Hitze-Hotspot Südwesten
: Jeder fünfte Hitzetote in Deutschland ist aus Baden-Württemberg

Baden-Württemberg verzeichnet laut RKI mehr Hitzetote als viele andere Bundesländer. Was steckt hinter den auffällig hohen Zahlen im Südwesten?
Von
dpa
Stuttgart/Berlin
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In diesem Sommer gibt es besonders viele Hitzewellen in Baden-Württemberg (Symbolbild).

Thomas Warnack/dpa
  • Baden-Württemberg meldet überproportional viele Hitzetote – 2.680 bis Anfang August.
  • Das sind 21,4 Prozent der bundesweit geschätzten 12.500 Fälle bei 13 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • Regional auffällig: Saarland mit 43,4 und Rheinland-Pfalz mit 38,7 Toten je 100.000 Einwohner.
  • Hessen mit 27,2 und Baden-Württemberg mit 23,9 über dem Bundesschnitt von 15 je 100.000.
  • Ausschlaggebend war die heiße Woche vom 22. bis 28. Juni, laut RKI rund 9.600 Todesfälle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Baden-Württemberg sind in diesem Sommer überproportional mehr Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben als in manch anderem Bundesland. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es bis Anfang August 2.680 Hitzetote im Südwesten.

Das ist mehr als jeder fünfte der bundesweit geschätzt 12.500 Sterbefälle (21,4 Prozent). Der Anteil der baden-württembergischen Bevölkerung an allen Menschen in Deutschland beträgt aber gerade einmal gut 13 Prozent. Im Vergleich zum Norden Deutschlands herrschen im Südwesten oft höhere Temperaturen.

Deutlich werden regionale Unterschiede auch mit Blick auf die Bevölkerung im jeweiligen Bundesland: Besonders im Saarland und in Rheinland-Pfalz gab es den Angaben nach viele Hitzetote. Pro 100.000 Einwohner seien dort 43,4 beziehungsweise 38,7 Menschen infolge der Hitze gestorben. Auch Hessen (27,2) und Baden-Württemberg (23,9) seien überproportional betroffen gewesen, denn deutschlandweit lag der Wert lediglich bei 15 pro 100.000 Einwohner.

Ausschlaggebend vor allem heiße Juniwoche

Zur Einordnung für Baden-Württemberg: Ähnlich hohe Zahlen an Hitzetoten erfasste das RKI bislang hierzulande nicht. Im ebenfalls sehr heißen und trockenen Jahr 2018 beispielsweise starben demnach bis zum gleichen Zeitpunkt 1.420 Menschen an den Folgen von Hitze. 

Schwer ins Gewicht fällt dieses Jahr die starke Hitzewelle Ende Juni. Das RKI geht davon aus, dass bundesweit rund 9.600 Menschen infolge der Hitze allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni starben. Vielerorts lagen die Temperaturen in diesen Tagen um die 40 Grad Celsius. 

Sichtbar wird ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit laut RKI typischerweise ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad, also dem Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen einer Woche. 

Die Gesamtzahl der Hitzetoten könnte sogar höher liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung. Der aktuelle Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis 2. August. Das RKI rechnet auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes fließen in die Berechnung ein.