Triberger Wasserfälle
: Darum wollte eine Besuchergruppe ihren Eintritt zurück

Eine Besuchergruppe aus Balingen bestaunte im Sommer erst die Triberger Wasserfälle und dann am Ausgang staunten sie abermals. Danach wollten sie von der Stadt ihr Eintrittsgeld zurück. Das war der Grund.
Von
Erika Rapthel-Kieser
Triberg
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Tribergs Bürgermeister Sven Ketterer, links, und der Stadtmarketingchef Nikolaus Arnold vor den Triberger Wasserfällen. Die beiden wissen, wenn es um Tourismus geht, mit den Pfunden der Wasserfallstadt zu wuchern.

Tribergs Bürgermeister Sven Ketterer (links) und der Stadtmarketingchef Nikolaus Arnold vor den Triberger Wasserfällen. Beide kennen die Beschwerde des Besuchers und versichern: „Das war eine Ausnahme.“

Stadt Triberg
  • Besuchergruppe aus Balingen zahlte 36 Euro und verließ nach einer Stunde das Areal.
  • Am Ausgang war die Kasse unbesetzt – weitere Besucher konnten kostenlos passieren.
  • Die Gruppe forderte Erstattung, lehnte fünf Freikarten ab und schrieb der Stadt.
  • Stadt lehnte Rückzahlung ab, da die Leistung genutzt wurde; es gab Personalausfall.
  • Stadtmarketing betont: Fall sei eine Ausnahme, Ticket umfasst weitere Attraktionen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es im Volksmund. In Triberg fühlte sich im August eine Besuchergruppe aus Balingen bestraft, weil sie zu früh gekommen war. Die vier Erwachsenen mit dem Kind hatten die Triberger Wasserfälle besucht.

Sie hatten am Kassenhäuschen insgesamt 36 Euro Eintritt bezahlt und waren dann zu den Wasserfällen hochgelaufen. Nach einer Stunde, so informierte nun einer der Betroffenen unsere Redaktion in einem Schreiben, verließ die Gruppe das Gelände wieder.

Unten am Kassenhäuschen angekommen, wunderten sie sich dann. Denn mittlerweile war der Tresen nicht mehr besetzt. Und wer jetzt noch die Wasserfälle besuchen wollte, konnte – ohne zu bezahlen – einfach durchlaufen. „Eine aus meiner Sicht durchaus interessante und grundsätzlich diskussionswürdige Eintrittspraxis an den Triberger Wasserfällen“, kommentiert der Schreiber.

Triberger Wasserfälle: Kritik an der Praxis beim Kassieren

Er und die anderen aus seiner Gruppe hätten das gegenüber den kurz zuvor noch zahlenden Besuchern als wenig nachvollziehbar empfunden und wandten sich an die Stadt. Sie wollten ihr Eintrittsgeld zurück. Es entspann sich ein längerer Schriftverkehr, begleitet von einigen Telefonaten.

Die Verwaltung der Wasserfallstadt erklärte die Situation wie folgt: Das Wasserfallgebiet sei weitläufig und nicht eingezäunt und an diesem Tag sei es wohl zu einem „kurzfristigen Personalausfall“ gekommen. Die Kasse sei dann nicht mehr besetzt, der Zugang zu den Wasserfällen aber nach wie vor möglich gewesen.

„Genau an diesem Punkt setzt meine Kritik an“, argumentiert der Beschwerdeführer. „Selbstverständlich ist nachvollziehbar, dass Eintrittsgelder für die Unterhaltung und Verkehrssicherung einer touristischen Einrichtung benötigt werden. Ebenso ist nachvollziehbar, dass Personal kurzfristig ausfallen kann. Schwer nachvollziehbar finde ich allerdings ein System, bei dem Besucher den regulären Eintrittspreis bezahlen, während kurze Zeit später aufgrund einer vorzeitig geschlossenen Kasse faktisch keine Eintrittskontrolle mehr stattfindet.“

„Dieser Fall ist eine absolute Ausnahme.“
Nikolaus Arnold
Leiter des Stadtmarketings in Triberg

Die fünf Freikarten für andere Einrichtungen in Triberg lehnte die Gruppe ab, da vorerst kein weiterer Besuch vorgesehen war. Sie wollten stattdessen ihr Eintrittsgeld zurück. Das wiederum lehnte die Stadt ab, denn die Leistung – der Besuch des Wasserfalles – sei von der Gruppe ja in Anspruch genommen worden. Da wollte auch Bürgermeister Sven Ketterer, der letztlich von der Beschwerde erfuhr, nicht nachgeben.

Triberg bietet mehrere Attraktionen für das Wasserfallticket

Für die kurzfristigen Kassenschließungen, so findet der Sprecher der Gruppe, müsse die Stadt eine andere organisatorische Lösung finden. So sei es weder angemessen noch transparent. Im Gespräch mit unserer Redaktion versichert der Triberger Stadtmarketingchef Nikolaus Arnold: „Die Verwunderung der Gruppe ist für mich nachvollziehbar. Aber dieser Fall ist eine absolute Ausnahme.“

Wasserfall Triberg

Das Gelände rund um die Wasserfälle der Stadt Triberg ist sehr weitläufig und kann - außer von der Seite der Hauptkasse in der Stadtmitte - auch von anderen Seiten betreten werden.

Helen Moser

Arnold weist auf die Kosten hin, die die Stadt Triberg rund um den Wasserfall zu tragen hat. Die Verkehrssicherung, das Reinigen, das Unterhalten des Weges und der Stege. Und er betont auch, dass der Eintrittspreis für die Wasserfälle ja deutlich mehr beinhalte. So können Besucher mit dem gleichen Ticket auch in das nahe gelegene Schwarzwaldmuseum, sie können in das Instagram-Museum Fantasyland und schließlich auch ins Tribergland, wo die Modellanlagen präsentiert werden.