Aktion im Leo-Center
: Taschen aus alten Landkarten kommen gut an

Eine Schülerfirma des Johannes-Kepler-Gymnasiums hat ihre Produkte im Leocenter angeboten. Trotz großer, positiver Resonanz fanden nicht alle Designs den gewünschten Zuspruch.
Von
Ralf Recklies
Stuttgart
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Taschen aus alten Landkarten sowie Taschenhaken sind im Angebot.

Simon Granville

Auch wenn die Schülerfirma Captain Hooks’ des Johannes-Kepler-Gymnasiums (JKG) Leonberg bei ihrer Verkaufsaktion im Leocenter nicht ganz ihr selbst gestecktes Ziel erreicht hat, herrscht im Projektteam doch Zufriedenheit. „Wir wollen mit unseren Produkten einen Mindestumsatz von 500 Euro machen“, hatte Sophia Barbosa-Schlemmer noch am Nachmittag des ersten öffentlichen Verkaufstags erklärt. Am Ende hatte das Team „nur“ 425 Euro durch den Verkauf von Kartentaschen und Taschenhaken umgesetzt. Die Spenden, die die Schüler teilweise für ihr Engagement erhalten haben, sind in diesem Betrag aber noch nicht berücksichtigt.

Betreut von Lehrer Pierre Michael, der schon seit zehn Jahren Schülerinnen und Schüler des JKG bei der Gründung von Schülerfirmen begleitet und deren Wirken unterstützt, wurde die Schülerfirma Captain Hooks’ Anfang des Schuljahrs von zwölf Elftklässlern ins Leben gerufen.

Die Idee der JKG-Schülerfirma: alte Landkarten zu recyceln

Die Idee der Jungunternehmer: nicht mehr benötigte alte Landkarten umzunutzen und daraus Taschen in verschiedenen Größen zu gestalten. Als weiteres Produkt werden in Kooperation mit einer Schreinerei Taschenhaken aus Multiplex-Holz gefertigt, die auf Wunsch auch mit dem eigenen Namen versehen werden. „Die meisten Taschenhaken, die es gibt, haben keine große Tragkraft“, sagt Sophia Barbosa-Schlemmer. Die der JKG-Schülerfirma können mit bis zu 30 Kilo belastet werden und bieten somit die Voraussetzung, selbst schwerere Rucksäcke sicher an einen Tisch zu hängen.

Die Verkaufsaktion fand im Leocenter statt (Archivbild).

Foto: Simon Granville

Die JKG-Schülerfirma hat bisher rund 180 Taschen gefertigt

Die Idee, aus alten, früher im Unterricht genutzten Landkarten neue Produkte zu fertigen, war geboren worden, da diese Karten heute kaum mehr zum Einsatz kommen – und in vielen Fällen auch veraltet sind, erklärt Pierre Michael. Er unterrichtet am JKG unter anderem Gemeinschaftskunde, Geografie und Geschichte. Die Karten, die größtenteils Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre fürs JKG angeschafft wurden, einfach wegzuwerfen, „wäre zu schaden gewesen“, sagt Michael. „Bisher haben wir rund 180 Taschen gefertigt“, sagt Viktoria Imeri. Sie ist eine der Näherinnen im Team. Bislang werden Taschen in drei Größen in Form von einfachen Mäppchen gefertigt. „Wir überlegen aber, noch eine größere Tasche mit Trageriemen ins Programm aufzunehmen“, erklärten die Schülerinnen, nachdem sie mehrfach nach solchen gefragt worden waren. Das Design komme insgesamt gut an. Die aus alten Karten der UDSSR gefertigten Taschen, die als UdSSR-Edition angeboten wurden, fanden aber nicht ganz den gewünschten Zuspruch. Künftig wolle man daher Karten anderer Länder vorziehen. Besser liefen die Produkte der Mittelmeer-Edition. Die Produkte seien beim Adventsdörfle erstmals erhältlich gewesen, „und der Zuspruch war gut“, erinnern sich Sophia und Viktoria. Auch bei der Lehrerschaft seien die Taschen gut angekommen, die je nach Größe sieben, elf oder 14 Euro kosten. Die Taschenhaken werden je nach Individualisierungsgrad für fünf, acht und zwölf Euro angeboten. „Man kann alle Produkte bei uns auch bestellen“, sagt Darian Pejicic, auf dessen Idee auch der Firmennamen beruht.

Was am Ende mit den Einnahmen geschehen soll

Während die Geschäfte am Samstagmorgen im Leocenter recht gut liefen, war die Nachfrage am Nachmittag eher verhalten. Dennoch habe die Aktion Spaß gemacht. Auch weil man von den Kunden teils neue Impulse zu den Produkten erhalten habe.

Was am Ende mit den Einnahmen passiert, entscheiden übrigens kurz vor den Sommerferien die Anteilseigner, die mit dem Kauf von Anteilen zu fünf oder zehn Euro auch das Startkapital der Schülerfirma eingebracht haben. Ein Teil werde zumeist gespendet, der Rest an die Anteilseigner ausgeschüttet, so Pierre Michael.

Die JKG-Schülerfirma Captain Hooks’ beteiligt sich am Landeswettbewerb des vom Institut der deutschen Wirtschaft bundesweit unterstützten Programms. Dort hoffen die Schülerinnen mit ihrer Idee eine Qualifizierung für den Bundeswettbewerb zu schaffen. Dafür müssen sie sich mit Ideen und Konzepten am 21. Mai im Haus der Wirtschaft in Stuttgart einer Fachjury präsentieren.

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