Adventsfenster-Aktion in Höfingen: Ein Hof voller Playmobil: Familie gestaltet außergewöhnlichen Adventsabend

Beim lebendigen Adventskalender wird Playmobil der Familie Kuhner zur besonderen Kulisse.
Simon GranvilleÜberall auf dem Boden stehen Kartons mit Bäumen, Steinen und Figuren aus Playmobil. Auf mehreren Tischen sind bereits ein Wald und eine felsige Landschaft aufgebaut. Und auch das Highlight ist schon fertig: Eine riesige Ritterburg, gut einen halben Meter groß. Mittendrin steht Dominik Kuhner. Seit 9 Uhr am Morgen ist der Familienvater beschäftigt, um alles bis zum Abend fertig zu bekommen. Dann wird das Arrangement als Kulisse für eine weihnachtliche Geschichte dienen.
Gemeinsam wird ein Weihnachtslied gesungen
Das Playmobil-Setup im Hof der Familie Kuhner ist eine besondere Version der Adventsfenster-Aktion in Höfingen. Diese wurde 2005 ins Leben gerufen und wird von den beiden Kirchengemeinden organisiert. An jedem Tag vom 1. bis 24. Dezember gestaltet eine andere Familie, Person oder Einrichtung symbolisch ein Türchen beziehungsweise ein Fenster. Um 18 Uhr treffen sich alle, die möchten, vor dem jeweiligen Haus, betrachten das beleuchtete Fenster und singen gemeinsam auch ein Weihnachtslied – „Kling, Glöckchen, klingelingeling“.
„Eine schöne Sache, wenn die Menschen aus dem Ort zusammenkommen“
Für die Familie Kuhner ist die Aktion längst ein fester Bestandteil der Adventszeit, denn sie macht seit mehr als zehn Jahren mit. „Es ist einfach eine schöne Sache, wenn die Menschen aus dem Ort zusammenkommen“, sagt Dominik Kuhner.
Die ganze Familie habe Freude an dem Event und treffe sich manchmal spontan am jeweiligen Türchen. Neben zahlreichen Familien sind Kindergärten, der Musikverein und in diesem Jahr erstmals ein Yogastudio Teil des lebendigen Adventskalenders. „Die verschiedenen Ideen für die Adventsfenster zu sehen ist total spannend“, sagt Nicole Kuhner.

Dominik Kuhner inmitten eines Teils seiner Playmobil-Sammlung – die den lebendigen Adventskalender gestaltete.
Foto: Simon GranvilleAnfangs gestaltete auch Familie Kuhner ein eher klassisches Fenster. Doch seit etwa fünf Jahren ist die Playmobil-Kulisse im Hof Programm. Die umfangreiche Sammlung entstand nach und nach – alles begann mit der Ritterburg, die sich Dominik Kuhner zu seinem dreißigsten Geburtstag gewünscht hatte. Der Religions- und Deutschlehrer nutzt Playmobil auch im Unterricht zur Veranschaulichung von Themen. Während der Coronapandemie kam er auf die Idee, für die Adventsfenster-Aktion verschiedene Schaukästen mit Playmobil zu gestalten. „Das kam super an, darum mache ich das weiterhin“, erzählt er.
Geschichte mit Playmobil erzählt statt klassisches Adventsfenster
Gerade für Familien mit kleineren Kindern sei der lebendige Adventskalender etwas Besonderes. Die eigenen Kinder der Kuhners sind inzwischen elf, fünfzehn und achtzehn Jahre alt. Trotzdem beteiligen sie sich aktiv, etwa als Sprecher für die Geschichte, die der Vater passend zur Playmobil-Kulisse geschrieben hat. Darin geht es um eine Ritterin, die sich gegen Trolle, Drachen und einen bösen Zauberer behaupten muss. Am Ende geht alles gut aus, und alle feiern friedlich gemeinsam Weihnachten. Während die Geschichte erzählt wird, gehen nach und nach Lichter an, die einzelne Szenen beleuchten. Dafür stellt Dominik Kuhner zahlreiche Lampen und installiert Lichterketten.
Lebendiger Adventskalender führt zu neuen Bekanntschaften
Zusätzlich gab es auch ein traditionelles Adventsfenster: Die 15-jährige Tochter bastelte dafür eine Kette aus Plätzchenausstechern sowie die Zahl 22 – denn die Familie gestaltete das 22. Türchen.
Für die Kuhners steht fest: „Das Tollste ist das Beisammensein bei der Aktion.“ Erst vor wenigen Tagen lernten sie dabei einen Nachbarn richtig kennen, neben dem sie schon jahrelang wohnen. Ein anderer Nachbar begleitet das Programm der Familie musikalisch mit der Trompete. Nicole Kuhner kocht Punsch, sodass die Besucher am Abend gemütlich zusammenstehen können.
Wer die offizielle Öffnung des Türchens verpasst hat, hat in den Tagen danach noch Gelegenheit, in der Truchsessenstraße vorbeizuschauen – oder dann wieder 2026. Denn für Familie Kuhner ist klar: Sie machen wieder mit, wie jedes Jahr.
