Hitze in BW am 30. Juli: Bis 39 Grad am Donnerstag – wie heiß ist es bei Ihnen?

Die Hitze hat Europa fest im Griff – auch in Baden-Württemberg gehen die Werte nach oben.
Vadim Ghirda/AP/dpa- Am Donnerstag wird es in Baden-Württemberg extrem heiß, lokal sind bis 39 Grad möglich.
- Der Juli-Rekord liegt bei 39,8 Grad in Waghäusel-Kirrlach; ob er fällt, ist offen.
- Eine Kaltfront soll am Nachmittag die Temperaturen um rund sechs Grad senken.
- Livedaten zeigen: Städte und der Rheingraben sind besonders heiß, höhere Lagen kühler.
- 2026 häufen sich Hitzetage und Tropennächte – in Städten steigt das Gesundheitsrisiko.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bis zu 39 Grad werden am Donnerstag in Baden-Württemberg erwartet – und damit auch neue Rekordwerte, jedenfalls für Ende Juli. Schon der Mittwoch war vielerorts der heißeste 29. Juli seit mindestens sechs Jahrzehnten, der Donnerstag wird ebenfalls Höchstwerte für einen 30. Juli bringen.
Nach Angaben des Wetterdienstes liegt der Allzeit-Temperaturrekord für Juli in Baden-Württemberg bei 39,8 Grad. Erreicht wurde dieser Wert am 25. Juli 2019 an der Messstelle Waghäusel-Kirrlach im Landkreis Karlsruhe. Ob dieser Rekord am Donnerstag geknackt werden kann, hängt wohl auch sehr davon ab, ob die Hitzewelle bereits recht früh am Tag ihren Höhepunkt erreichen wird. Denn für den Nachmittag werde laut dem DWD eine Kaltfront erwartet, mit der die Temperaturen um rund sechs Grad sinken sollen.
Bei Temperaturen jenseits der 35 Grad sprechen Meteorologen von einem Wüstentag. Wir begleiten dieses Extremwetter mit Livedaten und Kontext zu den Hintergründen und Folgen. Die Tabelle aktualisiert sich automatisch und zeigt, wo es schon am Vormittag heiß ist.
Livedaten: Hier ist es in BW am heißesten
Die Ortsauswahl orientiert sich an den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wenn Sie die Tabelle bis zur Seite 3 durchblättern, sehen Sie die kühlsten Orte in Baden-Württemberg. Wenig überraschend ist der Feldberg darunter. Aber auch auf der Alb, im Allgäu und im Schwarzwald lässt es sich deutlich besser aushalten als etwa entlang des Rheingrabens oder in den großen Städten.
Die Messstellen liegen typischerweise außerhalb geschlossener Ortschaften, um sie möglichst frei von den Einflüssen etwa abstrahlender Hitze zu halten. In den Innenstädten ist es typischerweise heißer. Als Beispiel zeigen wir die ebenfalls regelmäßig aktualisierten Livedaten von vier Stuttgarter Messstellen, darunter die Innenstadt und Bad Cannstatt.
Weitere innerstädtische Messstellen betreibt die Landesanstalt für Umwelt. Auf der Website finden sich die regelmäßig aktualisierten Werte. Am Mittwochnachmittag meldete die LUBW-Station in Bad Cannstatt den höchsten Wert mit gut 35 Grad.
Livekarte zeigt Hitze in der Stadt
Die Temperaturen innerhalb der Stadt variieren allerdings sehr stark. In diesem Bericht zu einem Modell samt Livekarte des Startups infrared.city zeigen wir, dass für menschliches Empfinden wichtige (und normiert errechnete) gefühlte Temperatur um bis zu sieben Grad auseinandergehen. Kühler ist es, wenig überraschend, wo viele Bäume stehen und die Hitze nicht von Fassaden oder versiegelten Bodenflächen abstrahlt. Für den Höhepunkt des heißen Tages am Nachmittag errechnet das Modell eine gefühlte Temperatur von bis zu 45 Grad etwa entlang der Hauptstätter Straße, am Kleinen Schlossplatz oder entlang des „Fernwanderwegs“ zu den Gleisen am Hauptbahnhof.
