Bürgermeister von Wimsheim: Nach 16 Jahren geht Weisbrich in die dritte Runde – mit 93 Prozent der Stimmen

Mario Weisbrich mit Ehefrau Panja und den drei Kindern.
Brunhilde ArnoldEigentlich war nicht mit einer Überraschung zu rechnen bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Wimsheim. Mit Mario Weisbrich gab es nur einen Bewerber für das Amt in einer der kleinsten Gemeinden im Enzkreis. Trotzdem war die Spannung im Alten Rathaus zu spüren, kurz bevor der Vorsitzende des Wahlausschusses, Gemeinderat Hans Lauser, das Ergebnis bekannt gab. Weisbrich, der bereits seit 16 Jahren Bürgermeister in der Heckengäu-Gemeinde ist, kann auch noch in eine dritte Amtszeit starten.
Zwar nahmen nur 36 Prozent der 2237 Wimsheimer Wahlberechtigten an der Abstimmung über das neue Gemeindeoberhaupt teil, doch 93,4 Prozent der gültigen Stimmen entfielen auf den 52-jährigen Diplom-Verwaltungswirt. 47 Stimmen erhielten „Sonstige“. Das heißt, die insgesamt 805 Wählenden hatten andere Namen auf die Stimmzettel geschrieben. Allerdings hatten auch 11,6 Prozent der Wählenden ungültige Stimmzettel abgegeben, insgesamt 93 Bürgerinnen und Bürger. Auf diesen war etwa der Name des einzigen Kandidaten durchgestrichen, Fantasienamen eingetragen oder Strichmännchen aufgemalt worden.

Weisbricht sagt, dass angesichts schwieriger kommunaler Finanzen in Zukunft besonders der Erhalt und die Fortentwicklung der Infrastruktur im Auge behalten werden müssen.
Foto: Simon GranvilleDoch der guten Stimmung am Wahlabend schadete dies nicht. Wie üblich bei Bürgermeisterwahlen waren die Kollegen aus den Nachbarorten gekommen, um zur Wahl, beziehungsweise Wiederwahl zu gratulieren und auch der Landrat Bastian Rosenau war vor Ort. Mario Weisbrich bedankte sich mit emotionalen Worten bei den Wählerinnen und Wählern, seinen Unterstützern und vor allem bei seiner Familie und besonders seiner Frau Panja.
„Er hat’s verdient“, sagte Gemeinderat Hans Lauser (Bürger für Wimsheim) auf die Frage, was er über das Wahlergebnis denkt. „Er macht einen guten Job, ist immer offen und beantwortet im Gemeinderat auch stets die Fragen der Räte“, so Lauser. Gemeinderat Günter Stallecker (FWV) zeigte sich von der geringen Wahlbeteiligung enttäuscht. „Zur Wahl zu gehen wäre auch ein Ausdruck der Wertschätzung für die Arbeit des Bürgermeisters gewesen“, meinte er. In einer kleinen Gemeindeverwaltung wie in Wimsheim müsse auch der Bürgermeister selbst viel im Tagesgeschäft mitarbeiten, sagte er. Mario Weisbrich hatte im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt, dass angesichts schwieriger kommunaler Finanzen in Zukunft besonders der Erhalt und die Fortentwicklung der Infrastruktur im Auge behalten werden müssen.
Ein Loblied auf den wiedergewählten Verwaltungschef stimmten schließlich zur Freude der zahlreichen Gäste einige sangesfreudige Herren, unter ihnen Eberhard Frohnmayer und Gemeinderat Berthold Lauser (FWV), an. Das in Mundart gehaltene Stück mündete in dem Refrain: „Markgraf Weisbrich, ihr seid der Reichste, euer Wemsa trägt Edelstein“ – vielleicht als Reminiszenz daran, dass Wimsheim schon lange mit der Schmuckherstellung verbunden ist.