Bildungsangebot in Sindelfingen am Ende?
: Kreistag will bei den Hasa-Hauptschulkursen sparen

Der Hasa-Vorstand appelliert an den Kreistag, das erfolgreiche und außerdem vergleichsweise kostengünstige Bildungsangebot für besonders benachteiligte junge Menschen nicht kaputtzusparen.
Von
red
Stuttgart
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Die meisten der Hasa-Teilnehmer schaffen letztlich den Abschluss.

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Seit 1980 ermöglichen die Hasa-Kurse in Sindelfingen vielen Jugendlichen und Erwachsenen den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses – ein erfolgreiches Modell in Trägerschaft des Landkreises, das aber nun im Rahmen der Haushaltsberatungen im Kreistag stark beschnitten werden soll.

Deshalb ist der Vorstand des Hasa-Fördervereins in großer Sorge und hat in einem Schreiben an die Fraktionen im Böblinger Kreistag einen flammenden Appell formuliert, „von weiteren Einschnitten bei Hasa abzusehen, damit dieses über mehr als vier Jahrzehnte erfolgreiche Bildungsangebot der Jugendhilfe für besonders benachteiligte junge Menschen fortgeführt werden kann“. Vorsitzender des Vereins ist Wolfgang Trede, der 20 Jahre lang Leiter des Landkreis-Jugendamts war, ehe er im Sommer 2022 in den Ruhestand ging.

Kreistag will den Hasa-Grundkurs komplett streichen

Wie der Hasa-Vorstand kritisiert, sehe ein Haushaltsantrag der Freien Wähler vor, den jährlichen Zuschussbedarf auf 150 000 Euro zu halbieren und dies durch Kooperationen mit der VHS oder Nachbarlandkreisen aufzufangen. Sollte das nicht gelingen, solle Hasa zum Schuljahresende 2025/2026 komplett beendet werden. Im Zuge der Debatte über diesen Antrag hätten zwei Ausschüsse empfohlen , dass der Hasa-Grundkurs ab dem kommenden Schuljahr 2025/26 komplett gestrichen wird und damit rund 47 000 Euro eingespart werden. In der Kreistagssitzung an diesem Montag wird daran voraussichtlich ein Haken gemacht.

Laut Hasa-Vorstand können jedes Jahr 34 Schülerinnen und Schüler an zwei Tageskursen sowie 15 Schülerinnen und Schüler an einem Abendkurs teilnehmen. In rund zehn Monaten werden sie auf die Schulfremdenprüfung Hauptschulabschluss vorbereitet und bei der Berufsorientierung unterstützt. Wie Trede schreibt, habe sich in den letzten Jahren zudem ein „Grundkurs“ entwickelt, „weil man erkannt hatte, dass vielen nach Deutschland geflüchteten jungen Menschen zunächst basale Deutsch- und Mathekenntnisse vermittelt werden müssen, um danach erfolgreich an einem der anderen Hasa-Kurse teilnehmen zu können“. Dieser seit 2015 laufende und für die Teilnehmenden sehr gewinnbringende Kurs werde nun gestrichen. „Dies ist aus Sicht des Fördervereins mehr als bedauerlich und mit Blick auf die Arbeitsmarkt-Integration kurzsichtig“, so das Schreiben.

Wird hier ein erfolgreiches Bildungsangebot kaputtgespart?

Der Hasa-Vorstand betont, dass eine sehr hohe Quote der Teilnehmer den Abschluss letztlich tatsächlich schaffen würde – dies sei nur erreichbar, weil es Hasa durchweg schaffe, „ein hoch engagiertes Team zu haben“. Zudem sei Hasa vergleichsweise kostengünstig und habe insgesamt nur 4,0 Planstellen zur Verfügung. Der Vorstand appelliert an den Kreistag, „ein sinnvolles und erfolgreiches Bildungsangebot für besonders benachteiligte junge Menschen nicht kaputtzusparen“.

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