Polizei nennt erste Details zur Ursache: Warum ist der Zug entgleist?
Nach dem schweren Zugunglück am Sonntagabend bei Riedlingen haben Polizei, Staatsanwaltschaft und Bundespolizei erste Erkenntnisse zur Ursache veröffentlicht. Demnach deuten die bisherigen Ermittlungen darauf hin, dass ein Unwetter das Unglück ausgelöst haben könnte.
Mögliche Ursache: Erdrutsch nach Starkregen
Laut der gemeinsamen Pressemitteilung vom Polizeipräsidium Ulm und der Staatsanwaltschaft Ravensburg kam es im Bereich der Unfallstelle zu einem Starkregenereignis. Dabei sei ein Abwasserschacht übergelaufen, wodurch ein Erdrutsch an der Böschung neben den Gleisen ausgelöst wurde. Dieser Erdrutsch habe mutmaßlich die Entgleisung des Regionalexpresses verursacht, der auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm war. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung.
Drei Tote und über 40 Verletzte
Die Folgen des Unfalls sind tragisch: Insgesamt drei Menschen kamen ums Leben – darunter der Lokführer, ein weiterer Mitarbeiter der Zuggesellschaft sowie eine mitreisende Person. Mindestens 41 weitere Personen wurden verletzt, mehrere davon schwer. Die Verletzten wurden nach dem Unglück in umliegende Kliniken gebracht. Rettungskräfte, Polizei und Bundespolizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Ein Führungsstab koordinierte die Maßnahmen.
Strecke bleibt gesperrt – Aufräumarbeiten beginnen
Die Bahnstrecke zwischen Riedlingen und Munderkingen bleibt weiterhin gesperrt. Auch die Kreisstraße K7345 in diesem Bereich ist betroffen. Die Unfallstelle ist weiträumig abgesperrt, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Mit den Aufräumarbeiten soll im Laufe des Montags begonnen werden.
Für Angehörige wurde eine Anlaufstelle im Bürgerzentrum Daugendorf eingerichtet. Die Behörden haben außerdem eine Hotline unter der Nummer 0731 188 1122 geschaltet.
Weitere Ermittlungen laufen
Die genauen Abläufe und Ursachen werden weiterhin untersucht. Auch die Staatsanwaltschaft Ravensburg ist in die Ermittlungen eingebunden.
