Böblinger Max-Planck-Gymnasium: Plancktopia: Wenn Schule zum Staat wird

Der Abiturjahrgang 2026 arbeitete das Projekt aus
Max-Planck-GymnasiumVier Tage lang verwandelt sich das Max-Planck-Gymnasium (MPG) in Böblingen in einen fiktiven Staat: „Plancktopia“ heißt das groß angelegte Projekt, bei dem rund 900 Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Politikerinnen, Unternehmern und Beamten schlüpfen. Am 25. und 26. Juli können auch externe Gäste erleben, wie eine Schule zur Modellnation wird. Für die Schulgemeinschaft ist es ein Projekt, welches sich nicht nur auf die vier Tage beschränkt, sondern sich schon über das ganze Schuljahr erstreckt hat.
Die Abiturienten des Jahrgangs 2026 bekamen die Möglichkeit, dieses Projekt im Zuge eines Seminarkurses mit einer abschließenden schriftlichen Ausarbeitung zu absolvieren. „Unser Ziel ist es, staatsbürgerliches und wirtschaftliches Denken nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern lebendig und erfahrbar zu machen“, sagt Projektleiter und Lehrer Timo Schimpke. In monatelanger Vorbereitung haben die Schülerinnen und Schüler ein eigenes politisches System entwickelt, ein Finanzwesen entworfen, Infrastrukturen geplant und sogar eine Verfassung verabschiedet.
Plancktopia ist dabei als parlamentarische Monarchie organisiert. Vier Parteien traten im Vorfeld zur Wahl an, die demokratisch von der Schülerschaft bestimmt wurden. „Besonders spannend war der Wahlkampf“, sagt Schüler Konstantin Schmidt. „Social Media hat eine große Rolle gespielt, und wir konnten hautnah erleben, wie politische Kommunikation im digitalen Raum funktioniert.“
Vielfältiges Rahmenprogramm
Neben dem politischen Alltag gibt es auch für Staatsbesucherinnen und -besucher viel zu entdecken. Ein buntes Fest mit Musik, kreativen Ständen, leckeren Speisen – darunter Burger, Waffeln und Mocktails – und einem vielfältigen Rahmenprogramm laden zum Mitmachen ein. „Wir wollen zeigen, wie vielfältig und kreativ Schule sein kann, wenn man ihr den Raum für echte Projekte gibt“, sagt Timo Schimpke. Der Besuch von Gästen sei von großer Bedeutung, um den Schülern auch Sozialkompetenzen gegenüber Außenstehenden nahezubringen.

Eine Schule wird zum Staatsgebilde
Foto: Stefanie SchlechtDie Schüler agieren in realistischen Rollen: Sie gründen Unternehmen, kümmern sich um die Verwaltung und organisieren öffentliche Dienstleistungen. Die bisherige Umsetzung habe trotz einiger Komplikationen viel Freude bereitet, und man freue sich sehr auf die Projekttage, sagt Konstantin Schmidt. Sie hätten dabei viel gelernt – über Verantwortung, Zusammenarbeit und wie komplex ein Staat wirklich funktioniert.
Der Schulstaat – offiziell eine Enklave auf Böblinger Markung – öffnet seine Grenzen am Freitag, 25. Juli, von 11 bis 18 Uhr und am Samstag, 26. Juli, von 10 bis 14.30 Uhr. Gäste seien dann herzlich willkommen, die kreative Mini-Nation zu besuchen – zum Stöbern, Staunen oder einfach zum Genießen.