Bauarbeiter im Kreis Böblingen: „Sie packen die Arbeit dann einfach nicht mehr“ – IG Bau fordert faire Rente

Das Schleppen von Säcken gehört auf Baustellen zum Alltag. Gerade Ältere stoßen bei schwerer körperlicher Arbeit an ihre Grenzen, warnen Gewerkschafter.
IG Bau/Alireza Khalili- IG Bau warnt: Bauarbeiter im Kreis Böblingen schaffen die Arbeit oft nicht bis 60.
- Laut IG Bau schafft kaum jemand den Baujob bis 67 – spätere Rente sei unrealistisch.
- Zahlen der Arbeitsagentur: Von 3710 Bauarbeitern sind etwa 140 über 63 Jahre alt.
- Gewerkschaft fordert eine Flexi-Rente nach „Härtegrad der Arbeit“ und Expresszugang.
- Kritik an Plänen zur Abschaffung der Rente mit 63 – viele Baby-Boomer fühlten sich getroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor dem Hintergrund der Debatte über ein späteres Renteneintrittsalter meldet sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) zu Wort. Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, wird Alexander Deh, der Vorsitzende der IG Bau Nordwürttemberg, in einer Mitteilung zitiert. „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance.“
Die Gewerkschaft verweist auf Zahlen der Arbeitsagentur. Demnach seien von den rund 3710 Bauarbeitern im Landkreis Böblingen derzeit gerade einmal rund 140 Beschäftigte älter als 63 Jahre. Die IG Bau kritisiert damit die Pläne der Rentenkommission. „Was dabei fehlt, ist die Flexi-Rente. Also die Chance auf vernünftige Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für alle Branchen, in denen Beschäftigte durch ihren Job gesundheitlich einfach früher am Ende sind. Eine faire Rente muss unbedingt dem ‚Härtegrad der Arbeit‘, die geleistet wird, angepasst werden“, sagt Alexander Deh und fordert für die Betroffenen einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“.
Das gelte für die Baubranche, aber auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung, den Garten- und Landschaftsbau. Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft: das Abschaffen der Rente mit 63. „Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht. Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Alexander Deh.
Betroffen davon seien viele: Im Landkreis Böblingen gibt es 58.300 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden, so die IG BAU Nordwürttemberg. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.