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Wandern in den Alpen: Zehn Berghütten mit veganem Angebot

Dass man auf Hütten als Veganerin oder Veganer etwas findet, ist nicht garantiert.
imago/Jöran Steinsiek
Das Staufner Haus: Seit dem 1. Mai betreiben Johannes Heel und Luisa Brunner als Hüttenwirte das Staufner Haus am Hochgrat in der Nagelfluhkette bei Oberstaufen. Die Speisekarte mit vegetarischen oder veganen Gerichten zu füllen, viel den Hüttenwirten nicht schwer, denn sie selbst ernähren sich vegetarisch oder vegan. Die vegane Bolognese gibt es garantiert, genauso wie einen Linseneintopf oder eine Brotzeit mit veganen, selbstgemachten Aufstrichen, die auch zum Frühstück angeboten werden. Für den Kaffee oder das Müsli steht Hafermilch bereit. Der Käse für die Brotzeit-Platte kommt von der Sennerei Gunzesried, die Milch von zwölf Bauern aus dem Gunzesrieder Tal verarbeitet. Den Weichkäse beziehen die Pächter von eine kleinen Käserei in Eschach. Auch der Kaffee stammt aus einer Allgäuer Bio-Röstung.Am schnellsten zu erreichen ist das Staufner Haus in zehn Minuten von der Bergstation der Hochgratbahn – oder man läuft etwas mehr als zwei Stunden von der Talstation zur Hütte hoch.
Martin Erd
Die Reintalangerhütte: Umgeben von himmelhohen Felswänden liegt die Reintalangerhütte im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen. Einige Wanderer machen hier eine Pause nach der Durchwanderung der Partnachklamm. Für viele ist die Hütte der erste Übernachtungsstopp auf der dreitägigen Zugspitztour, die von Garmisch über die Partnachklamm und die Knorrhütte auf die Zugspitze führt.Vor drei Jahren haben die Pächter Julia und Andy Kiechle die Bewirtschaftung übernommen und das kulinarische Angebot vollständig auf Bio umgestellt. Auf der Speisekarte findet sich überwiegend vegetarische Angebote: Kichererbsencurry, Linsen mit Spätzle und Wurzelgemüse, Soja-Bolognese oder veganer Kuchen. Das Getreide des Mehls wird in Oberbayern angebaut und der Bio-Kaffee kommt von einer Rösterei aus Garmisch. Das Frühstück ist ausschließlich vegetarisch. Die Hüttenwirte bieten Birchermüsli, Cornflakes, Haferflocken, verschiedene Saaten und Nüsse, Marmeladen, Honig und Käse. Den Humus mit Tahin oder Rote Bete, den Kürbis- und Tomatenaufstrich sowie das Brot stellen Julia und Andy Kiechle selbst her. Auch Hafermilch gibt es.
DAV/Sofia Woditschka
Das Brünnsteinhaus: Die Hüttenwirte Yvonne und Sepp Tremml , die das Brünnsteinhaus in den bayrischen Voralpen bei Bayrischzell betreiben, denken auch an Vegetarier und Veganer. „Das Angebot ist zwar überschaubar, aber jeder findet etwas“, sagt Yvonne Tremml, die neben Kaspressknödel und Kässpatzen auch Nudeln mit hausgemachter Gemüsesoße und eine rote Linsensuppe anbietet. Auf dem Frühstücksbuffet finden sich Brot aus Dinkel- und Buchweizenmehl von regionalen Bäckereien, Biokäse von der Käserei Plangger in Ebbs, Heumilchbutter, Joghurt, Haferflocken und Hafermilch. Für jene mit einer Glutenunverträglichkeit haben die Wirte glutenfreies Müsli und Knäckebrot auf Vorrat.Mehrere Wanderwege aus den umliegenden Dörfern im Tal führen zu der Hütte hinauf. Im Sommer können die Busse der Wendelstein-Ringlinie genutzt werden, um zum Beispiel zum Ausgangspunkt Tatzelwurm zu gelangen. Von dort sind es etwa zweieinhalb Stunden bis zum Brünnsteinhaus.
Yvonne Tremml
Das Prinz-Luitpold-Haus bei Bad Hindelang ist eine der ältesten DAV-Hütten und seit 2021 biozertifiziert. Die Familie Erd hat zuvor das Staufner Haus bewirtschaftet und schon dort auf regionale Ware geachtet. Die Bio-Produkte aus Bad Hindelang und Umgebung bringen sie per Materialbahn auf die hochalpine Hütte. Regelmäßig auf der Karte stehen das Kichererbsencurry, Spaghetti mit Tomatensoße, Salate und wechselnde vegetarische Tagessuppen. Bekommt Christoph Erd von seinem lokalen Bäcker Knödelbrot in Bioqualität, stehen auch Spinatknödel auf der Tageskarte. Zum Frühstück gibt es neben Brot, Käse und Wurst auch hausgemachtes Birchermüsli, Marmeladen, Nuss-Nougat-Creme und Hafermilch. Auf schnellstem Wege gelangt man über das Giebelhaus und das Bärgündeletal in zweieinhalb bis drei Stunden auf die Hütte. Lohnenswert ist auch eine Mehrtageswanderung über den Jubiläumsweg zum Schrecksee und weiter über die Willersalpe hinab nach Hinterstein.
