Bedarf wäre viel höher: Knapp zwei Millionen Euro für die Feuerwehren im Landkreis Böblingen

Die zunehmende Zahl an Vegetationsbränden unterstreicht die Notwendigkeit für leistungsfähige Feuerwehren. Hier sieht man die Grafenauer bei einer Übung auf einem kontrolliert gelegten Feldbrand.
Feuerwehr Grafenau- Knapp zwei Millionen Euro: Das Land fördert Feuerwehren im Landkreis Böblingen.
- Bewilligt wurden nur gut ein Drittel der beantragten Maßnahmen – deutlich weniger als früher.
- Zusätzlich fließen rund 270.000 Euro an die Mitglieder und etwa 280.000 Euro an die ILS.
- Landkreis und Kreisbrandmeister mahnen Planung und stärkere Landesunterstützung an.
- Vegetationsbrände zeigen den Bedarf an moderner Technik, Aufgaben reichen weit über Brände hinaus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Feuerwehren im Landkreis Böblingen erhalten in diesem Jahr knapp zwei Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg. Der Bewilligungsbescheid im Rahmen des Förderprogramms 2026 liegt vor. Die Mittel stammen aus der Feuerschutzsteuer und sollen dazu beitragen, die technische Ausstattung und Infrastruktur der Wehren im Landkreis zu verbessern.
Darüber hinaus erhalten die Feuerwehren rund 270.000 Euro für ihre Mitglieder. Die Integrierte Leitstelle (ILS) bekommt zusätzlich etwa 280.000 Euro für Ersatzbeschaffungen. Das teilt das Böblinger Landratsamt in einer Pressemeldung mit.
Deutlich weniger Maßnahmen gefördert als beantragt
Trotz der millionenschweren Förderung gibt es einen deutlichen Wermutstropfen: Im Vergleich zu früheren Jahren werden diesmal wesentlich weniger Einzelmaßnahmen bewilligt. Nur gut ein Drittel der beantragten Maßnahmen erhält eine Förderung. In der Vergangenheit war es mehrfach gelungen, alle beantragten Maßnahmen zu berücksichtigen.
Der stellvertretende Landrat des Landkreises Böblingen, Martin Wuttke, macht deutlich, wie wichtig die Unterstützung des Landes für die Städte und Gemeinden ist: „Die größtenteils ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Menschen im Landkreis. Sie müssen mit moderner und leistungsfähiger Technik ausgestattet und in zeitgemäßen Gerätehäusern untergebracht sein.“

Die Feuerwehr Böblingen verfügt über einen geländegängigen Zug mit Fahrzeugen, die speziell für Einsätze in unwegsamem Gelände konzipiert sind.
Stefanie SchlechtWuttke betont zugleich, dass die geringere Förderung nicht zur Dauerlösung werden dürfe: „Dass die Förderung in diesem Jahr niedriger ausfällt, darf nicht zur Regel werden. Wir brauchen die starke Unterstützung des Landes bei der Unterhaltung der Feuerwehren.“
Kreisbrandmeister: Kommunen tragen erhebliche Last
Auch Kreisbrandmeister Martin Amler sieht die aktuelle Entwicklung mit Sorge. Er betont die Notwendigkeit einer vorausschauenden Planung: „Wir müssen Maßnahmen frühzeitig planen und klar nach ihrer Dringlichkeit priorisieren – dabei die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren stets im Blick behalten." Neben den Landesmitteln seien auch die Aufwendungen der Städte und Gemeinden für ihre Feuerwehren erheblich. „Die Unterstützung der Kommunen bei ihrer Pflichtaufgabe Feuerwehr ist von enormer Wichtigkeit", so Amler. „Die Kameradinnen und Kameraden sind das Rückgrat der kommunalen Gefahrenabwehr."
Vegetationsbrände machen leistungsfähige Feuerwehren unverzichtbar
Die Bedeutung gut ausgestatteter Feuerwehren zeigt sich gerade in diesen Wochen eindrücklich. Zuletzt sorgten Vegetationsbrände – etwa in Böblingen – für aufwendige Einsätze und verdeutlichten, wie wichtig eine moderne Ausrüstung im Ernstfall ist.
Doch die Aufgaben der Feuerwehren gehen weit über die Brandbekämpfung hinaus: Technische Hilfeleistung, Unwetterlagen, Verkehrsunfälle und weitere Gefahrenlagen gehören zum Alltag der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. „Die Förderung des Landes ist daher ein wichtiger Baustein, um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren im Landkreis Böblingen auch künftig sicherzustellen“, betont das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

