Böblingens „schrägstes Haus“
: Fleischermuseum erhält Lotto-Museumspreis

Der Leiter bezeichnet es selbstironisch als „schrägstes Haus der Stadt“. Jetzt hat das Deutsche Fleischermuseum in Böblingen den Lotto-Museumspreis gewonnen.
Von
Eddie Langner
Stuttgart
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Behandelt das Thema Fleisch „fantasievoll und multiperspektivisch“: Christian Baudisch

Eibner/Archiv

Der Leiter Christian Baudisch nennt es augenzwinkernd „das schrägste Haus der Stadt“ – und tatsächlich steht das Deutsche Fleischermuseum in Böblingen für eine skurrile Mischung aus angestaubt anmutender Handwerksausstellung und spleenig-experimenteller Kunst.

Mit diesem Konzept erntet die in der Vergangenheit nicht immer ganz unumstrittene Böblinger Institution offenbar auch weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung.

15 000 Euro für „herausragende Arbeit“

Das spiegelt sich jetzt in einer Auszeichnung wider: Neben der Städtischen Galerie Karlsruhe zählt das Deutsche Fleischermuseum nämlich zu den Gewinnern des diesjährigen Lotto-Museumspreises. Während der mit 30 000 Euro dotierte Hauptpreis nach Karlsruhe geht, erhält das Fleischermuseum den so genannten „eXtra-Preis“ in Höhe von 15 000 Euro.

Mit dem vor zehn Jahren erstmals ausgelobten Lotto-Museumspreis möchten der Museumsverband Baden-Württemberg und Lotto Baden-Württemberg nach eigenen Angaben „die herausragende Arbeit der Einrichtungen im Südwesten ins Rampenlicht“ rücken und „ihre gesellschaftliche Bedeutung“ herausstellen.

Kleines Spezialmuseum mit großem Anspruch

„Der eXtra Preis für das Deutsche Fleischermuseum zeichnet ein kleines Spezialmuseum aus, das seit Jahren fantasievoll und multiperspektivisch an das Thema Fleisch herangeht. Was im gesellschaftspolitischen Diskurs häufig für unversöhnliche Positionen sorgt, gerät im Museum zu einem spannenden Dialog“, begründet Museumsverbandspräsidentin Sabine Mücke die Auszeichnung.

„Einzigartig, humorvoll, auch kontrovers, aber immer auf der Höhe der Zeit – und ohne Berührungsängste zum Vegetarismus. Zum Anspruch, ein modernes, gesellschaftsrelevantes, kulturwissenschaftliches Kunst- und Themenmuseum zu sein kommt hinzu, dass das Museum immer bilden und unterhalten will“, lobt die siebenköpfige Jury, zu der unter anderem TV-Moderator Markus Brock und SWR2-Kulturchefin Susanne Schmaltz gehören.

Die Konkurrenz war groß

Das Deutsche Fleischermuseum hatte sich gegen die Konkurrenz von knapp 70 weiteren Museen durchgesetzt. Seit 2015 wurden im Rahmen des Wettbewerbs 24 Museen mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt mehr als 300 000 Euro bedacht. Unter den bisherigen Preisträgern war auch bereits das Schauwerk Sindelfingen im Jahr 2017.

Die Preisverleihung findet am Samstag, 15. November in Karlsruhe statt.

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