Havarie auf dem Bodensee
: Nach Katamaran-Unfall: Ermittlungen gegen Schiffsführer

Nach dem Katamaran-Unfall auf dem Bodensee prüft die Staatsanwaltschaft ein mögliches Fehlverhalten der beiden Schiffsführer. Ein technischer Defekt scheint laut Gutachten ausgeschlossen.
Von
dpa
Konstanz
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Der Katamaran war Mitte August frontal gegen die Hafenmauer gefahren. (Archivbild)

Silas Stein/dpa
  • Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Schiffsführer nach Katamaran-Unfall in Konstanz.
  • Anfangsverdacht: fahrlässiges Handeln – weitere Details bleiben aus ermittlungstaktischen Gründen offen.
  • Gutachten liegt vor, Ergänzungsfragen stehen noch aus – kein Hinweis auf technischen Defekt.
  • Unfall Mitte August: „Constanze“ prallte beim Hafeneinlauf gegen eine Mauer, zwölf Verletzte.
  • Reederei meldet zuvor keine technischen Probleme; Schiffsführer bestanden Gesundheitschecks.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem schweren Katamaran-Unfall in Konstanz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die beiden Schiffsführer. Es gehe um den Anfangsverdacht eines fahrlässigen Handelns, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Weitere Angaben machte sie aus ermittlungstaktischen Gründen dazu nicht. Zuvor hatte der „Südkurier“ darüber berichtet. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. 

Der technische Sachverständige habe sein Gutachten inzwischen vorgelegt. Allerdings stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch Antworten auf einzelne Ergänzungsfragen aus. „Stand jetzt spricht nichts dafür, dass ein technischer Defekt vorgelegen hätte.“ Eine belastbare Einschätzung dazu, wie lange die Ermittlungen noch dauern werden, sei wegen des „nicht alltäglichen Ermittlungsverfahrens“ nicht möglich.

Bei dem Unfall Mitte August war der aus Friedrichshafen kommende Katamaran „Constanze“ bei der Einfahrt in den Konstanzer Hafen gegen eine Hafenmauer geprallt. Zwölf Menschen wurden verletzt. Unter den Verletzten waren auch die beiden Schiffsführer.

Der Katamaran wurde bei dem Unfall massiv beschädigt. „Die Schäden sind erheblich, insbesondere natürlich am Bug, wo der Katamaran auf die Hafenmauer aufgefahren ist“, hatte ein Sprecher der Reederei gesagt. Das Schiff wurde zunächst von der Staatsanwaltschaft sichergestellt und polizeilich untersucht.

Reederei hatte keine Hinweise auf technische Probleme

Laut der Reederei gab es vor dem Unfall keine Hinweise auf technische Probleme mit dem Katamaran. Bei den beiden Schiffsführern seien ebenfalls keine Auffälligkeiten bekannt gewesen. Sie hätten die vorgeschriebenen jährlichen Gesundheitsprüfungen erfolgreich absolviert.

Die Katamaran-Verbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen wird normalerweise stündlich bedient und ist nach Angaben der Reederei auch für Pendler wichtig. Nach dem Unfall gab es zunächst nur eine Verbindung im Zwei-Stunden-Takt.