Heiß ist es dennoch. Schon jetzt wurden im Jahr 2026 etwa an der Messstelle in Bad Cannstatt mehr Hitzetage gezählt als in den gesamten Sommern der beiden Vorjahre davor. Dabei lagen die bei den Hitzetagen schon deutlich über dem Niveau der zurückliegenden Jahrzehnte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass im Stuttgarter Talkessel 2026 ein neuer Rekord an Hitzetagen aufgestellt wird. Tendenziell steigt deren Zahl seit Jahrzehnten, wie die Grafik zeigt.
Auch bei der höher gelegenen Messstelle am Schnarrenberg nähern sich die Werte einem Allzeitrekord. Mit Mittwoch und Donnerstag wurden dort bislang 24 Hitzetage registriert. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2022 (30 Hitzetage) ist jedenfalls erreichbar, der Wert aus dem damals als „Jahrhundertsommer“ bezeichneten Sommer 2003 (28 Hitzetage) dürfte bald eingeholt sein.
Die Hitzetage für viele weitere Messstellen in Baden-Württemberg können Sie selbst auf der Seite des Datenprojekts „Klimazentrale“ (Stuttgarter Zeitung) abrufen.
2026 ist Tropennacht-Rekordjahr
Das bleibt nicht der einzige Höchstwert: 2026 wird ausweislich der bisher vorliegenden Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein Tropennacht-Rekordjahr. Schon jetzt wurden etwa in Mannheim, Stuttgart und Öhringen mehr Tropennächte gezählt als in jedem anderen Jahr seit 1961. Die Zahl der Tropennächte habe seit den 1980er Jahren „signifikant zugenommen“, schreibt das Umweltbundesamt auf seiner Website.
Die Anzahl der Tropennächte variiert von Jahr zu Jahr. Sie treten gehäuft während Hitzesommer auf; seit 2003 verstärkt sich dieses Phänomen, besonders in den Jahren 2015, 2018 und 2022. Auch 2026 könnte sich dieser Trend fortsetzen. Laut dem Umweltbundesamt „belasten Tropennächte die Menschen im Süden und Westen Deutschlands häufiger“ als im Rest des Landes. Außerdem sind Stadtbewohner deutlich stärker betroffen.
Wenn es nachts nicht abkühlt, können Menschen auch nicht so gut schlafen – eben weil der Körper dafür Abkühlung benötigt. Die Wissenschaftlergruppe „Climate Central“ hat jüngst errechnet, dass infolge gestiegener Nachttemperaturen ein Durchschnittsmensch 56 Stunden Schlaf pro Jahr verliert. Die Schätzung basiert auf weltweiten Daten aus mehr als 1300 Städten.
Zu hohe Nachttemperaturen können sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Gesundheit und Umwelt haben in einer Studie einen Zusammenhang zwischen hohen nächtlichen Temperaturen und Schlaganfällen nachgewiesen. Bei tropischen Nächten steigt das Schlaganfallrisiko deutlich an; besonders ischämische Schlaganfälle treten um sieben Prozent häufiger auf. Diese entstehen durch Blutgefäßverstopfungen im Gehirn. Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen der Hitze zeigen sich bereits nach ein bis zwei Nächten und verschärfen sich mit zunehmender Dauer einer Hitzewelle.
Hitzerekorde führen zu extremer Dürre
Baden-Württembergs Böden erleben derzeit ihre größte Trockenperiode seit Jahrzehnten. Der Boden ist seit Messbeginn 1991 im Südwesten noch nie so trocken gewesen – selbst die Hitzerekorde von 2003 und die extreme Dürre 2018 führten nicht zu einer ähnlichen Austrocknung. „Wir befinden uns derzeit in einer Situation, in der sich das Defizit über viele Monate hinweg aufgebaut hat“, sagt Monica Ionita, Klimawissenschaftlerin am Alfred-Wegener-Institut (AWI). Sie blickt zurzeit täglich auf Daten zum Wetter und zur Dürre in Deutschland.
Seit Winterende herrscht in Baden-Württemberg Trockenheit, im Frühling und Juni besonders extrem. Erschwerend wirkt: Nicht nur fehlt Regen von oben, auch die niedrigen Grundwasserspiegel können von unten keine ausreichende Feuchtigkeit zuführen.

