommunen zusätzliche Mittel über den kommunalen Finanzausgleich – dazu gehörten rund 121 Millionen Euro an zusätzlichen Landesmitteln, so das Ministerium.

Insgesamt könnten die Kommunen 2027 aus Steuereinnahmen und kommunalem Finanzausgleich mit 493 Millionen Euro mehr rechnen als noch bei der Steuerschätzung im Mai prognostiziert, so das Ministerium.