Direkt ins Obere Gäu: Neuer Regiobus zwischen Herrenberg und Calw

Die Busse nach Calw sind in den Farben der Mobilitätsmarke Bwegt lackiert.
/ HettrichZahlreiche Änderungen bringt das neue Jahr in den Stadtverkehren Böblingen und Sindelfingen, und eine neue Überlandlinie gibt es auch: Zwischen Herrenberg und Calw fährt künftig eine direkte Regiobuslinie mit der Nummer 770. Wer bisher von Herrenberg nach Calw wollte, der musste ein- oder zweimal umsteigen mit dem Risiko, den Anschluss nicht zu erwischen. Die neue Linie fährt einmal in der Stunde; an Wochentagen in der Zeit von 5 Uhr bis 24 Uhr, an den Samstagen von 6 Uhr bis 24 Uhr und an den Sonntagen von 7 Uhr bis 24 Uhr. Die Verbindung, die von Calw über Deckenpfronn nach Herrenberg und zurück führt, ist 23 Kilometer lang. Der Regiobus benötigt für die gesamte Fahrt 39 Minuten, die alten Verbindungen brauchten etwas mehr als eine Stunde.
Die Busse sind im weiß-gelb-grauen Landesdesign von Bwegt unterwegs. Das Regiobus-Netz in Baden-Württemberg wird sukzessive ausgebaut, schon heute entspricht das Netz mit rund 1300 Kilometern etwa einem Drittel des Schienennetzes.
2,8 Millionen Euro Zuschuss
„Mit der neuen Regiobuslinie schließen wir die Lücke im Schienennetz zwischen Calw und Herrenberg. Der Landkreis Böblingen erhält vom Land über die nächsten fünf Jahre rund 2,8 Millionen Euro Zuschuss für den Betrieb der Linie und deren Bewerbung“, schreibt der Stuttgarter Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in einer Mitteilung. Das Ministerium teilt weiter mit, dass die Bwegt-Regiobusfamilie inzwischen auf rund 50 Linien angewachsen sei. Das Land unterstütze die Kommunen und Landkreise mit rund 29 Millionen Euro.
Doch das ist nicht die einzige wichtige Änderung in diesem Jahr. Auch der Böblinger Stadtverkehr hat den Fahrplan an rund 35 Stellen neu aufgestellt und angepasst. Die Linie 701 von der Böblinger Diezenhalde über die beiden Zentralen Omnibusbahnhöfe (ZOB) in Sindelfingen und Böblingen wird besser an die Abfahrtszeit der S-Bahnen angepasst, außerdem ermöglichen Verstärkerbusse zu Hauptverkehrszeiten einen 7,5-Minuten-Takt.
Die Mineraltherme kann man jetzt leichter erreichen, denn die Linie 721 wird von der Diezenhalde über den Böblinger ZOB verlängert. Auch von Sindelfingen geht es jetzt leichter in die Therme, hier wird die Linie 708 zwischen vom Sindelfinger Eichholz über den ZOB wird bis zum Böblinger Thermalbad weiter geführt. Damit wird die leicht angespannte Parkplatzsituation an der Therme entlastet.
Besser angebunden wird auch das Industriegebiet Hulb durch die Linie 728. Hier gibt es im kommenden Jahr einen einheitlichen Takt, weswegen auch die S-Bahn leichter zu erreichen ist. Auch die Strecke hat sich geändert: Die Busse fahren wieder direkt vom ZOB zur Hulb und zur Hulb-West. Nachdem das Elefantenbrückle abgerissen ist, fährt die Linie 706 auf einer anderen Strecke zum Böblinger ZOB. Wer zur S-Bahn Haltestelle Goldberg will, der muss in Sindelfingen an der Leizpiger Straße aussteigen.
Im neuen Jahr haben es auch die Daimler-Arbeiter ein bisschen leichter. Die Linie 702 vom Mercedes-Werk wurde über den Zentralen Omnibusbahnhof in Sindelfingen über das Gebiet Schleicher bis nach Hinterweil verlängert. Damit gibt es zur Hauptverkehrszeit nicht nur einen 15-Minuten Takt, sondern auch eine umsteigefreie Verbindung von Hinterweil. Die Linie 707 bietet eine durchgängige Verbindung zur Sindelfinger Innenstadt und fährt abends über Dagersheim und Darmsheim, damit auch die Spätschicht mit dem ÖPNV leichter nach Hause kommt.
Umsteigefrei kommt man künftig mit der Linie 704/722 vom Darmsheimer Gewerbegebiet Häslach über Maichingen und Sindelfingen zum Böblinger Bahnhof.
Umfirmiert werden drei Haltestellen: Der Haltestelle Daimlersteg heißt künftig Calwer Bogen, die Haltstelle Calwer Straße heißt künftig Riedmühlestraße und die Haltestelle Eschenried Realschule heißt künftig Eschenriedstraße.