Designerin Maggie Jarak: Sie entwarf das Dachteler Fuchslogo

Maggie Jarak hat das Fuchs-Logo für die 750-Jahr-Feier Dachtels entworfen.
PrivatWer die 750-Jahr-Feier in Dachtel mitverfolgt hat, erinnert sich bestimmt an den Fuchs, der als Logo sämtliche Plakate, Flyer und T-Shirts zierte. Dieser Fuchs stammt aus der Feder von Maggie Jarak. Die Dachtelerin könnte man als inoffizielle Chef-Logo-Designerin der Gemeinde Aidlingen bezeichnen. Wenn es etwas zu gestalten gibt, ist sie meist die erste Wahl. Kein Wunder, denn die studierte Grafikdesignerin bringt nicht nur das nötige Wissen mit, sondern auch die richtige Portion Leidenschaft.
Mit der Arbeit am Logo für die 750-Jahr-Feier begann Maggie Jarak schon vor zwei Jahren. „Ich finde, damit steht und fällt so ein Fest“, sagt sie. Schließlich ziere das Logo am Ende alles – Schilder, Ortseingänge, Sponsoren-Tafeln. „Das Logo ist die Visitenkarte für so ein Jubiläum, da muss alles stimmen.“ Die Farben, die Typografie, das Auftreten. Einprägsam sollte es sein, aber auch so, dass es problemlos für T-Shirts und Taschen umgewandelt werden kann.

Maggie Jarak entwarf den Fuchs.
Foto: Maggie JarakDer Fuchs, der am Ende dabei herauskam, stieß bei der Dorfgemeinschaft Dachtel auf große Begeisterung. „Ich habe mich riesig gefreut, dass das Logo so gut angenommen und weiterverwendet wurde“, sagt die 57-Jährige. „Das war eine tolle Zusammenarbeit und ich habe mich sehr geehrt gefühlt, dass ich dafür zurate gezogen wurde.“
Ein Umzug steht an
Neben dem Logo übernahm sie auch die Gestaltung der Festschrift und des Jubiläumsbuchs. Letzteres ist eine Aufgabe, die sie schon für die 300-Jahr-Feier Lehenweilers in 2009 und für die 750-Jahr-Feier Deufringens übernommen hatte. Die Mitarbeit an der Dachteler Jubiläumsfeier war für Maggie Jarak aber etwas ganz Besonderes. Schließlich lebt sie selbst seit 24 Jahren in diesem Ortsteil. Umso schwerer fällt ihr daher nun der Abschied: Maggie Jarak wird nämlich im Laufe des Jahres in Richtung Bodensee ziehen. „Aufträge von der Gemeinde möchte ich aber weiterhin annehmen“, sagt sie. „Das geht in meinem Beruf zum Glück auch aus der Ferne.“
Maggie Jarak verlässt Dachtel mit einem lachenden und einem weinenden Auge, 24 Jahre sind schließlich eine lange Zeit. „Wir sind damals hierhergezogen, weil mein Mann einen Job in Böblingen bekommen hatte“, blickt sie zurück. „Wir wollten ein hübsches Häuschen in der Nähe, hatten vorher aber noch nie von Dachtel oder Aidlingen gehört.“ Als sie sich im Waldkindergarten ihrer Tochter kreativ einbrachte und dort die Logos und Flyer gestaltete, wurde der damalige Bürgermeister Ekkehard Fauth auf sie aufmerksam. „So bin ich an meinen ersten Auftrag hier gekommen, für die 300-Jahr-Feier von Lehenweiler.“
Maggie Jarak entwarf Logos für Pro7
An Erfahrung mangelte es Maggie Jarak schon damals nicht. Bereits als Kind war sie kreativ, neugierig und künstlerisch begabt. Im Rahmen ihres Abiturs gewann sie den Kunstpreis. „Ich bin oft mit Skizzenbuch und Bleistift losgezogen“, verrät sie. „Die beiden Gegenstände sind auch heute noch mein ständiger Begleiter.“ Skizzen hätten einfach eine andere Qualität als Fotos. „Da sitzt man in der Landschaft, hat die Gerüche in der Nase und fängt die Atmosphäre viel besser ein.“ Auch ihre Logos zeichnet Maggie Jarak erst mal mit Tusche und Bleistift von Hand vor. „So wird das Ganze viel lebendiger, als wenn man es mit der Maus macht“, weiß sie.
Nach dem Schulabschluss studierte Jarak Grafikdesign an der Kunstakademie in Stuttgart. Nebenbei arbeitete sie bei der Agentur Strichpunktdesign, die heute zu den größten Agenturen Deutschlands zählt. Auf Maggie Jaraks Talent wurden auch die Dozenten aufmerksam. Ein Professor empfahl sie der Pro7 Media AG, für die sie bald darauf als Freie Mitarbeiterin arbeitete. „Damals waren private Fernsehsender gerade am Aufstreben“, erklärt die Künstlerin.
Als freie Mitarbeiterin pendelte sie zwischen Stuttgart und München, designte Logos für die Filme und Serien, die der Sender zeigte. „Abends habe ich die Liste mit den Filmen zugeschickt bekommen und morgens im Zug habe ich die ersten Entwürfe gezeichnet“, schmunzelt Maggie Jarak. „Irgendwann fragte der Geschäftsführer: Wer ist denn diese Verrückte?“ Als Belohnung für ihren Einsatz erhielt Jarak eine Jahreskarte der Deutschen Bahn und das Angebot, Art Director zu werden. „Das habe ich natürlich sofort angenommen.“ Drei Jahre arbeitete sie bei Pro7. „Das war eine ganz tolle Zeit, das Fernsehen ist ja auch so vielseitig.“ Doch dann bekam ihr Mann das Angebot, beruflich nach England zu ziehen, wo auch die erste gemeinsame Tochter zur Welt kam.

