Stadt will mit Negativwerbung punkten
: Aufsehen erregende Plakat-Aktion: „Reutlingen kannst du nicht mögen.“

Die Stadt Reutlingen will mit einer ungewöhnlichen Plakat-Aktion auf eine Pressekonferenz am Montag hinweisen. In den sozialen Medien erfolgen prompt zum Teil wenig schmeichelhafte Reaktionen. Und Tübingens OB Boris Palmer grinst dazu.
Von
Hannes-C. Buchmann
Stuttgart
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  • Eines der Plakate am Reutlinger Hauptbahnhof

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  • Selbstironisch, so will die Stadt Reutlingen ihre Plakate verstanden wissen: Mit Sprüchen wie diesen wird man derzeit in Reutlingen begrüßt.

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  • Die eigene Stadt wird dabei in Frage gestellt.

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  • Auch einen augenzwinkernden Vergleich mit Berlin scheut Reutlingen nicht.

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  • Die Plakate ziehen Aufmerksamkeit auf sich...

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  • ... „entschuldigen“ sich bei Bahnreisenden...

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  • ...und zeichnen ein trostloses Bild der Stadt.

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Große schwarze Plakate an mehreren Stellen in der Stadt Reutlingen ziehen seit Dienstag die Aufmerksamkeit auf sich. Darauf sind in weißer, großer Schrift Slogans wie „Das REU in Reutlingen steht für bereuen“ zu sehen. Oder auch: „Große Achalm, nichts dahinter“.

Die Aktion ist von der Stadtverwaltung selbst iniziiert. Die Sprüche beinhalten durchgehend negative Aussagen über die eigene Stadt – selbstironisch und mit einem Augenzwinkern will die Stadt Reutlingen dies verstanden wissen. Unter den verschiedenen Sprüchen steht auf jedem Plakat in kleinerer Schrift zusätzlich: „Reutlingen kannst du nicht mögen.“Ob das aber bei allen gut ankommt?

Die Aufmerksamkeit ist den Reutlingern durch die Aktion auf jeden Fall sicher. Auch Oberbürgermeister Boris Palmer aus der Nachbarstadt Tübingen hat ein Selfie vor einem der Plakate gemacht – grinsend. Auf die Auflösung der Aktion ist Palmer laut eigenem Kommentar selbst gespannt.

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Die PR-Aktion wirkt insofern, dass in den sozialen Netzwerken zahlreiche Posts und Kommentare zu den Plakaten zu finden sind, wenn auch viele negative. So schreibt ein User: „Lachen ja, weil es einfach stimmt“, oder auch „Die Sätze sind leider zu nah an der Realität und funktionieren deshalb nicht als Überspitzung“. Eine andere Person stellt fest: „Besser hätte ich das nicht auf den Punkt bringen können. Wir sind froh, dass wir seit ein paar Jahren nicht mehr im Kreis Reutlingen wohnen“. Zum Teil geht es auch derb zu: „Welche A... löcher machen den sowas“. Aber auch wohlwollend: „Oscarreif, eine Kampagne, die das Potenzial hat, kultig zu werden.“ Der folgende User hat gleich ein ganzes Reel mit den verschiedenen Plakaten erstellt:

Auflösung am Montag

„Uns als Stadt Reutlingen beschäftigt diese Kampagne natürlich. Da scheint ein Nerv getroffen worden zu sein. Das sehen wir an den unzähligen Medienanfragen aus ganz Deutschland und den vielfältigen Reaktionen, die die Reutlingerinnnen und Reutlinger, aber auch Menschen aus anderen Städten dazu in den sozialen Medien hinterlassen“, teilte eine Sprecherin der Stadt Reutlingen mit. Mittlerweile gebe es dazu sogar schon eine offizielle Umfrage. Die Stadt Reutlingen will erst am Montagmittag mehr verraten.

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