DAV/Martin Erd
Die Hündeleskopfhütte: Auf der Hündeleskopfhütte bei Pfronten im Ostallgäu kocht die Hüttenwirtin Silvia Beyer ausschließlich vegan und vegetarisch. Alle Zutaten stammen aus dem Naturkostladen um die Ecke, von regionalen Bauern mit biologischem Anbau und einer gentechnikfrei zertifizierten Sennerei. Auf der Speisekarte stehen vegane und vegetarische Brotzeiten, bunte Salatschüsseln, ein Hüttenwrap oder eine vegane und glutenfreie Zucchinilasagne. Wer vorher anruft, dem kocht Beyer auch vegane Kässpatzen. Vom öffentlichen Parkplatz am westlichen Ortseingang von Pfronten-Kappel gelangt man in 45 Gehminuten auf die Hütte, die das ganze Jahr über an den Wochenenden geöffnet ist. Im Winter gibt es einen Rodelverleih für die Naturrodelbahn von der Hütte zum Parkplatz zurück.
Vipasana Roy
Die Weilheimer Hütte: Die Weilheimer Hütte ist die höchstgelegene Schutzhütte im Estergebirge der bayrischen Voralpen. Dominik Reindl hat die Hütte in der zweiten Saison gepachtet und bietet Wanderern eine wechselnde Tageskarte an, auf der auch immer warme, vegetarische Gerichte zu finden sind. Die Zucchini-Haselnusspesto oder die Rucolapesto stellt Reindl selbst her, genauso wie die Gemüse-Feta Soße. Reindl kauft größtenteils regional, saisonal und ökologisch in Garmisch-Patenkirchen und Umgebung ein. Der Käse kommt aus der Schaukäserrei Ettal in Garmisch, die Milch von der Molkerei Berchtesgadener Land. Am schnellsten gelangt man über die Gipfelstation der Wankbahn in Garmisch in etwa drei Stunden zu der Hütte.
DAV/Michael Pröttel
Das Freschenhaus: Katrin Schmid bewirtschaftet das Freschenhaus im Bregenzerwaldgebirge im ersten Jahr und bietet ihren veganen und vegetarischen Gästen gleich mehrere Gerichte abseits von Kaiserschmarrn und Co. an. Hüttencurry und Linsenbolognese stehen täglich auf der Speisekarte, genauso wie verschiedene Knödel mit Pilzen, roter Beete oder Spinat. In der Pfifferlingszeit soll es einen Pfifferlingsgulasch, im Herbst Kürbisgerichte geben. Auf dem Frühstücksbuffet wartet ein Tomaten-Basilikum Aufstrich, ein Linsenhummus und ein Kräuterquark, dazu Frühstücksflocken und ein Birchermüsli. Einmal in der Woche sammelt ein Fahrer im Tal südlich des Bodensees frische Produkte bei Erzeugern aus der Region ein und bringt sie über den Fahrweg hinauf zur Hütte. Von benachbarten Almen bezieht Schmid viele Milchprodukte wie Quark und Käse.
Katrin Schmid
Die Höllentalangerhütte: Durchläuft man die Höllentalklamm von Hammersbach bei Grainau an der Zugspitze, erreicht man nach gut zweieinhalb Stunden die Höllentalangerhütte. Diese ist auch beliebter Ausgangspunkt für die Besteigung der Zugspitze über den anspruchsvollen Höllentalferner. Hier serviert Hüttenwirt Gernot Auer Langkornreis mit Tomatensoße, Gemüsepfanne mit Pilzen und Reis oder Gemüselaibchen mit Salat.Auch wer übernachtet, geht als Veganer nicht leer aus. Auf dem Frühstückstisch stehen Brot, Marmelade und Margarine; und aus einem Müsli mit Rosinen sowie Früchten, heißem Wasser und Fruchtsaft rührt das Hüttenteam eine Art Frühstücksbrei an. „Erst sind die Leute etwas skeptisch, doch den Allermeisten schmeckt es richtig gut“, sagt Auer.
Gernot Auer
Die Bad Kissinger Hütte: Die Bad Kissinger Hütte liegt am Fuße des Aggensteins und ist über das Tannheimer Tal oder die Reichenbachklamm bei Steinach zu erreichen. Wer oben ankommt, darf sich auf Linsenbolognese, Linseneintopf oder einen veganen Schokoladenkuchen freuen. Zur Brotzeit gibt es einen Karotten-Walnuss Aufstrich oder Hummus. Kakao und Kaffee oder das Müsli am Morgen können mit Hafermilch bestellt werden. Eine schöne Wanderung zur Bad Kissinger Hütte ist der Tannheimer Höhenweg. Ausgangspunkt dieser mittelschwierigen, vierstündigen Tour ist die Talstation der Bergbahnen in Grän. Von der Bergstation geht es über die Sebenalm zur Bad Kissinger Hütte auf 1788 Höhenmeter.
Sabine Wirth
Die Hochlandhütte: „Bei uns gibt’s Hober, das ist sowieso vegetarisch“, sagt Stefan Müller am Telefon, der mit seiner Frau Birgit die Hochlandhütte bei Mittenwald bewirtschaftet. Diese ist vom Wanderparkplatz Mittenwald aus in etwa zwei Stunden zu erreichen. Für das Gericht werden gehobelte, gekochte Kartoffeln mit etwas Mehl in der Pfanne knusprig gebraten, dazu gibt es Sauerkraut und Apfelmus. Außerdem auf der Karte: Veganer Erbseneintopf und Nudeln mit hausgemachter Tomatensoße. Das Sauerteigbrot backen die Hüttenwirte selbst, der Käse kommt von der Naturkäserei Tegernseer Land. Die Hütte ist von Mittenwald aus in etwa zweieinhalb Stunden zu erreichen.
DAV/Robert Kolbitsch