Maggie Jarak mit ihrem Werk „Licht am Horizont“
Foto: privatDie Kunst und die KI
2001 folgte deshalb der Umzug nach Dachtel, wo ihre zweite Tochter geboren wurde. Seitdem ist Maggie Jarak selbstständig als Grafikdesignerin und Künstlerin tätig. Neben der Gemeinde Aidlingen betreut sie auch andere regionale und internationale Kunden. „Ich kann mit Stolz sagen, dass ich noch keinen Tag in meinem Leben gearbeitet habe“, sagt sie. „Weil ich das, was ich tue, einfach liebe.“ Als Selbstständige habe sie aber auch nie Ruhe. „Man läuft durch Gassen, sieht Schilder und denkt: „Oh, das könnte ich aber besser machen“.“
Allerdings hat das Leben als Künstlerin auch seine Schattenseiten. Denn die Branche hat sich in letzter Zeit stark gewandelt. „Jeder kann inzwischen einen PC bedienen“, sagt Maggie Jarak. „Und dann ist da auch noch die KI.“ Aktuell sehe man zwar noch, welche Logos mit Herz und Kopf und welche von künstlicher Intelligenz entwickelt worden seien. „Aber ich glaube, dass unser Beruf am Aussterben ist, weil bald keine Designer mehr gebraucht werden.“ Bis es so weit ist, will sich die 57-Jährige aber laut eigener Aussage nicht die Freude an ihrer Arbeit verderben lassen.
Zur Person
Ehrenämter
Maggie Jarak ist seit vergangenem Jahr Leiterin des Aidlinger Vereins „Kunst und Kultur“ und seit 2013 Mitglied im Ausstellerkreis des Landratsamts Böblingen. Die Ehrenämter will sie auch nach dem Wegzug beibehalten.
Auszeichnung
Für die Stadt Herrenberg hat sie das Streuobsterlebnisprojekt mitgestaltet, das den Kulturlandschaftspreis Baden-Württemberg erhalten hat.
Ausstellung
Sie arbeitet nicht nur als Designerin, sondern auch als freie Künstlerin. Bis zum 3. September ist im Aidlinger Rathaus die Ausstellung „Naturgeflüster“ mit Werken von Maggie Jarak und dem Holzbildhauer Frank Fraller zu sehen.