Mutmaßlicher Gründer einer Sadisten-Community
: Kinder zum Suizid genötigt? 19-Jähriger aus Kreis Tuttlingen in U-Haft

Ein 19-Jähriger aus dem Kreis Tuttlingen soll mutmaßlich ein sogenanntes COM-Netzwerk gegründet und unter anderem ein Kind und eine Jugendliche dazu gedrängt haben, sich das Leben zu nehmen. Am Montagmorgen wurde der Mann im Kreis Tuttlingen festgenommen.
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red/pz
Tuttlingen
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Kriminalität im Internet: ILLUSTRATION - 29.04.2020, Bayern, Ebing: In den Niederlanden muss sich ein junger Mann vor Gericht verantworten, der als Drahtzieher eines Internet-Netzwerks Jugendliche zu Gewalttaten bis hin zu Mord und Suizid gezwungen haben soll. (zu dpa: «Möglicher Drahtzieher von sadistischem Netzwerk vor Gericht») Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Im Kreis Tuttlingen wurde ein 19-Jähriger festgenommen. Er soll als Drahtzieher eines Internet-Netzwerks Kinder und Jugendliche zu Selbstverletzung und Suizid gedrängt haben. (Symbolfoto)

Nicolas Armer/dpa
  • 19-Jähriger aus Kreis Tuttlingen verhaftet – Verdacht: Gründung eines COM-Netzwerks.
  • Vorwürfe: versuchter Mord in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung, kriminelle Vereinigung.
  • Er soll Kinder und Jugendliche zu Selbstverletzung, Suizid und Nacktbildern gedrängt haben.
  • Festnahme am Montagmorgen, fünf Objekte durchsucht, elektronische Beweise sichergestellt.
  • Ermittlungen gegen COM-Szene laufen weiter, ein Kind noch nicht identifiziert, Opfer teils im Ausland.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg und das Polizeipräsidium Konstanz, Kriminalpolizeidirektion Rottweil, haben gemeinsam einen 19-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus dem Landkreis Tuttlingen ermittelt, der im Verdacht steht, Gründer und Mitglied einer im Internet aktiven Sadisten-Community (COM-Netzwerk) zu sein.

Laut Polizei werden ihm unter anderem versuchter Mord in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung, rädelsführerschaftliche Gründung einer kriminellen Vereinigung und
Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung als Rädelsführer vorgeworfen.

Der Beschuldigte wurde aufgrund eines vom Cybercrime-Zentrum erwirkten
Haftbefehls am frühen Montagmorgen durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei
festgenommen. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte ein Online-Sadisten-Netzwerk gegründet hat und bis zuletzt darin aktiv war.

Zu Selbstverletzung und Suizid gedrängt

Die Mitglieder der Gruppierung sind verdächtig, im Internet Kinder und Jugendliche, die aus Sicht der Gruppierung willens sind, sich selbst zu schädigen, gezielt zu kontaktieren, um durch Zwang, Täuschung oder Drohung, jedenfalls aber unter Ausnutzung des Zustandes ihrer Opfer, diese zur Vornahme selbstverletzender Handlungen bis hin zum Suizid oder zur Übersendung von Nacktbildern zu veranlassen.

Die Opfer sollen dazu bewogen werden, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst mit
Messern oder Rasierklingen, Symboliken der Gruppierung sowie den Nutzernamen des
jeweiligen Mitglieds in die Haut ritzen.

Taten per Live-Stream übertragen

Die Opfer sollen zusätzlich dazu animiert werden, diese Symboliken und Nutzernamen mit ihrem austretenden Blut an eine Wand zu schreiben. Sie sollen zudem dazu genötigt werden, den Suizid, ihre Verletzungen und die Wallsigns per Live-Stream oder als Videoaufnahme ihrem Peiniger zu übermitteln.

Dem in Untersuchungshaft sitzenden 19-Jährigen wird vorgeworfen, gemeinsam
mit weiteren Beteiligten versucht zu haben, unter Nutzung von Streamingdiensten
auf ein Kind sowie in einem weiteren Fall auf eine Jugendliche mit dem Ziel, eingewirkt zu haben, die Opfer in den Suizid zu treiben, wobei es bereits zu konkret lebensbedrohlichen Handlungen auf Opferseite gekommen sei. Die Geschädigte hält sich im Ausland auf. Das Kind wurde bislang nicht identifiziert.

Dem Beschuldigten liegt darüber hinaus zur Last, in drei Fällen Mädchen im Alter
zwischen 12 und 15 Jahren zur Vornahme selbstverletzender Handlungen getrieben
zu haben. Er soll außerdem ein 13-jähriges Mädchen aus Deutschland zur
Übersendung eigener Nacktaufnahmen veranlasst zu haben.

Durchsuchungen im Kreis Tuttlingen

Zeitgleich mit der Festnahme im Kreis Tuttlingen fanden Durchsuchungsmaßnahmen statt. Laut Polizei wurden insgesamt fünf Objekte durchsucht. Bei dem 19-Jährigen konnten elektronische Beweismittel sichergestellt werden, die nun ausgewertet werden.

Laut Polizei wird das Cybercrime-Zentrum die Ermittlungen gegen Mitglieder von Internet-Sadistengruppen aus der COM-Szene konsequent fortsetzen, um diesem Phänomen nachhaltig entgegenzutreten. Die Polizei sagt ausdrücklich: Alle Beteiligten stehen im Fokus der Ermittlungsbehörden und müssen damit rechnen, für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden.