Großeinsatz der Rettungskräfte in Tübingen: 15 Menschen bei Brand verletzt
Tübingen - Ein Wohnhausbrand im Französischen Viertel hat in Tübingen zum größten Rettungseinsatz seit Jahren geführt. 15 Bewohner eines fünfstöckigen, modernen Gebäudes erlitten Rauchgasvergiftungen, acht von ihnen wurden vom DRK in die Klinik gefahren. Eine schwangere Frau atmete besonders viele der beißenden Dämpfe ein, sie und ihr Kind sollen sich aber nicht in Lebensgefahr befinden. Der Brand war am Samstag gegen 19.30 Uhr im ersten Stock des Gebäudes mit geschätzten 20 Wohneinheiten ausgebrochen. Die Dämpfe breiteten sich aufgrund der Sogwirkung einer geöffneten Tür sehr rasch im Treppenhaus aus, sodass den Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten wurde. Die Qualmentwicklung war sehr stark, selbst auf der nahen B 28 kam es zu Sichtbeeinträchtigungen.
17 Bewohner der oberen Stockwerke des Gebäudes zogen sich auf ihre Balkone zurück, sie mussten dort aber teilweise deutlich mehr als 30 Minuten ausharren, bis sie von der Feuerwehr mit Hilfe von Drehleitern geborgen werden konnten. Vor allem auf der Westseite des Gebäudes, von der die Bewohner erst nach der Evakuierung der Südseite abgeholt wurden, war die Lage nicht unkritisch. Der streng riechende graue Rauch zog vom Brandherd im ersten Stock die Fassade empor.
Verängstige Menschen von Balkonen gerettet
Die teils sehr verängstigten Menschen versuchten sich mit feuchten Tüchern zu schützen, die sie vor Mund und Nase hielten. Nach der Befreiung aus ihrer misslichen Lage wurden die Bewohner auf einem Platz von vier Notärzten und einer leitenden Notärztin des DRK betreut. Mehrere ältere Frauen und Männer, die teils nicht mehr selbst gehen konnten, wurden ins Krankenhaus gefahren. Auch einer der mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüsteten Feuerwehrmänner und -frauen musste sich behandeln lassen. Mit der Drehleiter wurden auch mehrere große Hunde von den Balkonen geholt. Vertreter der Stadtverwaltung boten den Betroffenen vor Ort Hotelübernachtungen auf Kosten der Stadt an. Die meisten von ihnen kamen offenbar bei Bekannten unter.
Gegen 21 Uhr war das Feuer gelöscht, zur Brandursache oder Schadenshöhe machten Feuerwehr und Polizei bisher keine Angaben. 140 Feuerwehrleute auch aus Tübingens Teilorten und Nachbargemeinden waren im Einsatz. 37 Mitarbeiter des DRK waren vor Ort, 15 hielten sich für einen Einsatz bereit, darunter auch viele ehrenamtliche Helfer.

