Unwetter im Kreis Esslingen: Extremer Starkregen: Sirenen warnen Menschen in Aichtal

Blitze bei Neuhausen: Im Kreis Esslingen und in der gesamten Region Stuttgart haben Gewitter am Dienstagabend nach der Hitzewelle für Abkühlung gesorgt.
Andreas Rosar- Heftiger Starkregen in Aichtal: In Neuenhaus fielen über 100 Liter pro Quadratmeter.
- Binnen fünf Minuten kamen dort mehr als 33 Liter zusammen – der Kirchplatz stand teils 0,5 m unter Wasser.
- Pegel stiegen rasant an, Bombach bis 1,45 m und Finsterbach bis 2,49 m, Sirenen warnten erstmals.
- Feuerwehr war mit 25 Kräften bei sieben Einsätzen, größere Schäden wurden nicht bekannt.
- DWD: Höchste Warnstufe erreicht, außerhalb Aichtals im Kreis Esslingen keine weiteren Unwetter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach der lang anhaltenden Hitzewelle hat es am Dienstagabend die von vielen sehnlichst erwartete Abkühlung gegeben: Vielerorts im Kreis Esslingen und der Region Stuttgart haben Gewitter für kühlere Temperaturen gesorgt. Mancherorts war es allerdings auch etwas viel des Guten. So ist etwa die Stadt Aichtal am Dienstagabend von einem heftigen Starkregenereignis getroffen worden, wie Bürgermeister Sebastian Kurz mitteilt.
Demnach war der Stadtteil Neuenhaus vom Starkregen besonders betroffen: Dort fielen laut Kurz mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Innerhalb von nur fünf Minuten seien in dem Aichtaler Stadtteil mehr als 33 Liter Regen pro Quadratmeter heruntergekommen.
„Zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr kam örtlich mehr Niederschlag zusammen, als in unserer Region sonst in einem durchschnittlichen gesamten Juni üblich ist“, teilt Kurz mit. „Zehn bis 15 Minuten lang stand der Kirchplatz etwa einen halben Meter unter Wasser.“ Dann sei das Wasser aber auch schnell wieder abgeflossen.
Pegel von Aichtaler Gewässern schwellen massiv an
Auch die Pegel der Gewässer haben laut Bürgermeister Kurz deutlich reagiert. So sei etwa der Bombach an der Aichtalbrücke innerhalb kürzester Zeit von rund 25 bis 30 Zentimetern auf bis zu 1,45 Meter Höhe angeschwollen, der Finsterbach an der Straße zur Rudolfshöhe von wenigen Zentimetern auf bis zu 2,49 Meter. „Das war wie eine Sturzflut“, erzählt Kurz. Weil die Böden ausgetrocknet gewesen seien und deshalb so schnell kein Wasser aufnehmen konnten, seien die Pegel extrem schnell angestiegen. Deshalb habe man im Stadtteil Neuenhaus auch die Sirenen ausgelöst, um die Bevölkerung zu warnen – zum allerersten Mal. Der Deutsche Wetterdienst habe zudem eine Warnung herausgegeben, die auch über die Warn-Apps NINA und KATWARN ausgespielt worden sei.

Auch auf den Fildern regnete es am Dienstagabend.
Andreas RosarDie Stadt Aichtal betreibt laut Kurz mehrere Pegel- und Niederschlagsmessstationen, um solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und der Feuerwehr wichtige Informationen für die Lageeinschätzung liefern zu können. Die Messdaten zu Pegelständen und Niederschlag stelle die Stadt auch der Bevölkerung kostenfrei auf der städtischen Internetseite zur Verfügung.
Insgesamt sei die Feuerwehr Aichtal am Dienstagabend mit 25 Einsatzkräften vor Ort gewesen und zu sieben Einsätzen ausgerückt – die meisten davon in Neuenhaus. Unter anderem seien Bäume umgestürzt, ein Baum sei auf eine Stromleitung gefallen, berichtet Kurz. Am Bombach im Stadtteil Aich habe zudem ein Gebäude vor eindringendem Wasser geschützt werden müssen.
Trotz der gewaltigen Regenmengen seien bislang keine größeren Schäden bekannt. „Wir sind sehr glimpflich davongekommen“, sagt der Bürgermeister – vor allem im Hinblick darauf, welch enorme Regenmengen innerhalb kürzester Zeit herunterkamen. „Der Starkregen in der Intensität war schon sehr ungewöhnlich“, sagt Kurz. Allerdings sei er auch sehr lokal begrenzt gewesen.
Starkregen in Aichtal als extremes Unwetter einzustufen
Offenbar blieb es anderswo im Kreis Esslingen vergleichsweise ruhig: Es seien keine Einsätze aufgrund von Unwettern gemeldet worden, heißt es vom Polizeipräsidium Reutlingen, das auch für den Kreis Esslingen zuständig ist. Der Deutsche Wetterdienst berichtet von einer kräftigen Gewitterlinie, die am Dienstag zwischen 18 und 20 Uhr durch den Kreis Esslingen gezogen sei. Die Starkregenmengen in Aichtal entsprächen der höchsten Warnstufe: Ab 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter in der Stunde spreche man von einem extremen Unwetter, sagt Peter Crouse vom Deutschen Wetterdienst. „Nachfolgend gab es im Kreis Esslingen aber keine weiteren Unwetter“, so Crouse.

